: Konzert

Ein Schnelligkeitsrekord

Ich hatte nach Vlodorp eine Droschke nehmen müssen. Es war 6die einzige Möglichkeit, um noch rechtzeitig dorthin zu gelangen und – was wichtiger war – rechtzeitig wieder fortzukommen, denn am nächsten Morgen sollte ich für mein erstes großes Auftreten als Pianist eine Probe mit dem Philharmonischen Orchester haben.

„Denen, die wir lieben“

Paul Hindemith nahm am Sonntagvormittag in der Musikhalle den Bach-Preis entgegen, der ihm im vorigen Jahre verliehen wurde und, wie Hamburgs Kultursenator Landahl sagte, alle drei Jahre einen deutschen Komponisten ehren, soll, der würdig ist, in Verbindung mit dem Namen des Thomaskantors genannt zu werden.

Maß für Maß

Die Existenz des Berliner Philharmonischen Orchesters, seit dem Kriege stets mehr oder weniger bedrohlich in Frage gestellt, scheint nunmehr endlich durch einen wesentlichen Sicherheitsfaktor gestützt zu sein.

Notizen

Bei der 200-Jahr-Feier der Göttinger Akademie der Wissenschaften sprach Bundespräsident Heuss im Namen der Bundesrepublik, der Atomforscher Niels Bohr für die ausländischen, Professor Heinrich Ficker für die österreichischen Universitäten.

Triumph des Authentischen

Daß man im neuen Sendesaal des Kölner Rundfunks einen Zyklus von vier öffentlichen Sinfoniekonzerten, die ausschließlich moderner Musik gewidmet sind, mit einem Strawinskij-Abend unter der Leitung des Komponisten feierlich intonierte, war, weiß Gott, nicht als Konzession an irgendeinen Starrummel zu werten, Strawinskij ist kein „Star“ des Taktstockes.

Notizen

Der japanische. Film „Rasho-mon“ wurde auf der 12. Film-Biennale in Venedig mit dem ersten Preis für den besten Film ausgezeichnet.

Auf einer Platte

Auf der 3. Fachmesse für Musikinstrumente und Musikalien in Düsseldorf stellte die „Deutsche Grammophon-Gesellschaft m. b. H.

Brücke zwischen Nord und Süd

Stuttgart, die sonst vor allem im Wirtschaftlichen unternehmungslustige Stadt im deutschen Süden, wagte sich nach der Schweizer Woche von 1949 und der französischen des Vorjahres nun auch an eine „Dänische Woche“.

Just scheut sich nicht

Wenn auch die Gerüchte nicht stimmen, denen zufolge das Niveau der bisherigen Funklotterie des NWDR so gehalten gewesen wäre, daß sogar die Mantelpaviane von Hagenbeck richtige Lösungen einsandten, so gibt der neue Start am 1.

Im Rausch der Verzweiflung

Der Ton, der aus Hans Falladas nachgelassenem Roman „Der Trinker“ aufklingt (Rowohlt, Hamburg, 312 S., Leinen DM 9,–), ist eine Stimme mehr im Konzert der Verzweiflung, welches die Welt heute – auch außerhalb der Politik – erfüllt.

Funkoper und Ballettkomödie

sein. Sie nehmen der Oper das, worauf Wort und Musik bezogen sind: die dramatische Gebärde. Erst dann, wenn eine Musik sich an eine undarstellbare – wenngleich in der Einbildungskraft des Hörers vorstellbare – Handlung knüpft, kann der Funk in die Rechte der Bühne eintreten.

Notizen

Die Bremer städtischen Theater werden einen künstlerischen Beirat erhalten, der den Intendanten bei der Auswahl der Stücke beraten soll.

Hamburgs neuer GMD

Nach langem Zögern hat man sich in Hamburg endlich entschlossen, die Geschicke des Philharmonischen Staatsorchesters wieder in eine verantwortlich Hand zu geben.

Dissonanzen...

Die Hamburger Musikhalle gehört zu den wohlerhaltenen und daher doppelt repräsentativen Gebäuden der Hansestadt. Sie wurde 1945 sogleich von der Besatzungsmacht für die Zwecke des englischen Soldatensenders in Beschlag genommen, so daß seither das Philharmonische Orchester mit seinen regelmäßigen Konzerten in dem einzig und allein dafür geeigneten Hause die Rolle eines freundlich geduldeten Gastes zu spielen hat.

„Verlängerte“ Schallplatten

Die erste deutsche Nachkriegs-Funkausstellung überrascht nicht nur mit den Neukonstruktionen der westdeutschen Radio-Industrie, auch die Schallplatten-Industrie nimmt diese Ausstellung zum Anlaß, eine besondere Neuheit zu starten.

Es liegt am Zeilenhonorar...

Der Salzburger Sender hatte einige an den Festspielen beteiligte bekannte Musiker zu einem Nachtgespräch über die Problematik des Hörens und Verstehens neuer Musik eingeladen.

Außenhandel im Rucksack

Österreichische Banken kaufen DM-Noten zu 4,97 Schilling ohne viel zu fragen. Sie verkaufen zu 6,01 Schilling, doch nur gegen Nationalbankbewilligung; also halbe Freizügigkeit, also neue Möglichkeiten für den Schwarzmarkt.

Der Aufstand der Mittelmäßigen

Eines hat die Rundfunk-Atmosphäre seit jeher mit der Theaterluft gemein: sie ist vorzüglich geeignet fürs Intrigieren. Eines hat Dr.

Singender Kontrabaß

In das Schmunzeln, mit dem man hier dieeuropäische Erstaufführung von Hindemiths neuestem Werk, der 1949 entstandenen dreisätzigen Sonate für Kontrabaß und Klavier, aus den Händen des Philharmonikers Otto Rühm und seines talentierten Sohnes Gerhard entgegennahm, mischte sich doch auch der Respekt vor der meisterhaften technischen Kenntnis, mit welcher der als Soloinstrument offenbar doch nicht ganz zu Recht oft belächelte Kontrabaß aus seiner Orchestereinsamkeit erlöst wird.

Konkurrenz ...

Das Hamburger Koncertleben ruht hinsichtlich seiner repräsentativen Bedeutung seit dem Kriege auf zwei Pfeilern: den beiden großen Serien der Sinfoniekonzerte der Philharmonie und des Rundfunks.

Nur für Wagnerianer

Die Frage: darf man Wagner spielen? schien einige Jahre aktuell. Sie ist heute überflüssig; der Autor des „Tristan“ wird nicht mehr für einen Inspirator braunen Unwesens gehalten.

Casals ehrt Bach

Seit dem Ende des spanischen Bürgerkrieges lebt Pablo Casals zweifellos der größte Cellist unserer Zeit, in der abgeschiedenen kleinen französischen Pyrenäenstadt Prades.

Kunstpflege auf kurze Sicht

Einige Monate vor Ablauf der Spielzeit schon hat Heinz Hilpert die Leitung des Konstanzer Stadttheaters zum Ende des Januars abgegeben.

Die Häupter, nicht die Glieder

Wenn das Programm des Nordwestdeutschen Rundfunks auch nur halb so interessant wäre wie seine Skandale, dann könnten die Hörer zufrieden sein.

Dirigenten-Wettkampf

In Hamburg, wo die Stelle des Generalmusikdirektors immer noch vakant ist, hat man, wie man hört, das Mittel jetzt gefunden, die Dirigentenfrage zu lösen: Joseph Keilberth und Fritz Rieger, die in den Konzerten dieses milden Winters offenbar am besten abschnitten, sollen in der kommenden Saison sich in die Leitung des Philharmonischen Orchesters teilen.