Köln

Indirektes Theater

Der „Nachholkursus“ des deutschen Theaters führt die moderne Literatur des Auslandes noch immer sehr unmethodisch heran. Nachdem wir den „Sprecher“ als Hauptperson des „indirekten Theaters“ zuerst bei Thornton Wilder (Our town) kennen lernten und inzwischen dank Anouilh und anderen Nachläufern verdaut haben, machte eine späte deutsche Erstaufführung in Wuppertal jetzt auch jenes Stück bekannt, dem Bilder – dem eigenen Zeugnis entsprechend – einen Epoche machenden (übrigens schon vielfach – auch in der Oper – vorgebildeten) technischen Einfall verdankte: „Tarquinius und Lutretia“ von André Obey.

Heimat für heimatlose Kinder

Vor kurzem wurde bei Köln ein Kinderdorf eingeweiht, das sich an das Muster des Schweizer „Pestalozzi-Dorfes“ Trogen anlehnt, in dem durch den Krieg elternlos gewordene Kinder aller europäischen Länder vereint sind.

Schmutzige Hände

Als vor einem Jahr im Berliner Hebbel-Theater Sartres „Fliegen“ in Fehlings denkwürdiger Inszenierung über die Bühne ging, war noch die Möglichkeit zu einem Meinungsaustrag gegeben „Les mains sales“ im Renaissance-Theater treffen heute auf keine Diskussionspartner mehr.

Steinkohle contra Braunkohle

Die gegenwärtige Stromkrise beruht auf dem Mangel an Kohle und Wasserkraft. Die Kapazität der westdeutschen Kraftwerke kann bei weitemnicht ausgenutzt werden, da von den insgesamt 6,1 Mill.

Gesamtplanung für das Braunkohlenrevier

Nach einer längeren ersten Aussprache im Kabinett von Nordrhein-Westfalen über den Gesetzentwurf betreffend die Gesamtplanung im Rheinischen Braunkohlengebiet wurde beschlossen, daß zunächst noch die beteiligten Ressorts der verschiedenen Ministerien gehört werden sollen, bevor der endgültige Entwurf vom Kabinett an den Landtag weitergeleitet wird.

Immer noch Parlamentarischer Rat

Am 4. Januar soll der Parlamentarische Rat seine Arbeit fortsetzen und sie möglichst schnell beenden. Voraussetzung dafür bleibt die Beseitigung der schweren akuten Krise, in die der Rat vor Weihnachten nach den von seinem Präsidenten erbetenen Besprechungen der siebenköpfigen Delegation mit den Militärgouverneuren in Frankfurt geraten ist.

Die leichten Herzens sind

Erfolg ist weit schwerer zu ertragen als Mißerfolg, und einen Mann, den man im Unglück nicht allein. lassen durfte, wird das Glück noch unselbständiger machen.

Der verkannte Schlager

Kleine Symptome sprechen oft deutlicher alsgrößere und gröbere. Sie sind bisweilen geeignet, grundsätzliche Erkenntnisse wie ein Blitzlicht aufleuchten zu lassen, durch die wir weiter kommen als durch jahrelange Erfahrungen, die nicht an das Wesentliche rühren.

Um die Geltung der Düsseldorfer Oper

Maßstäbe für den künstlerischen Neubau des deutschen Theaters aufzurichten, ist eine Hoffnung, die sich an wenige Persönlichkeiten knüpft Man kann sie fast an einer Hand aufzählen.

Neue Literatur über Musik

Während das Musikverlagswesen, also der Notendruck, bis auf wenige Ausnahmefälle noch völlig daniederliegt – was viel zu der bedauerlichen Benachteiligung der lebenden deutschen Komponisten beiträgt – hat die Musikliteratur, das Schrifttum über Musik in letzter Zeit bereits wieder einen bemerkenswerten Aufschwung genommen.

Such zu komen.: Notizen

Die ostasiatische Gesellschaft in Berlin wurde nach München verlegt und ist mit der Gesellschaft der Freunde asiatischer Kunst und Kultur München, vereint worden.

