: Hermann Axen

Lebenslänglich Bundesbürger

Gerhard Schürer war noch vor drei Jahren Mitglied des Politbüros der SED. Wenn er heute auf seinen Balkon hinaustritt, hat er die Niederlage vor Augen: Tief unten, vor seinen Füßen, liegen letzte Trümmer des antifaschistischen Schutzwalls; rechts flanieren die Touristen durchs Brandenburger Tor.

Die Führung hat ihr Volk verloren

Die DDR-Führung gerät jetzt in Panik. Daß der von Politbüromitglied Willi Stoph geführte 44köpfige Ministerrat am Dienstag zurücktrat, war kaum noch eine Überraschung.

DDR: „Der Widerspruch wird unerträglich“

Luxushotels für die Devisenkunden, die Intershops für Leute mit dem richtigen Geld, das Verscherbeln von DDR-Produkten unter Preis an den Westen. Die Bürger haben es satt

Die Erben halten Kurs

WEST-BERLIN. – Bei Beerdigungen und in Jubiläumsfeiern pflegen Redner manches zu verschweigen und zuweilen sogar dreist zu lügen.

Das Verhältnis zwischen Ost-Berlin und Washington: Ganz im Schatten der Bundesrepublik

Anfang dieses Monats mußte sich die DDR-Botschaft in Washington mit einer bitteren Erkenntnis vertraut machen: Die Reagan-Administration wird den Ostdeutschen keine diplomatischen Kopplungsgeschäfte (linkage) mit den Vereinigten Staaten erlauben, selbst wenn diese nur auf Wirtschaftsfragen beschränkt bleiben sollten.

NACHLESE: Traumreise nach Amerika

Als Mensch, so sagen einige, die ihm im kleinen Kreis begegnet sind, habe Hermann Axen einen guten Eindruck gemacht: intelligent und vielseitig gebildet, belesen in amerikanischer Geschichte, anregend in der Deutung jüngster Entwicklungen in Osteuropa.

„Wir sind Nachbarn“

Eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der SPD-Bundestagsfraktion und Vertretern der SED, darunter dem Politbüro-Mitglied Hermann Axen, hat Grundsätze für einen von Atomwaffen freien Korridor vorgelegt.

Beiderlei Deutsche – zweierlei Deutsche

Wir haben so getan, als ob nichts wäre“, sagte Nina Grunenberg nach einem Treffen mit Gesprächspartnern aus der DDR, und damit hatte sie bereits eines der ungeschriebenen Gesetze ost-westlicher Begegnungen im geteilten Deutschland erkannt.

DDR-Miniaturen (VI): Nach Tschernobyl

Nach der Reaktorkatastrophe in der Ukraine herrschte zunächst Funkstille. Die DDR-Bürger erfuhren tagelang nur aus dem westlichen Funk und Fernsehen, was in Tschernobyl passiert war und welche Folgen angeblich im rund 2000 Kilometer entfernten Deutschland zu erwarten waren.

Honecker im Zenit der Macht

Ein richtiger Trapper stirbt im Sattel“, sagt ein jetzt im Westen lebender Künstler von drüben, der sich in der Funktionärshierarchie der DDR auskennt.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Drei baskische Untergrundführer werden von der französischen Regierung an Spanien ausgeliefert, wo sie als Terroristen vor Gericht kommen sollen.

BONNER BÜHNE: Sehnen nach Ruhe

Nur diese Woche noch mit der Parlamentsdebatte über den Einbruch in der Ostpolitik – nur diese Woche noch und dann, so seufzen die Deutschlandexperten im Regierungsapparat hoffnungsvoll, „die Sache endlich runterholen“.

NAMEN UND NACHRICHTEN

In Nicaragua soll am 4. November ein Präsident und eine Nationalversammlung gewählt werden, zwei Tage vor den Präsidentschaftswahlen in den USA.