: Musik

Panorama neuer Musik

Bedenkt man, daß solche Veranstaltungen Ja nicht stapelweise vollgültige Neuheiten und druckreife Talentproben herausbringen können, sondern neben einigen starken Trümpfen bestenfalls einen vielseitigen Überblick geben, die Urteilsbildung anregen und schärfen sollen – dann dürfen der Hessische Rundfunk Frankfurt als Gesamtleiter sowie der NWDR Hamburg, der Südwestfunk Baden-Baden und die „Internationalen Ferienkurse für neue Musik“ in Darmstadt mit Genugtuung auf die diesjährige „Woche für neue Musik“ zurückblicken.

Musikerziehung als Schicksalsfrage

Die Tagung ging in erster Linie die Schul- und Privatmusiklehrer an. Etwa hundert von ihnen waren gekommen. Dazu hatte man 360 Studierende aus westdeutschen Musikhochschulen unter Zuhilfenahme öffentlicher Geldmittel nach Bayreuth gebracht.

Vorschlag für ein Filmmuseum

Auf Anordnung der britischen Filmkontrollstellen ist damit begonnen worden, die bis 1945 in Deutschland hergestellten Filme zurückzuziehen.

Leverkühns Musikvorstellung

Bevor ich den „Doktor Faustus“ gelesen hatte, fragte ich einen ernsten, gründlich gebildeten Musiker nach seinem Eindruck von dem Buch.

Professor mit dem Trommelschlag

Als der öffentliche Kläger im Gericht des Entnazifizierungsausschusses für Kulturschaffende zu Hannover betonte, der Angeklagte Nielebock habe durch seine Marschmusik den Nationalsozialismus gefördert, stellte er sich – ob er es wußte oder nicht – auf die Seite des großen Platon.

Schönbergs viertes Streichquartett

Schönbergs viertes Streichquartett op. 37 von 1939 kommt zur rechten Zeit zu uns. Gleich zweimal in zehn Tagen wird es zur „deutschen Erstaufführung“ gebracht; das seit zwei Jahrzehnten um die moderne Musik verdiente Peter-Quartett (Essen) spielte es erstmals auf dem Kontinent, anschließend bringen es die Amsterdamer auf dem Frankfurt-Darmstädter Musikfest.

Thomas Mann: Goethe-Preisträger östlich und westlich

Seit berichtet wurde, daß Thomas Mann östlich und westlich des Eisernen Vorhangs als Goethe-Preisträger des Jubiläumsjahres 1949 zu betrachten sei, ist – nicht nur in literarischen Kreisen – des Staunens kein Ende.

Notizen

Das Goethe-Haus am Frauenplan in Weimar ist wiederhergestellt worden und soll in der „Aktivistenwoche“ eröffnet werden. Da die Einrichtung des Hauses bombensicher verwahrt war und von sämtlichen Räumen Farbphotos vorhanden sind, soll, nach Berichten aus Weimar, das Haus nichts von seinem ursprünglichen Reiz eingebüßt haben.

Pakistan will kaufen

Im Juni wird eine pakistanische Handelsdelegation in Deutschland eintreffen, um die Möglichkeiten der Erweiterung der Handelsbeziehungen mit Deutschland zu untersuchen.

Das Rätsel Honegger

Baden-Baden, die bekannte Pflegestätte der musikalischen Moderne, ist wieder einmal Zeuge eines bedeutsamen musikalischen Ereignisses gewesen: Arthur Honegger als Dirigent eigener Werke am Dirigentenpult des Orchesters des Südwestfunks.

Hans Pfitzner gestorben

Im Salzburger Krankenhaus starb am Sonntag, dem 22. Mai, Hans Pfitzner, dessen Lebenswerk und schöpferische Bedeutung erst kürzlich aus Anlaß seines 80.

Hindemith berichtigt

Zu der Angelegenheit seines New-York-Times-Interviews, dasin Deutschland vielfach tiefe Befremdung hervorrief und auch in der „Zeit“ (Nr.

„Iphigeneia in Aulis“

Zunächst ist festzustellen: Es ist schlimm, wenn dem Zuschauer angesichts so vieler klassisch verbrämter Verse unentwegt nur jener Satz vor dem geistigen Auge steht, mit dem das zweite Buch der Ilias beginnt: „Die anderen schliefen, nur Zeus nicht!“ – Weiterhin ist – beachtlich, wenn der anfangs aufgeschlossene Betrachter in seinen Gedanken folgendermaßen abzuirren beginnt: Erstaunlich ist der Fortschritt, den sie in der Erzeugung künstlicher Morgen- und Abendröte erzielt haben.

