: Heinrich Schütz

Funk für Anspruchsvolle

Künstlerischen Gesetzen untersteht nicht nur dasHörspiel (im engeren Sinn, also die erfundene Handlung in dialogischer Form), sondern auch manches, was ihm nah verwandt ist und in den Programmen bald als „Feature“, bald als „Hörbild“ oder „Hörfolge“ angezeigt wird, aber in der vereinfachenden Sprache der meisten Hörer gleichfalls „Hörspiel“ heißt, weil es ja gleichfalls dramatische Gestalt hat.

Die neue Schallplatte

Heinrich Schütz: „Psalmen Davids“; Regensburger Domspatzen, Hamburger Bläserkreis, Ulsamer-Collegium, Leitung: Hanns-Martin Schneidt; Deutsche Grammophon Gesellschaft Archiv Produktion 27 22 007, 63,– DM (Subskriptionspreis bis 31.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Heinrich Schütz: „Historia der Auferstehung Jesu Christi“; Jennings, Langridge, Partridge, Pears, Shirley-Quirk, Stevens, Temperley, Heinrich-Schütz-Chor, Elisabethan Consort of Viols, London Cornett & Sackbut Ensemble, Leitung: Roger Norrington; Decca SAWD 9983-B, 21,– DM.

Funk für Anspruchsvolle

An einem Abend, den kürzlich der Bayerische Rundfunk bestritt, demonstrierte Axel von Ambesser, der nicht nur Witz, sondern mitunter auch Mut hat, ziemlich respektlos in einer drastischen Persiflage der Technik des Schlafens, wie souverän sich mit den Mitteln der Fernsehkamera schalten läßt: In einem halbstündigen „Fernseh-Feuilleton“ zeigte er den Zuschauern ein Puppenkind, das er vom Kopf mit den zuklappbaren Augen bis zum Fuß mit den winzigen Schuhen beschrieb.

Funk für Anspruchs volle: Ein Anfang gemacht

Endlich ist es soweit: Vom 24. Dezember bis zum 2. Januar werden diejenigen Hörerin Norddeutschland, deren Geräte auf Ultrakurzwellen ansprechen, in den Abendstunden (von 18 bis 1 Uhr) versuchsweise ein Drittes Programm hören können.

Neue Schallplatten:: Die alte Musik ist bis heute jung geblieben

Aus der Vergangenheit geboren, für die Gegenwart eine Offenbarung – in diese Worte kann man den Sinn der großangelegten Archiv-Produktion zusammenfassen, die sich die Deutsche Grammophon-Gesellschaft erdacht und deren Durchführung sie dem bekannten Musikwissenschaftler Dr.

Die schönsten Schallplatten

Seit dem Oktober bringt DIE ZEIT Christoph Eckes Schallplattenbesprechungen in erweiterter Form. Dabei sollen, wie schon angekündigt, nach Möglichkeit folgende fünf Rubriken ständig berücksichtigt werden: 1.

Die schönsten Schallplatten

Heinrich Schütz: Historia der Auferstehung Christi; Gesangs- und Instrumentalsolisten / Norddeutscher Singkreis / Leitung Gottfried Wolters (Archiv Produktion der Deutschen Grammophon-Gesellschaft 14 118 24,– DM; Stereo 198 022 26,– DM).

Musik als Standes-Verherrlichung: Geheimer Kunst-Sport

Früher, sagt er – nachdem er bereits viel Zeit darauf verwendet hat, Instrumente und Zubehör und Notenpulte samt handgeschriebener Stimmen in die richtige Formation zu bringen, wagt er es auch noch, auf einem wissenschaftlichen Kongreß die für gewöhnlich nur in gewichtigem Ernst erscheinenden Zuhörer zum Schmunzeln zu verführen – „früher war das noch komplizierter: Da mußte man auch noch erst das Pferd anbinden“.

Die neue Schallplatte

Heinrich Schütz: „Symphoniae sacrae I“. Regierende dieser Art hätten wir gern noch einmal, die in einem einfachen Dorfgasthof übernachten, dort den dreizehnjährigen Sohn des Wirts singen hören, ihn prompt auf eine ihrer Elite-Schulen, anschließend mit einem prächtigen Stipendium nach Italien zu einem der in Europa führenden Komponisten schicken und ihm schließlich einen Spitzenjob verschaffen.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Als 1609 der Kasselaner Landgraf Moritz einem vierundzwanzigjährigen Jurastudenten der Universität Marburg namens Heinrich Schütz (oder in der damals üblichen Latinisierung Henricus Sagittarius), der in seiner Freizeit gelegentlich geistliche Chormusiken schrieb, ein Stipendium gewährte, damit dieser in Venedig bei dem damals berühmtesten europäischen Musiker Giovanni Gabrieli Kompositionsunterricht nehme, konnte er nicht ahnen, daß er damit den „pater nostrae musicae modernae“ (so in einem Nekrolog) protegierte.

Lydia Schierning empfiehlt Schallplatten

Wilhelm Ehmann, Leiter der Westfälischen Kirchenmusikschule in Herford, hat sich ein Sänger- und Instrumental-Ensemble nach altem Vorbild aufgebaut: Jeder Solist muß zugleich ein Chorsänger, jeder Chorsänger mit den solistischen Gesangspartien vertraut sein.

Für Laien und Experten

Herr X, der am Sonntagmorgen beiläufig ganz gern etwas geistliche Musik hört, hat eine Schallplatte geschenkt bekommen, sagen wir: von Heinrich Schütz die „Cantiones sacrae“.

Die neue Schallplatte

Heinrich Schütz: „Geistliche Chormusik 1648.“ Auch er zählt zu den Jubilaren dieses Jahres – am 14. 10. 1585 wurde er in Köstritz bei Gera geboren, (war zunächst Kapellknabe in Kassel, studierte dann in Marburg Jura, ging für drei Jahre als Orgelschüler zu Gabrieli nach Venedig, wurde Hoforganist in Kassel, Kapellmeister in Dresden, rettete sich als früher Kriegsdienstverweigerer nach Wolfenbüttel, Gera, Hamburg und Kopenhagen, kehrte nach dem 30jährigen Krieg nach Dresden zurück, starb dort am 6.

Politik, Prestige, Profit, Profil

Der Vorhang ist, so scheint’s, noch während er gerade sich zu öffnen anfing, erstarrt: Seine beiden Hälften hatten sich schon ein wenig getrennt, jetzt geben sie eine kleine Gasse frei; oben, wo die Züge ansetzen, wirkt der leuchtend rote, etwas stumpfe Samt wie angeknittert, unten wollte er weich in Glockenform fallen, aber er schwingt nicht zurück.

Funk und Fernsehen der Woche:

Alte Musik, auch wenn sie zu ihrer Zeit bedeutend war, wirkt heute teilweise langweilig, weil sich manche musikalischen Formeln verbrauchen.