: Leszek Kolakowski

Zeitmosaik

Allerorten mauschelt, kungelt und buhlt die Kinoindustrie um Filmpreise oder -prämien, um die Ergebnisse dann als esoterisch, publikumsfremd und kinofeindlich abzutun – in diesem Sinn wird zur Zeit in der Fachpresse der Deutsche Filmpreis kommentiert.

Zeitmosaik

Weder der Hegelsche noch der marxistische Glaube an ein Happy-End des Geschichtsprozesses lassen sich in den Kantischen Kategorien errichten .

Kein Chaos trotz Chaoten

Wer an der Universität Bremen Professor werden will, darf dem „Bund Freiheit der Wissenschaft“ weder angehören noch mit ihm sympathisieren.

Rudolf Augstein:: Warum ich „Q“ nicht mag

Wenn einer ein Buch schriebe, in dem er sich um den Nachweis mühte, daß die Gepflogenheiten im Baugewerbe unsolide seien: würde man die Besprechung wohl den „Baulöwen“ oder den Geschäftsführern der großen Baufirmen überlassen? Ich glaube nicht.

Denker, kein Führer

Was bedeutet das Werk des polnischen Philosophen Kolakowski? – Eigenwillige und eigene Interpretation

Brückenschläge allgemein und wörtlich

Die Brücke: ein Gegenstand, ein Symbol, eine Metapher – selbst Ingenieure, deren Beruf gern mit dem Adjektiv „nüchtern“ assoziiert wird, holen sich, auch wenn sie sich mit Sachverstand nur der Sache zuwenden, Ausdruckshilfen aus den Sprachen der Poeten und der Philosophen.

ZEITMOSAIK

Die menschliche Gemeinschaft hat weder eine zoologische Garantie, noch kann sie mit Hilfe wissenschaftlicher Mittel gerechtfertigt werden.

Denken und Hoffen

Ich würde über die soziale Funktion der Philosophie sagen: Nicht zu vergessen, daß irgend etwas, was uns absolut, erscheint, von einem anderen Standpunkt aus relativiert werden kann; sich dem Glauben an eine vollkommene Synthese alles Seienden oder aller Werte zu widersetzen; nie die Hoffnung preiszugeben und nie das Denken durch die Hoffnung zu ersetzen.

Fernsehen als Ideologie

Nach fast zwanzig Jahren sind wir alle gute Fernseher geworden. Wir haben die Bildersprache des neuen Mediums erlernt. Längst organisieren wir die tägliche Bilderflut automatisch und unbewußt, haben wir gelernt, optisch zu folgern, Bild und Ton zu einem schlüssigen Gesamteindruck zu kombinieren, Zeichen und Signale zu deuten – haben wir uns häuslich eingerichtet in einem festen Regelsystem der Rezeption, das als genormte, unseren Vorlieben und Ansichten entsprechend selektive, im übrigen nahezu passive Reaktion funktioniert.

Philosoph, Politiker, Literat

Es fällt schwer, sich vorzustellen, daß Georg Lukács aufgehört hat, mit seinem hellwachen Intellekt ständig neu sich selbst und die zeitgenössische Welt in Frage zu stellen.

Denken ist besser als Hoffen

Rationalist“, „Dialektiker“, „Relativist“, „Skeptiker“, „Moralist“, „Humanist“, „Idealist“ – Herr Kolakowski, mit den unterschiedlichsten begrifflichen Schablonen versucht man Sie zu fassen und Ihre philosophischen, politischen, literarischen und religionskritischen Schriften einzuordnen.

Die Macht des Wortes

Heutzutage, da Stärke und Bedeutung eines Landes am Bruttosozialprodukt gemessen werden, an Kapitalintensität und Pro-Kopf-Einkommen, vergißt man leicht, daß die Macht des Wortes nicht weniger gewaltig sein kann.

Kolakowski kommt nicht nach Frankfurt

Leszek Kolakowski, dem die „Fachschaft des Philosophischen Seminars“ aus Frankfurt eine offene Mißtrauenserklärung nach Berkeley schickte, um seine Berufung auf den Adorno-Lehrstuhl für Philosophie zu verhindern, hat seinen jungen deutschen Kritikern geantwortet.

Diskussion über die Nachfolger Adornos: Was wird aus der Frankfurter Schule?

Zumindest ein Teil jener Studenten, die noch vor einem Jahr ihren Lehrer Theodor W. Adorno befehdeten, weil er sich von manchen Praktiken der neuen Linken distanzierte, scheint nun, nach Adornos Tod, größten Wert darauf zu legen, daß zum möglichen Nachfolger ein kompromißloser Anhänger der von Horkheimer und Adorno begründeten „Frankfurter Schule“ berufen wird.

Polens Paradoxe

Lieber Herr Ionesco, Sie halten sich für den König des absurden Theaters? Bei uns wären Sie nicht einmal Page, denn was Sie sich mit Mühe ausdenken, findet man bei uns auf der Straße!“ So witzelte – unangefochten – von Mai bis Dezember 1968, in einer der kritischsten Perioden polnischer Nachkriegsgeschichte, das Studentische Satirische Theater in Warschau.

Das Paradies im Verhör

Auf die scholastische Frage, was denn Gott getan habe, bevor er die Welt erschuf, hat Luther die sarkastische Antwort erteilt, Gott habe im Busch gesessen und Ruten geschnitten, um diejenigen zu züchtigen, die solche und ähnliche Fragen stellen.

Günter Grass:: Antwort an Pavel Kohout

in der letzten Ausgabe der ZEIT antworteten Sie auf meinen Offenen Brief an den Staatspräsidenten Novotny. Da der Anlaß unserer Briefe kein „nur“ privater ist, sondern das öffentliche Interesse sucht und findet, erlaube ich mir, Ihner.

Ein Sieg polnischer Studenten

Im Hörsaal der Historiker in der Warschauer Universität ist für hundert Studenten Platz. Am 21. Oktober 1966 aber schienen sich fast tausend hineingezwängt zu haben.