: Kammermusik

ZEIT ZUM HÖREN

Der Musikmarkt hat, wie man weiß, einen großen Magen – doch dann und wann wohl auch ein belegtes Ohr, so daß man staunt, warum wir jetzt erst mit dem Spanier Joaquin Turina (1882 bis 1949) überrascht werden, mit diesen drei zauberhaften Kammermusiken: Serenata op.

Zeit zum Hören

Ein Mann, eine Gitarre, kein Mikrophon. Er hat auch in den größten Konzertsälen der Welt ohne Verstärker gespielt; unplugged würde man das heute nennen, den Mann nannte man damals „einen musikalischen Globetrotter“.

Wer kümmert sich um das Hanns-Eisler-Archiv?: Rettet ein seltenes Erbe!

Das wichtigste war für den Komponisten Hanns Eisler, die „Dummheit in der Musik zu bekämpfen“ – nur: Was ist (dort) Dummheit? „Wenn das menschliche Denken hinter seiner Zeit, hinter seiner gesellschaftlichen Entwicklung zurückgeblieben ist“, zum Beispiel.

Zeitmosaik

Auch zu Beginn des Abends hatte man Intensitäten fixiert. So in der Sonate für Viola und Klavier von Dmitri Schostakowitsch, die an diesem Abend in der Fassung für Violoncello und Klavier erklang.

Kammermusik: Ein Fest unter Freunden

Lady Sybil Cuffe, Witwe des früh gestorbenen, hochsensiblen und intelligenten amerikanischen Diplomaten Bayard Cutting, und ihre junge, aber schon sehr kunstsinnige Tochter Iris gehörten einer einzigartigen, fast esoterischen angloamerikanischen Kolonie in Florenz an.

Zeitlese

Wird es eine Wiedervereinigung geben oder nicht? Eine Frage, die derzeit alle Beatles-Fans umtreibt. Yoko Ono, mächtige Frau im Hintergrund und Witwe John Lennons, möchte einen Auftritt der Musiker nicht ausschließen.

VOR VIERZIG JAHREN: Hot Club 1950

Es ist selten in der Geschichte vorgekommen, daß ein Musikstil die Gemüter so erregte, wie dies dem Jazz seit rund dreißig Jahren mühelos gelingt.

Zeit zum Hören

Damals, vor 25 Jahren etwa, hatte Rolf Liebermann etwas Absonderliches probiert. Aufgefordert, zur Expo Lausanne eine Musik zu komponieren, dachte er an die Exponate und schrieb die Symphonie „Les Echanges“, eine Komposition für 156 rasselnde, klappernde und klingelnde Maschinen, darunter Registrierkassen, Schreibmaschinen und Hubstapler.

Schallplatten

Endlich: Disco Musik für Leute, die dieses Genre undifferenziert verabscheuen. Elf bekannte Hits und unbekannte Glanzstücke aus sechzehn Karrierejahren der Rhythm & Rock-Chanteuse haben New Yorker Discjockeys und Rap-Produzenten mit Technotricks wie Rhythmuszugaben zu ellenlangen Tanzstücken umgearbeitet.

Schallplatten

Das war eine gute Idee, nämlich den Kontrabaß aus dem Hintergrund nach vorn zu holen und ihn – nein, nicht die erste, aber die zweite Geige spielen zu lassen, gewissermaßen.

Schallplatten

Ein Dutzend Gesänge, und jeder hat etwas Beschwörendes an sich – durch eine gewisse melancholische Unerschütterlichkeit, eine Art versonnener Inbrunst, die sich mahnend oder fröhlich in den Liedern wie im Gesang dieses Sextetts schwarzer amerikanischer Frauen mitteilt.

Schallplatten

Der große Bandoneonist kehrt nicht zurück auf den Tanzboden, bleibt, sich treu, mit seinem Quintett (Klavier, Geige, Kontrabaß, Gitarre) auf dem Konzertpodium: reine Kammermusik, fein, aber nicht zu virtuos gespielt, die Kompositionen von lauernder, unruhiger Dramatik, die melancholischen Melodien durchsetzt von plötzlichen und vorbereiteten Synkopen.

Schallplatten

Es hat den Anschein, als komme sie voran: die späte Rehabilitation für jenen Musikdramatiker von Rang, über den Schönberg (1928) geäußert hatte, er teile mit ihm das Geschick, unversehens als „Romantiker“ in die Vergangenheit verstoßen zu werden, nachdem er gerade eben noch als „Neutöner“ und „Zukunftsmusiker“ beschimpft worden sei.

Die neue Schallplatte

„Topsy – This one’s for Basie.“ Es ist eigentlich nicht nur dieses eine, mindestens noch ein anderes Stück, das dem Count zugedacht ist, aber es ist auch kein Zufall, daß „Topsy“ zum Titel der ganzen Schallplatte geworden ist, der zweiten, die das Modern Jazz Quartett nach seiner „Wiedervereinigung“ 1981 aufgenommen hat, und die es denn auch mit einem „Reunion Blues“ von John Lewis, dem Pianisten des Quartetts, anfangen lassen.

Wir müssen Idealisten sein

Nach dem Konzert mit ihnen in ein ernsthaftes Gespräch zu kommen, dauert beinahe die ganze Zeit der Antipasti und des Bistecca con porcini.

Die neue Schallplatte

Man wird gleich in diesen eigenartigen, weiten, bis in die Textur des Synthesizer-Hintergrundes klaren Klang-Raum gezogen – ich kenne wenige Aufnahmen, in denen die Technik so erfinderisch ausgekostet wird und so identisch mit der musikalischen Idee ist wie auf dieser Schallplatte.

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