: Hosni Mubarak

Nahost: Annäherung in behutsamen Schritten

Bei ihren ersten Verhandlungen nach Sadats Ermordung bemühten sich Israel und Ägypten um Eintracht. Doch schon bald drohen die Gegensätze wieder aufzubrechen: wenn es um die Autonomie für die Palästinenser geht.

Worte der Woche

„Wir werden den Friedensvertrag, die Rahmenabkommen von Camp David und unsere Beziehungen mit Israel nicht aufgeben, um uns damit die Wiederaufnahme der Beziehungen zu anderen arabischen Ländern zu erkaufen.

Friede auf Eis

Die Frage ist erlaubt: Sähe die Lage im Nahen Osten besser, weniger ernst aus als jetzt, wenn Anwar el-Sadat noch lebte? Hat erst sein Tod den Friedensprozeß zum Stillstand gebracht? Die Antwort: Längst hatten die Israelis zum Beispiel ihre Räumung des letzten, strategisch wichtigsten und von ihnen am stärksten besiedelten Stücks im Sinai von ägyptischen Zugeständnissen in den leidigen, langwierigen Autonomiegesprächen abhängig gemacht – nach der bockigen Devise „piece for peace“ (ein Stück Land für ein Stück Frieden).

Reaktion in Israel:: „Ermordet von Feinden des Friedens“

Seit dem Attentat auf Präsident John F. Kennedy vor 18 Jahren herrschte keine solche Aufregung, und seit dem Tode von David Ben Gurion kam keine solche Trauer über Israel wie nach den Meldungen, daß der ehemalige Feind und jetzige Freund Anwar el-Sadat einem Attentat zum Opfer gefallen war.