: Jean Anouilh

Fernseh-Kritik: Pustekuchen

Dicksein allein“, sagt in einem Stück von Jean Anouilh der Regisseur zum Bajazzo, ‚ist noch nicht abendfüllend. Man muß die Leute spüren lassen, daß Dicksein etwas Komisches ist.

Anouilh oder Der romantische Traum

Jean Anouilh – das war der letzte Glanz einer Epoche. Ruhm, Beifall und wirkliche Liebe sind dem schmalen, melancholischen Mann mit der Nickelbrille dreißig Jahre lang aus den Zuschauerräumen Europas üppig entgegengetragen worden.

Doppelter Desch

Seit Ende Februar gibt es auf dem deutschen Buchmarkt zwei Bücher des französischen Erfolgsautors Frederick Leboyer. Das eine, hierzulande erstmals 1974 erschienen, heißt „Der sanfte Weg ins Leben“ und kommt aus dem Verlag Kurt Desch in München.

Er hat alles lächerlich gemacht

ObWohl sein Name und sein Werk weithin bekannt sind, weiß man aus seinem Leben nur sehr wenige gesicherte Einzelheiten. Zwar gibt es da viele Anekdoten, es gibt Haßtiraden seiner Gegner, Lobreime seiner Freunde, nur von ihm selbst ist erstaunlicherweise nichts erhalten: kein Tagebuch, kein einziger Brief.

Schwarzfront, vierfarbig

Das erste Ereignis der Pariser Saison ist weder ein Buch, ein Film, noch eine Ausstellung oder eine Theateraufführung, sondern das Erscheinen des neuen „Figaro-Magazins“ im Oktober, das sich als Sprachrohr und Sammelbecken des „Neuen Denkens“ versteht.

Ab nach Kassel!

Lebenswille und Wiederaufbau – Phantasie bei der Bürgerinitiative Der Herkules hat Schönheitsfehler / Impressionen von René Drommert

KRITIK IN KÜRZE

„Französische Literatur der Gegenwart in Einzeldarstellungen“, herausgegeben von Wolf-Dieter Lange. In jüngster Zeit mehren sich wissenschaftliche Sammeldarstellungen.

Absurdes Theater in Spandau

Der Lenin-Friedenspreisträger Martin Niemöller, der im Frühjahr bei einem Besuch in der Sowjetunion seine russischen Bekanntschaften auffrischte, hat Anfang Oktober einen Appell unterzeichnet, dessen unausgesprochener Zweck es ist, bei den Mächtigen im Kreml „menschliche Empfindungen“ aufzurühren: Die Sowjets sollen endlich dem letzten deutschen Kriegsgefangenen der Alliierten, Hitlers „Stellvertreter“ Rudolf Heß, die Freiheit schenken.

Fernsehen:: Die Eleganz der Parabel

Huis clos in Dur: Jean Anouilh verwandelte das Toten reich Sartres in ein sozialistisches Museum, drapierte die Hölle mit zierlichen Möbeln und ersetzte die Hades-Türen durch eine Reihe von Kordeln, die, wie es in Museen üblich ist, das ausgestellte Schaustück vor dem Zugriff der Neugierigen schützen.

„Der Gaullismus – eine Krankheit...“

Der Gaullismus ist eine grauenhafte Krankheit. Er macht aus einem der begabtesten Schriftsteller seiner Generation einen Narren, für den ein gefallener de Gaulle ohne jeden Zweifel unter der Steinplatte des Arc de Triomphe liegt und für den die Geschichte unseres Landes nur dann Geschichte ist, wenn de Gaulle sie macht.

Fernsehen: Dazugedichtet

Noch vor ein paar Tagen bildete ich mir ein, Jean Anouilhs Antigone Zeile für Zeile zu kennen. Erst seit dem 5. September weiß ich, daß diese Ansicht trügerisch, meine Kennerschaft nur vermeintlich war.

Unser Kritiker sah:: COLOMBE

In München, wo dieses Wandertheater zu Hause ist, begann es. In Salzburg wird die Gastspielreise enden. In Nord und Süd spielte man hier einen Abend, dort drei Tage, in Stuttgart eine Woche lang.

Die Seitensprünge der Rumänen

Lautloser als irgendwo sonst im Ostblock tastet sich das kommunistische Regime in Rumänien auf einen eigenen Weg. Weder in Bukarest noch in den diplomatischen Vertretungen Rumäniens im Ausland lassen sich die Funktionäre gern darauf ansprechen.

Unser Kritiker sah:: VICTOR

Im Gefolge der Francomanie der beiden führenden Münchner Schauspielbühnen drohen falsche Maßstäbe. Es wird Mode in Deutschland, französische Stücke durch französische Regisseure auch dann inszenieren zu lassen, wenn diese des Deutschen nicht mächtig sind.

Theater

Die Eröffnungspremiere war von Leopold Lindtberg inszeniert worden. Goethes Drama von der verwandelnden Kraft der Wahrheit paßte in die Stiftsruine, aber die Dramaturgie des Akte-Stücks wurde nicht mit dem monumentalen Raum verschmolzen.

Theater

Zum Opernhelden erkoren wurde Haseks defaitistischer Querulant von dem Amerikaner Robert Kurka. Der Komponist, tschechischer Abstammung, ist nur 36 Jahre alt geworden, 1957 gestorben.