Das glückhafte Schiff

Win haben es in dieser Zeit beinahe verlernt,von Herzen „Dank“ schön“ zu sagen, aus falschem Stolz, Verlegenheit und manchmal, weil man es von uns erwartete.

Messe und Politik

In Köln haben die Veranstalter der Leipziger Messe mit westdeutschen Stellen über den Besuch der Frühjahrsmesse 1949 verhandelt.

Schweizer Malerei der Gegenwart

Der Krieg hat jenen selbstverständlichen Austausch von Werken der bildenden Kunst, wie er sich in normalen Friedenszeiten zwischen den Völkern Europas vollzog, gleich zu Beginn unterbrochen.

Brittens „Raub der Lucretia“

Benjamin Brittens zweite Oper „Der Raub der Lucretia“, die seit ihrer Uraufführung in Glyndebourne (Juli 1946) in vielen musikalischen Zentren der Welt gespielt wurde, erlebte in Köln ihre deutsche Erstaufführung.

Gesetz Nr.75

Das am Vorabend der Londoner Ruhr-Konferenz erlassene Gesetz Nr. 75 der Militärregierungen über die Umgestaltung der Kohlen- und Eisenwirtschaft in der Doppelzone hat hier, weil es recht einschneidende Maßnahmen verfügt, einige Überraschung, in Frankreich aber – erstaunlicherweise, da die Grundlinien der Neuregelung ja längst festlagen – offene Bestürzung hervorgerufen.

Kurs auf knappes Geld

Ein Generalstreik war es also nicht, letzten Freitag: nur ein Tag der Arbeitsruhe, die aber keineswegs total war. Eigentlich sollte ja dokumentiert werden: „Alle Räder stehen still.

Schweizerische Baukunst

Die schweizerische Architekturausstellung, die bereits in London, Kopenhagen, Stockholm, Warschau und Luxemburg große Aufmerksamkeit erregte, wird augenblicklich in Köln gezeigt.

„Faustkampf“ in Köln

Lustig, wie die Kölner nun mal sind, haben sie sich kürzlich über folgende Ereignisse amüsiert: Mit einem Anschlag begann – gottlob nur einem papiernen, im Zuschauerraum bei der Kölner „Urfaust“-Premiere.

Nobelpreisträger T.S. Eliot

Thomas Stearn Eliot, der jetzt den Nobelpreisfür Literatur erhalten hat, ist eigentlich kein Engländer – er wurde 1888 in St.

Notizen

Den diesjährigen Nobelpreis für Physik hat Professor Patrick Blackett von der Universität Manchester erhalten. Professor Blackett genießt Weltruf auf dem Gebiet der Atomphysik.

C. J.: Wahl durch Los?

Durch die Kreis- und Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen ist der eigenartige Zustand entstanden, daß die KPD zwar stark an Stimmen verloren hat, aber andererseits vielfach zum entscheidenden Faktor bei den Wahlen der Landräte, der Bürgermeister und Oberbürgermeister geworden ist, wenn sie mit der SPD zusammengeht.

Der Betriebswirtschaft hat das Wort

Professor Dr. Th. Beste, Lehrer der Betriebswirtschaft an der Universität Köln, hat uns auf unsere Bitte hin die folgenden Ausführungen über das Entflechtungsproblem in der Groß-Eisenindustrie zur Verfügung gestellt.

Die Stimme aus dem Äther

In allen Ländern hatten vor einigen JahrzehntenIngenieure Funktürme errichtet, und von den Gittermasten jagten die verschlüsselten Sprüche von Kontinent zu Kontinent.

Per Bahn nach Zürich

Mehrmals, wenigstens inoffiziell, angekündigt und offiziell erwartet – auf deutscher Seite nämlich –, nahm der Besuch des Administrators Hoffman in Frankfurt, als er am Montag nun doch zustande kam, einen von den Repräsentanten der deutschen Zentralstellen als wenig befriedigend empfundenen Verlauf.