: Horst Mahler

Gespräche eines Schiffbrüchigen mit einem Bewohner des Festlandes

Der hier vorgelegte Briefwechsel ist das Produkt eines verhinderten Gesprächs. Im Frühjahr 1983 fragte ich Peter-Jürgen Boock, der damals noch in Stammheim als Untersuchungshäftling einsaß, ob er bereit sei, in einem Fernsehgespräch mit mir die Gründe zu erörtern, die ihn einmal zum Eintritt in die „Rote Armee Fraktion“ (RAF) und später zu seiner Lossage von dieser Gruppe bewogen hatten.

Die Merve-Kulturen

Den Mercedes stellt der Verlag. Es ist ein alter Diesel, der nur gerade sieben Liter pro hundert Kilometer schluckt. Mit ihm rattern Heidi und Peter zur Frankfurter Buchmesse, in die Toskana oder nachts durch die Berliner „Scene“, wo sie zu Hause sind.

Geschichte des Terrorismus: Ratlose Gewalt

Es handelt sich um ein wissenschaftliches Buch. Dies ist schon erkennbar an dem umfangreichen Literaturverzeichnis, den zahlreichen Fußnoten und der detaillierten Gliederung, die den vielfältigen Stoff in Abschnitte bis zur sechsten Stelle hinter dem Komma auffächert.

Umkehrer unerwünscht?

Nur wenige Terroristen haben eingesehen, daß ihre blutige Spur im Nichts verläuft. „Bommi“ Baumann – Bombenleger in den Anfängen der RAF – forderte seine Freunde 1974 in einem Spiegel-Interview auf: „Schmeißt die Knarre weg“; Hans-Joachim Klein – der 1975 bei dem Wiener OPEC-Überfall in Wien dabei war – meldete sich aus der Illegalität, um geplante Attentate zu verhindern.

„Der Kapitalist ein armes Schwein“

Gerhard Müller, praktizierender Katholik, Professor, Doktor der Rechte, scheidender Präsident des Bundesarbeitsgerichts, hat seine eigene Auffassung von der christlichen Nächstenliebe.

Wie sicher ist Deutschland?

Terrorismus und Innere Sicherheit: Die streitbare Demokratie nach einem Jahrzehnt sozial-liberaler Koalition

Abgeordneten-Kandidat: Bürgerschreck mit Samtpfoten

Die Bilder täuschen, zum Beispiel das von Helmut Schmidt und Gerhard Schröder. Mit dem gestellten Doppelporträt, geschossen beim Kandidaten-Phototermin in im Kanzleramt – pro Minute ein Kameraklick – wirbt der niedersächsische Abgeordneten-Kandidat in seinem Wahlkreis 38, Hannover-Land.

Ein Dialog mit den Aussteigern

Am vergangenen Donnerstag fand im Kölner Kolping-Haus eine bemerkenswerte Diskussion statt: Etablierte und Ausgestiegene wagten den Versuch eines Dialogs.

Fernseh-Kritik: Roter Preuße

Ein Mann in seinem Widerspruch? Ernst Heinitz: ein religiöser Sozialist von vorgestern, der, wegen der seiner Ansicht nach verhängnisvollen sozialdemokratischen Hochschulpolitik, die Partei verläßt und sich einer Gruppe konservativer Professoren anschließt – wie geht das zusammen? Hüben der Antifaschist, Emigrant, Widerstandskämpfer und drüben – ja, was eigentlich? Hüben der Anwalt einer entschiedenen Reformjustiz und Widersacher aller furchtbaren, rechtsblinden, gewissensfernen Juristen und drüben – wiederum nichts.

Im Zweifel gegen den Angeklagten

Der Fernseh-Projektor hat mich schon im Eingang erfaßt. Der Wachtmeister tastet mich im Vorraum nach Waffen ab. Dann werde ich in das eiserne Treppenhaus geführt.

Der Ausbruch

Hätten die Berliner Justizbehörden den Zugang zur Untersuchungshaftanstalt Moabit durch ein Pentagramm gesichert, jenes magische Fünfeck, mit dem mittelalterliche Bürger den Teufel von ihrer Schwelle fernhielten – den beiden Terroristinnen, die am letzten Wochenende Till Meyer aus der Zelle holten, wäre ihre Befreiungsaktion kaum leichter gefallen.

Unser lieber Schupo

In einer kleinen Pension nahe dem Steinplatz nimmt die Besitzerin beide Hände des Berliner Polizei-Kommissars Hans-Dieter Käppel, drückt sie fest und sagt: „Schön, daß wir Sie haben, Herr Käppel.

Anwalt als Watschenmann

Es ist nicht abzusehen, welche Verheerungen in Denken und Sprache die Auseinandersetzung mit dem Terrorismus bei uns noch anrichten wird.

„...hat es uns Spaß gemacht“

Eine quälende Fröhlichkeit auf der Anklagebank – Wird aus Moabit doch noch ein Stammheim Von Hans Schueler

Lage der Nation

Was wirklich geschehen ist im deutschen Herbst des Jahres 1977, in sieben Wochen voller Gewalt, Haß, Hysterie, Furcht, Ratlosigkeit und Trauer, zwischen den vier Morden von Köln und den drei Selbstmorden von Stammheim, läßt sich längst noch nicht sagen.

Terrorismus: Selbstkritik in der Moabiter Zelle

Schneller als sie, die von Deutschen eher „Repression“ erwartet, es zu hoffen wagte, erlaubte ihr der Berliner Justizsenator einen Besuch im Gefängnis Moabit; „das Herz in der Kehle“, so gesteht sie, betrat sie „jene Mauern, die einst Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg einschlössen“: Luciana Castellina, Kommunistin, 1969 aus der italienischen KP nach links ausgeschert, Abgeordnete der Democrazia Proletaria im römischen Parlament.

Leitfaden des Terrors: Ist die Rache programmiert?

Wir müssen jetzt wirklich mit dem Schlimmsten rechnen“ – so Generalbundesanwalt Rebmann nach der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer und dem Tod der drei Häftlinge in Stammheim.