: Leszek Kolakowski

Zeitmosaik

Ryszard Krynicki, 1943 geboren, Mitglied des polnischen PEN-Clubs, Mitherausgeber der unzensierten literarischen Zeitschrift „Zapis“ in einem (von Karl Dedecius übersetzten) Aphorismus; aus dem Band Landkarte schwer gebügelt – Neue polnische Poesie, 1968 bis heute“, herausgegeben von Peter Raina; Oberbaumverlag, Berlin, 144 Seiten, 18 Mark.

Preußens Gloria, Deutschlands Elend

Der Zufall des Kalenders hat es so gefügt: Am 13. August jährt sich zum zwanzigsten Male der Tag des Mauerbaus, drei Tage später öffnet die Berliner Preußen-Ausstellung ihre Tore.

Sind alle Chancen schon vertan?

In Polens Partei wimmelt es plötzlich von „politischen Chamäleons“, das Land selbst wird überschwemmt von „antisowjetischen Terroristen“.

Ein Bürger, ein Radikaler

Also, lieber Göthe, noch ein Kapitelchen zum Schluße: und je cynischer je besser!“ – damit endet jener Brief Lessings vom 26.

Gefangene ihrer Freiheit

Unermüdlich rackert sich die Geiselindustrie nicht erst seit einer Woche ab: Grob geschätzt leben jetzt 5000 Menschen von der Existenz der 52 Amerikaner aus Teheran: Journalisten und Fernsehtechniker aus aller Welt (4000); Ärzte, Psychiater und Krankenschwestern (rund 350); Wachmannschaften in Wiesbaden (200); Beamte des amerikanischen auswärtigen Amtes und anderer Behörden (300).

Polen: Kollaps des Kommunismus

Konflikte zwischen der UdSSR und den mit ihr verbündeten sozialistischen Staaten sind konstitutionell bedingt. Als Hegemonialmacht hatte die Sowjetunion zunächst das Ziel verfolgt, die Länder ihres Imperium: soweit wie möglich nach ihrem Ebenbild umzugestalten.

Zeitmosaik

Der in Oxford lebende Theoretiker Leszek Kolakowski, religionsphilosophischer Widersacher von Hans Küng, wurde von dessen Vergleich des eigenen Schicksals,mit dem Andrej Sacharows zu einer klassischen Parodie animiert, die die Londoner Times publizierte: „Die Analogien sind in der Tat beeindruckend.

Von ZEIT-Mitarbeitern

„ZEIT-Gespräche“, von Fritz J. Raddatz. Dieser Band faßt Gespräche zusammen, die Fritz J. Raddatz im Laufe der letzten zwei Jahre (mit einer Ausnahme) in der ZEIT veröffentlichte.

Marx mit Markt

Tatarenmeldungen gleichen die jüngsten Rechenschaftsberichte der kommunistischen Parteichefs über die Wirtschaftslage in ihren Ländern.

Biennale in Venedig: Kongreß gebrannter Kinder

Ein düsteres Kino in Venedig, ein alter Spielfilm über den Slansky-Prozeß, jenes makabre Schautribunal, mit dem Stalin 1952 die Elite der tschechoslowakischen Kommunisten an den Galgen brachte.

Zeitmosaik

Eine gewisse Spannung zwischen der Position eines Intellektuellen und der eines Berufspolitikers erscheint mir unvermeidlich in dem Sinne, daß Intellektuelle Menschen sind, die möglichst von taktischen Angelegenheiten auch in ihrer politischen Aktivität frei bleiben wollen.

Zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: Aber der Mensch fehlt

Die vergesellschaftete Natur‘ ist keine Metapher. Für den (Marxschen) Menschen ist alles gesellschaftlich, seine natürlichen Funktionen, Verhaltensweisen und Eigenschaften haben den Kontakt mit ihrer tierischen Provenienz fast gänzlich verloren.

Marxismus ist das Opium des Volkes

L. K.: Der Marxismus, wie ich ihn heute sehe, ist als allumfassende Lehre unfruchtbar. Man kann ihn allenfalls als wichtigen Beitrag sehen, die vergangene Geschichte besser zu verstehen – aber in einem sehr vagen Sinne.

Helsinki war keine Falle

Kein Reaktionär und kein Radikaler, in niemandes Diensten denn im öffentlichen: Heinrich Böll erhebt hier seine Stimme in Verteidigung und Anklage, für die Unterzeichner der Charta 77.

Fälschungen

Am 25. März veröffentlichte die rechtsradikale Deutsche National-Zeitung unter der Überschrift „Vereint gegen das Unrecht“ einen Aufsatz, unter dem die Namen; Leszek Kolakowski und Adam Michnik standen.

Vor der kommunistischen Wirklichkeit: Wie tot ist Karl Marx?

Die Dissidenten des stalinistischen Kommunismus wurden leicht zu Renegaten. ... Das Renegatentum ist durchaus kein erfundener Begriff: Renegaten der revolutionären Bewegung sind jene Ex-Revolutionäre, die faktisch und nicht nur in der Auffassung ihrer ehemaligen Genossen zum Standpunkt der politischen Rechten übergegangen sind.

Lieben Sie Shmarb etwa nicht?

Schmallippig und streng blickt über hochgeknöpftem Mantel der Strukturalist Mstislav Bogdanovich die Leser des „Times Literary Supplement“ an – jenes Wochenblatts mit internationalem Oberblick, um das wir Kontinentale die Engländer beneiden.

Ausstellung in Mannheim: Leere Form

Sofern der Mensch sich nicht „als eines der Dinge“ beschreiben wolle, könne er sich „nur durch Negation“ des Dinglichen bestimmen, hat Leszek Kolakowski zur Frage der Identität bemerkt – seine Existenz sei folglich gekennzeichnet durch das Fehlen, „die Abwesenheit der Dinge“.

Zeitspiegel

In Polen soll die Verfassung von 1952 durch eine neue ersetzt werden. Wichtigste Änderung ist die Formel, wonach die kommunistische PVAP (Polnische Vereinigte Arbeiterpartei) die regierende Partei im Lande ist.