: Joachim Kaiser

Ein kritischer Querschnitt

Die Provokation ist Günter Graß voll und ganz gelungen: Selten las man ein so langweiliges Buch. Die „unerhörte Begebenheit“.

Knalleffekte in Todesnähe

Erich Maria Remarque – von „Im Westen nichts Neues“ zu „Der Himmel kennt keine Günstlinge

Zeitmosaik

Vom Bücherstand der französischen Ausstellung im Moskauer Sokolniki-Park mußten entfernt. werden: Werke der einstigen Kommunisten Malraux („La Condition humaine“ und „Les Confessions“) und Sartre („Critique de la raison dialectique“); Camus’ „L’homme révolté“; des Katholiken Bernanos „Chemin de la croix des âmes“ und „Français, si vous saviez“; Thierrys Maulniers „La Revolution de Paris“; Raymond Cartiers „Les cinquante Arnériques“ und „Les treize Europes“; Tibor Mendes „La Chine et son ombre“; außerdem Literaturgeschichten und Bücher über Armenien.

Theater

Die umstrittenste Festspielaufführung ist die Neuinszenierung des „Faust“ durch Leopold Lindtberg. Schwierig war das Unternehmen durch äußere Begebenheiten: Erstmals wurde das Neue Festspielhaus für ein Sprechstück verwendet; überdies galt es, die außerordentliche Bühnenbreite dekorativ zu gliedern.

Funk

In der Reihe „Große Interpreten“ sendete der Bayerische Rundfunk Gerhart Hauptmanns Drama „Michael Kramer“, für den Funk bearbeitet von Heinz-Günter Stamm, mit Paul Bildt in der Titelrolle, Martin Benrath als Arnold, Inge Langen als Michaline.

Hermann Kesten:: Persönlich, witzig, erbarmungslos

Aus Leidenschaft für Bücher und Menschen, aus lauter Liebe zur Literatur wird man ein Buchkritiker und soll, berauscht von den Worten anderer, „nüchtern sachlich“ sich und alle wütende Sympathie oder allen Haß aufs Mittelmäßige und Schlechte vergessen, kalt und wie eine Kritikmaschine ein Kunstwerk sezieren? Ein Buch ist eine kleine Welt – oder eine taube Nuß.

Wozu Kritik?

Solche Fragen waren es, die uns veranlaßten, in tollkühner Simplifizierung drei Möglichkeiten der Literaturkritik zu statuieren – 1.

Fernseh-Boykott

In Frankfurt haben am 19. November 21 deutsche Schriftsteller und Dichter eine Erklärung unterzeichnet, nach der sie jede Mitarbeit am Programm des „Deutschland-Fernsehen“ verweigern.

Was erwarten Sie von der Buchsaison 1960?

Diese Frage beantworten dreizehn führende Buchkritiker: Günter Blöcker, Willy Haas, Hans Hennecke, Walter Jens, Joachim Kaiser, Hans Mayer, Siegfried Melchinger, Marcel Reich-Ranicki, Friedrich Sieburg, Wolf Jobst Siedler, Karl Silex, Ernst Stein und Gody Suter.

Frankfurter Opern mit Marianne

Müssen griechische Soldaten unbedingt zuckrig weiße Helme tragen, die aussehen, als hätte ein Konditor sie gebacken?“ fragte Marianne, die Opernfreundin, anläßlich der Neuinszenierung von Glucks „Iphigenie in Aulis“.