: Joseph Haydn

Der Experimentator

Eine spektakuläre Gesamteinspielung aller Streichquartette entdeckt Joseph Haydn neu

M U S I K: Der Nachdenker

Ein Besuch bei Alfred Brendel, dem letzten Großpianisten des 20. Jahrhunderts, der am 5. Januar seinen 70. Geburtstag feiert.

Alfred Brendel: Der Nachdenker

Ein Besuch bei Alfred Brendel, dem letzten Großpianisten des 20. Jahrhunderts, der am 5. Januar seinen 70. Geburtstag feiert

Neue Musik - was sonst!

Wenn ein Komponist Streichquartette komponiert, dann kann man ihn mit einem Schachspieler vergleichen, der ein Endspiel zu bewältigen hat: Von den ursprünglich 32 Figuren sind nur noch ganz wenige auf dem Brett.

Zeit zum Hören

Für den Rezensenten der (zwei Jahre zuvor gegründeten) Leipziger Allgemeinen musikalischen Zeitung gab es am 2. April des Jahres 1800 in Wien „wahrlich die interessanteste Akademie seit langer Zeit“.

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Nackte Überlebensangst hatte den 1770 in Prag geborenen Antonin Rejcha (so die tschechische Schreibweise) als Halbwaisen nach Schwaben verschlagen.

Musik aus der Bibliothek: Neue Stücke von Haydn, Beethoven, Fanny Hensel: Bekannt, aber verschollen

Man hätte eine Stecknadel fallen hören – so still war es in der mit viel Prominenz besetzten Bonner Beethovenhalle, als der Pianist David Levine eine bislang verschollene Komposition des jungen Beethoven, das rokokohaft graziöse „Andante per il clavicembalo“ uraufführte: fünfunddreißig Takte (nicht nur fünfundzwanzig – wie das Programmheft mitteilte) aus der Bonner Zeit.

Der Dirigent Ernest Bour feiert seinen 75. Geburtstag: Wie in Abrahams Schoß

Sie werden in diesen Tagen fünfundsiebzig, und doch scheinen Sie einer der jüngsten Dirigenten zu sein, die heute arbeiten. Dirigieren ist weitgehend eine Sache der Erfahrung, und es ist schön, daß unsere so auf das Junge fixierte Öffentlichkeit wenigstens in diesem Beruf die großen Alten gebührend feiert.

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„Le Mann“, „Le Midi“, „Le Soir“ – die ersten Kompositionen, gleich nach der Bestallung am Fürstenhaus Esterhazy in Angriff genommen und wohl noch im gleichen Jahr (1761) in dessen Wiener Residenz uraufgeführt: eine „Visitenkarte“ sozusagen, die dem Arbeitgeber wie den Musikerkollegen der Hofkapelle imponieren sollte.

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Nichts geschieht bei Nikolaus Harnoncourt musikalisch unbedacht. Seine Mission verschreibt sich ungewohnten Zielsetzungen, auch wenn er nach den aufsehenerregenden Mozart-Editionen nun das mit Fußangeln überhäufte Feld der Haydn-Symphonien zu beackern beginnt.

Schallplatten

Nachdenkliche Hörer fordert Nikolaus Harnoncourt am meisten heraus, auch bei diesem brillanten Live-Mitschnitt aus dem Wiener Konzerthaus (vom vergangenen Frühjahr), in dem er freilich das eigentliche Überraschungsmoment bis zum Ende des Werkes aufspart: Wohl im Bewußtsein, daß der vom Komponisten in der noch ungetrübten Naturbetrachtung des 18.