: Mississippi

Wir schliefen und die Freiheit verließ uns

Dies war der Traum: die Menschen waren nicht in dem Sinne in Gleichheit geboren, daß sie, schwarz-, weiß-, braun- oder gelbhäutig geboren, unwiderruflich für den Rest ihrer Tage dem Schicksal eben dieser ihrer jeweiligen Hautfarbe ausgeliefert blieben – ihre Gleichheit sollte vielmehr nicht ihr Verhängnis, sondern ein Segen für sie sein; ohne selbst auch nur die Hand erheben zu brauchen, sollten sie schlafend und geschützt im Schoß dieser Gleichberechtigung ruhen wie der Embryo im Schoß seiner Mutter; Freiheit in dem Sinne, daß allen in dieser Gleichheit die gleiche Chance gegeben war, eine Freiheit, in der diese Gleichheit durch die Tapferkeit und Arbeit des einzelnen und durch gemeinsame Verantwortlichkeit zu bewahren und zu verteidigen war.

Ich fürchte nichts als die Wüste

Ter Priester hat mich gefragt, ob ich meine Taten bereue. Ich habe „ja" gesagt, denn der Mann war ja ein Priester. Ich bereue nichts. Ich heiße Benjamin Baker, aus New Orleans, 29 Jahre alt, verheiratet mit Gladys Gwendolin Gubbit, keine Kinder.

Mit Humor

Wenn man das Bändchen gelesen hat, kann man es kaum mehr glauben, daß Mark Twain – zeitweilig Steuermann eines jener sagenhaften Raddampfer – immer nur den Mississippi hinauf- und hinuntergefahren sein soll.

Ein Afo, ein Vorbild und viele Abenteuer

Dem älteren Knaben, der zur Adventszeit vor den neudekorierten Bücherläden steht, kann es passieren, daß er ein Verlangen spürt, wieder mal ein Jugendbuch zu lesen: eingedenk der Stunden, in denen er mit heißen Wangen las und las, nur leicht gestört von Mutters Mahnungen: „Denk an die Schularbeiten, Jan“ oder „Zwirbele doch nicht immer so in deinem Haar“ oder ärger noch: „Bohr nicht in der Nase.

Funk für Anspruchsvolle: Ultrakurz-Verdienste

Prof. Dr. Werner Nestel, der Technische Direktor des NWDR, ist mit dem Großen Verdienstkreuz ausgezeichnet worden. Diese Ehrung trifft einen Mann, der die größten Erfolge beim Wiederaufbau der deutschen Funktechnik in der Nachkriegszeit für sich buchen darf.

Zu wenig in der Hand

Es fällt mir nicht ein, meine Karten aufzudecken. Meine Aufgabe ist nicht, mich selbst philosophisch auszubeuten“, erklärt Friedrich Dürrenmatt in seiner Komödie „Ein Engel kommt nach Babylon“, die an den Münchner Kammerspielen unter Hans Schweikart ihre Uraufführung erlebte.

Auf dem Grabe des Dramas

Wie man auch über die Qualität des heutigen Theaters denken mag, eines steht wohl fest: es gibt niemanden mehr, der, wenn er ehrlich ist, das Theater für wirklich wichtig hält und für mehr als eine Arabeske der modernen Zivilisation.

Beim contra Wilder

Gottfried Benn scheint im Auslande angesehener zu sein als in Deutschland, wo er lebt. Zudem ist die Publizität von Lyrik so exklusiv geworden, daß auch Benns „Neue Gedichte 1953“ ihre bedeutende Aussage kaum weitertragen werden als in jenen Kreis, der den Abenteuern dieses Denkers bisher schon folgte.

Rundfunkprogramm in Auslese

Vor wenigen Tagen hielt Radio Bremen seine halbjährliche Pressekonferenz ab: das Winterprogramm wurde vorgestellt. Man sprach über den Anteil der Musik, des Wortes (soweit es kulturell ist), des Hörspiels, ja, des Heimat- und Schulfunks.

Der Ahne und der Epigone

Inzwischen ist der Sinn für das, was O’Neill meinte, wacher geworden: für das untragische, heftig ironische Spiel, in dem die Schlechten und die Mittelmäßigen über die Guten und die Großen triumphieren – ein Gleichnis, das vom Zuschauer aufgearbeitet werden muß.

Schwarz und Weiß in USA

In Ocala (Florida) steht der neunzehnjährige Walter Lee Irvin vor Gericht, einer von vier Negern, die 1949 in dem seither berühmt gewordenen Groveland-Notzuchtprozeß zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt worden waren.

Oswald Garrison Villard

In Amerika gibt es noch immer den Typ der fighting publishers. Oswald Garrison Villard, dessen Todestag sich in diesen Tagen zum zweiten Male jährte, ohne daß Deutschland, für das er soviel getan hat, ihm bisher seine Dankesschuld abgestattet hätte, war einer der größten unter ihnen.

Zwischendurch:: Moses darf nicht

Der am 3. Januar zum ersten Male zusammengetretene 82. Kongreß versammelte sich in einem renovierten Kapital in Washington. Die Galerie des Plenarsaales war mit teuren Plaketten von 21 berühmten Gesetzgebern – darunter den beiden Amerikanern Georg Mason und Thomas Jefferson, Moses, Solon, Kaiser Justinian, den Päpsten Gregor IX.

Festlandsockel – umstritten

Aus der geographischen und geologischen Struktur der Küsten, von denen sich der sogenannte Festlandsockel oft meilenweit unter dem Wasserspiegel ins Meer hinaus erstreckt, entwickelte sich der Begriff der „Hoheitsgewässer“ der Küstenländer.

Expedition in die „Verlorene Welt“

Die UNESCO arbeitet augenblicklich an einem großen. Projekt: sie will Mittel bereitstellen zur Erforschung des bisher – unbekannten Amazonas-Gebiets, in dem man die größte unausgenutzte Rohstoffquelle der Erde vermutet.