: Julius Streicher

Bayern: Streit um Treitschke

Die rund 200 Anwohner der Treitschkestraße im Nürnberger Nordosten verstehen die Welt nicht mehr. Ihre Straße mit den blitzblank gefegten Garageneinfahrten, den akkurat gestutzten Hecken in den Vorgärten und den schmucken Zweifamilienhäusern soll einen anderen Namen bekommen.

Landschaft in Braun

Der Maler Hermann Gradl, des Führers Freund, ist der Stolz seiner Heimatstadt

Mit Geschrei und Gewalt

Was eigentlich könnte jemand zur Kenntnis beitragen, die wir bislang nicht schon über Organisation, Geschichte und Entwicklung der NSDAP besitzen; gäbe es Neues oder gar Sensationelles zu berichten? Muß Geschichte des Nationalsozialismus neu gedacht werden, wie der stern fatal meinte, als er sich den gefälschten Hitler-Tagebüchern auslieferte? Geschichte verläuft in gemächlicheren Bahnen, das Spektakuläre sind eher Jahrzehnt-Ereignisse, sie finden nicht stündlich statt.

Deutsche Geschichte 1932-1950: Gut Lehfelde

Der polnische Staatsangehörige Dr. Dietrich Lehfeldt, Jurist und Landwirt, 29 Jahre alt, heiratete am 12. Januar 1932 die neunzehnjährige deutsche Staatsangehörige Walburg von Schönberg.

Architektur: Dribblings um ein Denkmal

Nürnberg hat Probleme mit der Art seiner Prominenz. Die Stadt von Dürer, Stoß und Henlein ist zugleich die Stadt der Nazi-Rassengesetze, der Reichsparteitage, der Kriegsverbrecherprozesse.

Adolf vom Flohmarkt

Bundesjustizminister Jürgen Schmude hat dem Plan seines Amtsvorgängers Vogel abgeschworen, die Verbreitung. von „echten“ – aus der Hitlerzeit stammenden – NS-Schriften bei Strafe zu verbieten.

Die Sprache der Mörder

Wenn Worte töten können – im Stürmer des „Frankenführers“ Julius Streicher geschah es, Woche für Woche: mit erfundenen Geschichten über sogenannte Ritualmorde, mit ausgedachten Berichten über Schändungen, mit halluzinatorischen Ergüssen über Blutreinheit, mit denunziatorischen Fingerzeigen auf „undeutsche“ Abweichler.

Hinrichtungen vor Kriegsende?

In meinem Leben mußte ich drei Hinrichtungsprotokolle lesen; davon zwei schon in der Ausbildung als Referendar bei der Staatsanwaltschaft in Altona.

Jesu gelassene Sympathisanten

Eine heitere, eine sehr traurig stimmende Sendung: heiter, weil freundlich und vernünftig, human und leise argumentiert wurde; traurig, weil man einen Ton anschlug, der im Fernsehen beinahe verstummt ist.

Der Nürnberger Prozeß: Rache aus Recht

Alles noch einmal: Wie Göring prahlte („Die Suppenhühner“ – gemeint waren die Zeugen der Anklage – „dürfen noch einmal gackern, den Amerikanern ein Ei legen, und dann kommen auch sie in den großen Topf“); was Hans Frank, Mordchef im „Generalgouvernement“, und Generaloberst Alfred Jodl lasen (Franz Werfel der eine, der andere Wilhelm Raabe); wie Streicher zur Hinrichtung geführt wurde (in Unterhosen und „Heil Hitler“ schreiend); was Kaltenbrunner unter dem Galgen rief („Deutschland, Glück auf!“) und Seiß-Inquart („Mit unserer Haltung helfen wir, die Zukunft unseres Volkes wiederaufzubauen.

Schelte für Rudi

Den wortgewaltigen Frankfurter Oberbürgermeister Rudi Arndt zum Schweigen zu bringen, ist beinahe unmöglich. Doch jetzt haben es die Richter der V.

Wolfgang Ebert: Tips für Kandidaten

1. Betonen Sie bei jeder Gelegenheit, daß Sie für einen harten, aber fairen Wahlkampf sind – im Gegensatz zu Ihrem Gegner, der vor keiner Diffamierung und Verleumdung zurückschreckt.

Harpprechts Text:: Unter der Gürtellinie

Wir haben das häßlichste Buch des Jahres anzuzeigen. Es ist zwar in Silberfolie gebunden, reich illustriert und vom Verlag mit einem Verpflichtungsschein versehen, der dem Bezieher die Versicherung abfordert, er habe das 21.

J.M-M: Hirngespinste

Wenn kürzlich Ben Nathan, der Botschafter Israels in der Bundesrepublik sich einer entfesselten Meute von Schreiern und Schlägern gegenübersah, dann ist es Zeit, auch die Hirngespinste von Orleans zu erwähnen.

Redakteur mußte gehen

Die Heidelberger „Rhein-Neckar-Zeitung“ hat sich von ihrem stellvertretenden Chefredakteur und Feuilletonchef Emil Belzner getrennt.

Julius Streichers Bewunderer

Der Einfluß und das wissenschaftliche Prestige Carl Schmitts, des früheren Berliner Staatsrechtlehrers, ist eine der merkwürdigsten Hinterlassenschaften der Weimarer Republik und des Dritten Reiches.

Antisemitismus als Jux

Was ist eine Parodie? Ein literarischer Spaß – möglicherweise auch ein musikalischer, ein malerischer, ein theatralischer. Substanz der Parodie ist der Zweifel.

Sein Kampf wird nicht geführt

Es war ein nationales Trauma, dem ich mich gegenüberfand, als ich in fünfzehn Antiquariaten in einem halben Dutzend deutscher Städte nach einem Exemplar von „Mein Kampf“ fragte.