„Das Wundertheater“

Paul Valery sagte: „Das Geheimnis der Wahl ist nicht geringer als das Geheimnis der Erfindung.“ – Angesichts der heiteren Kurzoper „Das Wundertheater“ des jungen Komponisten Hans Werner Henze, die in den städtischen Bühnen zu Heidelberg zur Uraufführung gelangte, hatte man das schöne Gefühl, daß hier jenes Geheimnis zwischen Wahl und Erfindung in der rechten Proportion geherrscht habe.

Hans Pfitzner

Der große Musiker, der am 5. Mai sein achtzigstes Lebensjahr vollendet, ist nie Gegenstand der allgemeinen Gunst gewesen, so sehr auch seine Kunst durchaus die Fähigkeit der Wirkung nicht nur in die Tiefe, sondern auch in die Breite besitzt.

„Raskolnikoff“

Stockholm hat (wie die „Zeit“ bereits berichtete) im vorigen Jahre die Uraufführung der neuen, nach Kriegende entstandenen Sutermeister-Oper erlebt, die nun in zwei deutschen Städten inszeniert wurde: in Hamburg und in München.

Klassiker kommen wieder

Es ist ein Charakteristikum unserer Zeit, daß der Wiederaufbau des kulturellen Lebens auch da, wo er mit dem wirtschaftlichen eng verknüpft ist, mehr von persönlicher Initiative aus idealistischer Quelle zu erwarten hat als von der rein geschäftlichen Kalkulation alter Firmen, die sich zunächst einmal sanieren wollen.

Keine deutschen Komponisten?

Daß Paul Hindemith für Deutschland ganz allgemein keine zärtlichen Gefühle hat – wer wollte es ihm verargen? Daß er sich heute ganz als Amerikaner fühlt und nach Deutschland höchstens gelegentlich, in einem neuen Auftrage der Militärregierung, zurückkehren würde – wer kam es ihm übelnehmen? Dennoch hinterläßt uns das Interview mit der „New York Times“, in Jan er die Eindrücke seiner Deutschlandreise zusammenfaßte, einen unangenehmen Geschmack; nicht weil seine Feststellungen für uns geradezu verrichtend sind, sondern weil sie in ihrer summarischen Formulierung irreführend wirken wie alle Kollektivurteile, noch dazu solche, die zum Teil auf falscher Diagnose aus dem Symptombefand beruhen.

Notizen

Der deutsche Chemiker Professor Dr. Friede rich Bergius, der 1931 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde, ist im Alter von 65 Jahren in Buenos Aires gestorben und auf dem deutschen Friedhof in Buenos Aires beigesetzt worden.

Albert Einstein

Albert Einstein, der große Physiker, wurde am 14. März 70 Jahre alt. – Es gibt einen erschütternden Beweis für die Größe dieses Mannes und die Unantastbarkeit seiner wissenschaftlichen Leistung: selbst das Dritte Reich hat es bei seiner rücksichtslosen Ausmerzung jüdischen Geistesgutes in Literatur, Theater und Musik nicht fertiggebracht, den Namen Einstein ans den Hörsälen der Universitäten zu verbannen.

Erinnerung an einen Dichter

Eine gewisse Popularität hat der Dichter Hugo von Hofmannsthal, dessen Geburtstag sich in diesen Tagen zum fünfundsiebzigsten Male jährt, einmal als Autor der Versdramen „Der Tor und der Tod“, „Der Tod des Tizian“ und „Der Turm“ genossen.

Ein neuer ,,Peer Gynt“

Der Traum einer neuen „Sommernachtstraum“-Musik ist längst ausgeträumt, der einer neuen „Peer-Gynt“-Musik dagegen Wirklichkeit geworden.

Musik – die christliche Kunst

Zum Weihnachtsfest gehört – zumal in Deutschland – das Weihnachtslied. Ohne Lied fehlt für unser Gefühl etwas an der weihnachtlichen Festlichkeit.

Der verkannte Schlager

Kleine Symptome sprechen oft deutlicher alsgrößere und gröbere. Sie sind bisweilen geeignet, grundsätzliche Erkenntnisse wie ein Blitzlicht aufleuchten zu lassen, durch die wir weiter kommen als durch jahrelange Erfahrungen, die nicht an das Wesentliche rühren.