: Heinrich Schütz

Landwirte: Reich durch Subventionen

Es gibt sie noch, die reichen Bauern mit großen Höfen. Zum Beispiel Familie Schütz aus Piering in Niederbayern, die ihren Gewinn mit Agrarsubventionen aus Brüssel macht.

Dresden: Das Wunder von Dresden

Sechzig Jahre nach ihrer Zerstörung ist die Frauenkirche wieder- aufgebaut, am 30. Oktober wird sie geweiht. Schon jetzt wird der Klang der Orgel gerühmt, die Atmosphäre im Gotteshaus als himmelsgleich empfunden

Zeit zum Hören: John Eliot Gardiners Gesamtaufnahme der Beethoven-Symphonien: Mit Ecken und Kanten

Es klingt zwar unwahrscheinlich, aber es entsprach damals und es entspricht heute nicht nur editorischer, sondern auch aufführungspraktischer Realität: „Gegenwärtig kann man der Aufführung der meisten altniederländischen Musik, gemessen an den gegebenen Möglichkeiten, verläßlichere Materialien zugrundelegen als derjenigen Beethovenscher Sinfonien“ – schrieb, 1978, der Dirigent und Musikwissenschaftler Peter Gülke in seinen „Grundsätzlichen Bemerkungen zur Ausgabe“ der Fünften.

Dresden: Große Gefahr für das Große Gehege: Wirtschaft oder Natur?

Muß den wirklich alles verwertet werden? Muß denn zum Beispiel das Ostra-Gehege im Nordwesten Dresdens der wirtschaftlichen Ausbeutung preisgegeben werden? Dieses Gebiet, um das die Elbe einen großen Bogen schlägt, das so groß und so weit ist wie die Neustadt nebenan, eine weithin unbebaute Auenlandschaft mit Elbwiesen, die von Zeit zu Zeit bei Hochwasser überschwemmt sind, mit zwei zerzausten ehrwürdigen Alleen, der Pieschener und der Übigauer Allee? Mitten darin der unter Denkmalschutz stehende, gutshofähnliche Schlachthof von Hans Erlwein, dem Stadtbaumeister Dresdens um die Jahrhundertwende, auch etwas Kleingewerbe und ein paar Schrebergärten.

Politik, Prestige, Profit, Profil

Der Vorhang ist, so scheint’s, noch während er gerade sich zu öffnen anfing, erstarrt: Seine beiden Hälften hatten sich schon ein wenig getrennt, jetzt geben sie eine kleine Gasse frei; oben, wo die Züge ansetzen, wirkt der leuchtend rote, etwas stumpfe Samt wie angeknittert, unten wollte er weich in Glockenform fallen, aber er schwingt nicht zurück.

Musik als Standes-Verherrlichung: Geheimer Kunst-Sport

Früher, sagt er – nachdem er bereits viel Zeit darauf verwendet hat, Instrumente und Zubehör und Notenpulte samt handgeschriebener Stimmen in die richtige Formation zu bringen, wagt er es auch noch, auf einem wissenschaftlichen Kongreß die für gewöhnlich nur in gewichtigem Ernst erscheinenden Zuhörer zum Schmunzeln zu verführen – „früher war das noch komplizierter: Da mußte man auch noch erst das Pferd anbinden“.

Im Rennen um die Veröffentlichung der „neuen“ Orgelchoräle von Bach siegten die Amerikaner: Mit behöriger Andacht zu singen

Jeder, der einmal den Organistendienst versah, erinnert sich seiner Anfänge: Da mußte in einem „Nebengottesdienst“, bei einer Taufe, Beerdigung oder Eheschließung, in einer Bibelstunde, Vesper, Maiandacht oder Missionspredigt der Kantor, Küster oder wer sonst die Orgel zu schlagen hatte, vertreten werden – die Gemeinde sang ein paar Choralstrophen.

Die neue Schallplatte

Heinrich Schütz: „Symphoniae sacrae I“. Regierende dieser Art hätten wir gern noch einmal, die in einem einfachen Dorfgasthof übernachten, dort den dreizehnjährigen Sohn des Wirts singen hören, ihn prompt auf eine ihrer Elite-Schulen, anschließend mit einem prächtigen Stipendium nach Italien zu einem der in Europa führenden Komponisten schicken und ihm schließlich einen Spitzenjob verschaffen.