: Musik

Musik bezwingt Politik

Zum zweiten Male kommt ein Bühnenstück, das die binnendeutschen Reportagen unserer jüngst vergangenen Erlebnisse mit der Diktatur an künstlerischer Bedeutung überragt, aus der Distanz der amerikanischen Emigration.

Bach-Begeisterung in Rom

Den deutschen Bach-Freund muß es besonders bewegen, daß die Musik des Meisters aller Meister in diesem seinem Gedenkjahr über alles weltliche Geschehen hinweg auch im Ausland die Menschen in ihren Bann zieht.

Der Unschuldskönig

Nachdem man in „Peter Grimes“ die düsterdramatischen Töne der sehr bewußten Kompositionskunst Benjamin Brittens kennengelernt hatte, war es ein Vergnügen, die heiteren Farben seiner Palette in „Albert Herring“ zu genießen.

Es gibt noch Mäzene

Der Schweizer Tonkünstlerverein lud in den ersten Junitagen zu seinem 50-Jahrjubiläum nach Zürich ein und gab in einer Reihe von Orchester- und Kammermusikkonzerten einen Überblick über die schweizerische Produktion der letzten beiden Dezennien.

Kosmos und Seele als schöpferische Pole

Der gestirnte Himmel über mir, das Gesetz in mir – Kant!!“ Diese Beethovensche Tagebuchnotiz zielt zwar auf den Gottesbeweis, kann aber ebensogut auf die zwei Brennpunkte angewandt werden, zwischen denen sich das Wirkungsfeld der Tonkunst breitet: die Musik des Weltalls, deren Existenz gewissermaßen als sittliches Postulat denkbar ist, um dem „Wunder“ der Klangordnung gerecht zu werden – und die Musik des menschlichen Herzens, um der tausendfältigen Erfahrung unseres realen Musizierens und Musikgenießens zu entsprechen.

Der Looping-Rekord

Der Flieger Carl Crawford habe einen neuen, bemerkenswerten Weltrekord im Looping-Drehen aufgestellt, so wird aus Texas gemeldet.

„Musik“ von Thiess

Das Bremer „Theater im Hause“, das bereits mehrmals mit der Ambition, einen neuen, literarisch orientierten Stil zu finden, hervortrat, erwies sich – trotz schweren Existenzkampfes – erneut als Bahnbrecher und wagte eine Frank-Thiess-Uraufführung als verspätete Geburtstagsgabe für den Dichter.

Der Cellist Cassado

Das Cello“, sagte Gasparo Cassado, „ist ein männliches Instrument.“ In der Tat spielte er das Cello-Konzert Dvořáks mit einer Kraft und einer Vitalität, die nichts Weichliches, ja beinahe nichts Weiches hatte.

Österreichs Staatspreis

Zu den bisher in Österreich vorhandenen Kunstpreisen – den Preisen der Stadt Wien für alle Gebiete des Kunstschaffens und der Volksbildung und dem vom österreichischen Industriellenverband kürzlich gestifteten Preis zur Förderung der bildenden Kunst – sind nun die österreichischen Staatspreise getreten, die in diesem Jahr erstmals verliehen werden.

Weinheber-Kantate

Die Lyrik Josef Weinhebers mit ihrer Formenstrenge, ihrem breiten Empfindungsstrom, ihrer in sich ruhenden Aussage mit Musik zu umkleiden, scheint kein geringes Wagnis.

Bücker um Bach

Die Literatur zum Bach-Gedenkjahr kommt nicht in solchen Massen dahergeschwommen, wie es mit der Goethe-Literatur im Vorjahr der Fall war.

Experiment mit Bizet

Bizets Musik zu Alphonse Daudets legendärem Spiel l’Arlésienne hatte bekanntlich bei der Uraufführung 1872 nicht viel Glück.

Frank Thiess 60 Jahre

Regisseur, Schauspieler, Theaterkritiker, Journalist, Essayist, Geschichtsphilosoph, Musikhistoriker, Novellist, Romancier, Filmautor und Dramatiker“ – die Aufzählung so vieler Gestalten, in denen ein und derselbe Mann nacheinander und gleichzeitig hervorgetreten ist, könnte vermuten lassen, daß von einem Proteus die Rede sei, der sein wahres Gesicht nie erkennen läßt.

Reizvoller Markt

Die besonderen Verhältnisse der Kriegs- und Nachkriegsjahre haben in Südafrika eine erhebliche Veränderung der Wirtschaftsstruktur und damit der Marktverhältnisse bewirkt.

Paraguay-Baumwolle

In der vergangenen Woche wurde in Frankfurt das erste Nachkriegs-Handelsabkommen zwischen der Bundesrepublik und Paraguay abgeschlossen.

Kultur in Görlitz

Daß das Kulturleben im deutschen Osten keineswegs so einseitig „ausgerichtet“ ist, wie man sich das im Westen vielfach vorstellt, daß es sich vielmehr durchaus farbig zu entfalten vermag, das zeigt vielleicht am besten ein Blick in die Neißestadt Görlitz.

Neue Musik in Wien

Gemessen an der Vielzahl der Konzerte – man zählte in der ersten – Wiener Saisonhälfte allein fünfzehn Orchesterkonzerte innerhalb vier Wochen mit allerdings nur sieben verschiedenen Programmen – ist der Ertrag an neuer Musik gering, wenngleich, absolut gesehen, noch immer beachtenswert.

Der Ernst-Bertram-Skandal

Alle sind sie wieder da, die Nazi-Dichter und Nazi-Intellektuellen. Alle sind sie harmlose „Entlastete“ in Gruppe V der Entnazifizierung.

Der Tangokönig kann nicht tanzen

Jimmy“ und „Java“, „Black-Bottom“ und „Swing“ und „Samba“ – alle diese Tänze hat ein Tango überlebt, ein einziger Tango: „Jalousie“ (Eifersucht).

Die Spanische Stunde

Im der von Etatsorgen geschwängerten Frage: „Was biete ich meinem Publikum?“ hat die Hamburger Staatsoper den Trick vom Ei des Kolumbus wiederholt; Abends gepflegte, gängige, opulente Opernkost, aber Sonntag vormittags Aufführungen, die sich der Moderne annehmen, Angesichts der zweifachen Bedeutung eines Kulturinstituts – nämlich das Überkommene zu pflegen (das ja zumeist das allgemein Willkommene ist) und zugleich der Kunst der Gegenwart zu dienen (so spröde sie immerhin den meisten scheinen mag) –, angesichts dieser doppelten Aufgabe ist diese Hamburger Praxis deshalb eine Kolumbus-Ei-Lösung, weil sie so einfach ist.

Klavierspiel als Hobby

Sang- und klanglos ist der „Tag der Hausmusik“, den wir als Volk der Dichter und Denker am 21. November zu feiern pflegen, auch in diesem Jahr vorübergegangen.

Die Winkende

Nach manchem Tag, da ich ihren Schritten, den stets wie flüchtenden, wenn sie den Bahnsteig verließ, nachgesehen hatte, erklomm ich eine Stiege matten Mutes und trat an sie heran.

Die Musik-Saison begann

Auf zwei Gebieten ist das Hamburger Kulturleben stark –: auf dem der Oper und des Konzerts. Auf einem Gebiet ist der Nordwestdeutsche Rundfunk stark –: auf dem, das Schmidt-Isserstedt beherrscht.