: Paul Hindemith

Hohner: Aus dem Takt geraten

Das waren noch Zeiten, als 1960 in dem Städtchen Trossingen am Rande des Schwarzwaldes der neue Musiksaal eingeweiht wurde. Kein Geringerer als der Komponist Paul Hindemith stand an diesem Tage am Dirigentenpult des Festkonzertes.

Ein ganzer Mann und Künstler

Auch den Nachgeborenen, die ihn nicht mehr unmittelbar erlebt haben, gilt er als Inbegriff eines großen Dirigenten. Vom Glanz der charismatischen Gaben und einmaligen musikalischen Tugenden eines Fritz Busch fühlen sich immer noch viele angezogen.

Schallplatten

Eine Ausstellung hatte jüngst in Düsseldorf auf das historische Verhängnis den Blick gelenkt – „Entartete Musik“. Selbst notorische Einfaltspinsel, mit der „Gnade der späten Geburt“ ausgestattet, hätten dabei Einsicht gewinnen können, was es in der Zeit der Nazi-Diktatur wohl bedeutete, als „Kulturbolschewist“, „Anarchist“, „Neutöner“ und „Schänder der wahren Kunst“ diffamiert und aus Gesellschaft und Nation ausgestoßen worden zu sein.

Es geht um

Auf den ersten Blick ein hoffnungsvolles Bild, diese Mittagstafel bei Silvanus Schuller, dem Bürgermeister im schlesischen Bolkenhain: Der Krieg ist zu Ende, das Haus blieb verschont, die Kunstschätze verraten den alten und neuen Wohlstand.

Zum Tode Benny Goodmans: Meister aller Klassen

Eines Abends, erzählte einmal der Trompeter Jimmy McPartland, habe ihm jemand von einem offenbar hochbegabten Klarinettisten erzählt, aber „er ist noch ein ganz kleiner Junge“.

„Piratinnen“ in Lübeck: Jetzt oder nie

Die eine war, vaterlos, schon früh von ihrer Mutter in Knabenkleidung gesteckt worden, schließlich auf der Reise nach Westindien unter die Piraten gefallen und hatte sich denen angeschlossen.

Restauriert: das Große Haus der Alten Oper in Stuttgart: Der festliche Prunk wiegt gar zu schwer

Da muß man schon einen exquisiten und sensiblen Anspruch besitzen, ein ökonomisch mehr als nur solide gepolstertes Bewußtsein, einen von keinen Existenzzweifeln geplagten Alltag und im übrigen ein sich des Wertes seiner Tradition wohl bewußtes Lebensmuster sowie ein gerüttelt Maß an Understatement dazu, will man auf diese schwäbische Formel bringen, was 43,2 zumeist Öffentliche-Hand-Millionen am Großen Haus der Stuttgarter „Alten Oper“ im Verlauf von fünfzehn Monaten bewirkten.

Klassik, Romantik und frühe Moderne: Denkmalenthüllung in Etappen

Die Bewunderung für das pianistische Können Maria Judinas hält unvermindert an. Und die Verwunderung, warum jene stupenden Zeugnisse der hohen russischen Klavierschule uns bis vor Jahresfrist, als die erste Kassette (Ariola eurodisc 301 591/94) erschien, gänzlich vorenthalten bleiben konnten, hat sich eher noch verstärkt.

Die neue Schallplatte

George Harrison: „George Harrison“. Der Versuch, es Paul McCartney nachzumachen und sich wieder in den „easy listening“-Hitparaden Amerikas zu etablieren, nachdem er mit einer Serie voraufgegangener katastrophal schlechter LPs jede künstlerische Glaubwürdigkeit verloren hatte.

Die neue Schallplatte

„Orgelmusik vor Bach.“ Gewissermaßen wie zum Abschluß seiner Karriere setzte sich der Organist Helmut Walcha ein monumentales Denkmal: Auf seine Initiative hin wurde ein Kommitee aktiv, das die notwendigen bürokratischen Zustimmungen und auch Gelder besorgte, mit denen dann eine der schönsten, weil kleinen und doch voll ausgeprägten Arp-Schnitger-Orgeln, die in der Kirche zu Cappel (Ostfriesland), restauriert werden konnte.

Ein amerikanischer Jazz-Pianist in Europa: Tanz am Klavier

Allem Anschein nach gibt es entweder nur Leute, die noch niemals von ihm gehört haben – oder Leute, die bei der bloßen Nennung des Namens Keith Jarrett außer sich geraten und sogleich schwärmerische Bekenntnisse ablegen.

Die neue Schallplatte

„Azimuth.“ Wörter wie endlos, schwebend, schweifend kommen einem beim Hören dieser eigenartig schönen, besänftigenden Musik in den Sinn.

Photographie: Kunst und Beweisstück: Totenmasken zu Lebzeiten

Als Walter Benjamin 1936 das (filmische und photographische) Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit abgelöst sah vom auratischen Kultwert des einmaligen Originals, zugleich geschrumpft und vergrößert auf seinen beliebig (und politisch) verfügbaren „Ausstellungswert“, hätte wohl kaum ein Photograph davon träumen können, seinen Bildern noch, signiert oder von alten Platten kopiert, als dinglichen Kunststücken und Gegenständen hochzahlender Sammlerfreunde wiederzubegegnen.

Schallplatte

Paul Hindemith: „Streichquartette op. 16 und 22“. Anfang 1970 gründeten vier junge Musiker, eigentlich noch Studierende, ein Streichquartett, begaben sich in die Obhut von Johannes Bastiaan, arbeiteten ein Jahr in der Klausur.

Schallplatte

Ist nach den Flöten und den Trompeten jetzt das Horn zu entdecken als das Solo-Instrument in unzähligen höfischen Unterhaltungs- und Tafelmusiken? Während sich die großen Hornisten unserer Tage auf Mozart, vor allem auf die Virtuosität der Romantiker konzentrieren, hat sich der aus Australien stammende Barry Tuckwell offenbar auch sehr intensiv den früheren Stücken und den ihnen gemäßen Blas-Techniken gewidmet, bei denen neben der „schönen Linie“, dem Repetieren von Tönen, dem sicheren Sprung in größere Intervalle und dem synkopierten, gegen den Takt-Akzent geführten Ansatz eine exquisite Verzierungskunst gefordert wurde.