: Jean Gabin

"Harms": Endlich Gangster!

Wie sich Heiner Lauterbach in einem Film über harte Männer mit weichen Herzen neu erfindet: "Harms" von Nikolai Müllerschön.

Hörbücher: Wörter verfinstern nur

Ein Ereignis: Eine bisher als Text nicht veröffentlichte Erzählung des 1989 gestorbenen Thomas Bernhard, Der Hutmacher, ist hier zu hören im Mitschnitt einer Lesung des Autors aus dem Jahr 1968, zusammen mit einem der wenigen Interviews Bernhards (mit Wolfgang Pehnt). Eine für den österreichischen Erzähler bezeichnende Geschichte: Ein alter Handwerker wird von den Verwandten, Vertretern der unmenschlichen Gesellschaft, aus dem Leben gedrängt, erst aus der Wohnung zu ebener Erde, dann ins erste, ins zweite Geschoss, hinauf ins Dunkel unterm Dach. Von dort springt er in den Tod.

Eine deutsche Unschuld

Heinz Rühmann und unsere Kultur der Selbst-Rühmannisierung: Zum 100. Geburtstag des Schauspielers, der sich erlaubte, Kind zu bleiben

Stubenhocker

Gespräch mit Botho Strauß: "Am Rand. Wo sonst", ZEIT Nr. 23

Harry Rowohlt: Pooh’s Corner

Wenn das fast gleichnamige Buch noch eine 4. Auflage erleben sollte, die dann bei Zweitausendeins verramscht wird, und keiner will sie, lese man den Untertitel: Meinungen eines Bären von sehr geringem Versand.

Zum Tode von Arletty: Enigma

Seit 1931 konnte man sie im Kino sehen, die mondäne, elegante Dame, die sich nur Arletty nannte: komödiantisch zunächst in „Un chien qui rapporte“ von J.

Hat er, hat er nicht? Egal, Frankreich steht zu seinem Depardieu: Gangster oder Schauspieler

Hat Gérard Depardieu nun, oder hat er nicht? War Frankreichs Leinwandliebling bloß dabei, oder hat er als Neunjähriger mitgemacht, als sein großer Kumpel Jacky einer Brünetten am Busstop Gewalt antat; oder hat er es im nachhinein als Dreißigjähriger, nach kräftig begossenem déjeuner und in aller Zweideutigkeit, nur zusammengeflunkert? 1978 war das, als er einer amerikanischen Filmzeitschrift erzählte, wie es „zu meiner ersten Vergewaltigung“ kam.

Nach dieser Nacht

uai des brumes – Hafen im Nebel“ heißt ein berühmter französischer Film mit Jean Gabin und Michèle Morgan aus dem Jahr 1938.

Filme

Der Kinematograph ist eine vielseitige Maschine. Mancher braucht ihn als Waffe, als Folterbank oder als Kühlaggregat. Claude Lelouch benutzt ihn wie eine Küchenmaschine: Mal rührt er damit klebrige Saucen, mal lockere Süßspeisen.

Gelingt immer und klebt nicht!

Die Übereinstimmung der Lippen mit den Wörtern in Film und Fernsehen: Vom Segen und Fluch der Synchronisation

Bretagne außerhalb der Saison: Geisterhafte Ruhe

Die Obstkiste brennt einfach nicht richtig. Monsieur Delanoés Gesicht, das durch die welligen schwarzen Haare und seinen genauso schwarzen Moustache ohnehin schon etwas düster wirkt, verfinstert sich noch mehr.

Fernseh- Vorschau: Verwässert

Victor Hugos Roman „Die Elenden“ ist eines der spannendsten Bücher, die je geschrieben wurden, ein einzigartiger Roman in dem an einzigartigen Romanen nicht gerade armen 19.

Kuchen satt in Versailles

Um nach Versailles zu finden, braucht man eigentlich keinen besonderen Tip. Doch viele streichen Frankreichs Prunkschloß und seine nette Stadt sogar gleich ganz von der Reiseliste – aus Furcht, dem millionenstarken Besucherstrom zu begegnen.

Fernseh-Vorschau: Die alte Partisanin

In Frankreichs Kino ist sie ein Monument, wie einst nur Jean Gabin. Sie ist eine große Schauspielerin. Aber sie ist auch ein Genre, was nichts gegen ihr Talent, aber alles über ihre unvergleichliche Wirkung sagt.

Fernseh- Vorschau: Simenon mit Seele

Teresa und ich hatten die Gewohnheit, einen Weg hinabzugehen, an dessen Rand Haselnußsträucher standen. Teresa liebte es, die Nüsse zu standen.

„Die letzte Metro“ von François Truffaut: Liebes-Geschichten

Gleich am Anfang erfährt man, warum der Film so heißt, wie er heißt: zu Dokumentaraufnahmen aus einer Metro-Station erklärt ein Kommentator im Off, wie es damals, 1942, war; wie die Menschen im besetzten Paris die letzte Metro erreichen mußten, um vor der Ausgangssperre wieder zu Hause zu sein; und daß sie die letzte Metro erreichen mußten, weil sie sich das Besatzungs- und Kriegsgefühl im Theater und im Kino vertreiben ließen.