: Paul Hindemith

Die neue Schallplatte

Die Aufnahme stellt zwei seltener gespielte Violinkonzerte gegenüber, die, beide 1939 komponiert, die Verschiedenartigkeit der Tendenzen einer Musik aufzeigen, die für manchen unserer heutigen Konzertbesucher oft genug noch die „Moderne“ schlechthin darstellt.

„Respekt vor den Deutschen“

Auf die Frage „Wie sehen uns die Amerikaner?“ hat Joseph Kraft in der ZEIT vom 19. Februar 1965 eine nicht eben schmeichelhafte Antwort gegeben: Das amerikanische Deutschlandbild werde bestimmt von Ressentiments aus der Nazi-Zeit – oder von totaler Gleichgültigkeit.

Nicht jedes Jahr eine Handvoll Genies und Meisterwerke

Bleifarben-grau verhangener Himmel, kalter Nieselregen, das Café beim Dianabrunnen ist überfüllt, kein Spaziergang durch den Park, am Brigachufer entlang stapft man zur Stadthalle durch braunes Laub – Donaueschingen gibt sich 1964 besonders herbstlich.

Die Musik und die Zeit

In der Kunst gibt es eine eigene, sozusagen mit nichts anderem vergleichbare Zeitrechnung – besondere Stunden, Tagesabläufe, Jahre, Jahrhunderte.

Der große Andante-Komponist

In der zweiten Hälfte seines Lebens stand er dem tonangebenden Avantgardismus, wie überhaupt der „Moderne", recht fern. Darum sind wir ihm nun noch viel zu nah.

Der ungebrochene Revolutionär

Hindemilh ist nach Richard Strauss der international akkreditierte Repräsentant deutscher Gegenwartsmusik gewesen. Er war darüber hinaus eine Erscheinung von zunehmendem Seltenheitswert in unserer Zeit: nämlich eine Persönlichkeit hohen Ranges, deren innere Einheit sich kompromißlos gegenüber allen andersartigen Erwartungen, Ansprüchen und Zumutungen der wechselnden jeweiligen Kulturmodeströmungen behauptet hat.

Literatur auf dem Scheiterhaufen

In diesen Wochen und Monaten häufen sich die politischen Gedenktage. Die dreißigste Wiederkehr der „Machtergreifung“ und des ersten Jahres der Naziherrschaft liefert uns eine Fülle bedrückender Daten – wenig Anlaß zu deklamatorischen Festreden, aber viel Grund zum Nachdenken.

Zeitmosaik

Zum fünfzehntenmal wurden am vergangenen Sonntag die „Berliner Kunstpreise“ vergeben (unterteilt in sechs Sparten und jeweils einen „großen“, mit 10 000 DM dotierten „Berliner Kunstpreis der Jubiläumsstiftung 1848/1948“ und einen „kleinen“ Preis „Junge Generation“, der 5000 DM beträgt).

Theater

Der britische Schauspieler-Autor ist schon mit seinen früheren Stücken in Deutschland prominent herausgestellt, wenn auch wenig nachgespielt worden: von Gründgens in Düsseldorf („Marschlied“), von Sellner in Darmstadt („Der Tag des Heiligen“), von den Berliner Barlog-Bühnen („Wo wir fröhlich gewesen sind“).

Theater

Mit seinem Erstling „Jenseits vom Paradies“ (1954) bereits satirisch gestimmt, aber naturalistisch schreibend, hatte der „junge deutsche Autor“ (geb.

Von Wilder und Hindemith

Unter den zeitgenössischen Komponisten von Weltruf ist Paul Hindemith, das musikalische enfant terrible der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, der beharrlichste Vertreter einer Kunstgesinnung, die sich zur geistigen und sittlichen Verpflichtung benennt.

Die schönsten Schallplatten

Schubert: Klaviersonate G-Dur, op. 78 („Fantasia“); Moments musicaux, op. 94 §§ Nr. 1, 2, 3 und 6; Ingrid Haebler (Fontana 698 050 CL 24,– DM).

Zeitmosaik

Das Fehlen irgendwelcher sanitärer Aufklärung im akustischen Gebiet ist wohl schuld, daß kaum jemand das Bewußtsein und den Mut aufbringt, der dauernden Musiküberschwemmung zu widerstehen, ja sie zu bekämpfen.

Zwischen Avantgarde und Reaktion

Vom Kalender diktierte Betrachtungen über Hugo Wolf, Gustav Mahler, Carl Orff, Paul Hindemith, Johann Nepomuk David, Hermann Reutter, Ernst Krenek, Heinrich Sutermeister

Die erste Dame

der Bundesrepublik, Frau Wilhelmine Lübke, und der neue Bundespräsident Dr. Heinrich Lübke (Bild links: bei der Ankunft), saßen im Parkett der neuen Beethovenhalle in Bonn, als der bisherige Bundespräsident Theodor Heuss zur Eröffnung eine seiner letzten Amtsreden hielt.

Ein Musiker ohne Feinde

Es wird im modernen Kunstleben nicht viele Persönlichkeiten geben, die sich an einem solchen Tage vor den Vertretern aller möglichen Richtungen, Auffassungen und Ideologien so geehrt sehen wie Joseph Haas, der Patriarch der deutschen Komponisten.

ZEITMOSAIK

Der Friedensnobelpreis dieses Jahres wurde dem 1910 geborenen belgischen Dominikanerpater Pire verliehen. Dieser Dozent für Moral- und Religionsphilosophie zu Huy an der Maas hat die Organisation „Hilfe für heimatlose Ausländer“ gegründet und den Bau sogenannter „Europa-Dörfer“ angeregt, wo je zwanzig Flüchtlingsfamilien, gleich welcher Konfession, untergebracht werden.

Zwei Witwen streiten sich

Der jüngste Ballettabend der Hamburgischen Staatsoper hatte ein Loch. Es war mit Strawinskij-Werken gestopft worden. Eigentlich sollte zusammen mit Gottfried von Einems „Turandot“ ein „Ballett mit Gesang“ aufgeführt werden, das noch niemand in Deutschland gesehen hat.

Funk für Anspruchsvolle

Das Fernsehen hatte für den letzten Sonntag in einem besonders reichhaltigen sportlichen Programm die Alpinen Skiweltmeisterschaften in Badgastein angepriesen.

ZEITMOSAIK

„Die wahre Größe ist. ungezwungen, vertraulich, leutselig, Sie läßt sich nahekommen und mit sich umgehen; sie verliert nichts, wenn man sie.

Funk für Anspruchsvolle

Das „Dritte Programm“ ist kein deutsches Monopol. Auch London, Paris und Rom haben „Dritte Programme“. Diese Einrichtung, die man eine lautlose Revolte gegen allzu große Anspruchslosigkeit nennen könnte, setzt sich mehr und mehr auch in den deutschen Rundfunkanstalten durch.

Funk für Anspruchsvolle

11.00 Uhr, SFB: In der „Stunde der Dichtung“ Ausschnitte aus dem Roman „Hiob“ von Joseph Roth. 11.30 Uhr, WDR UKW: Beethovens Achte Sinfonie dirigiert Otto Klemperer.

Funk für Anspruchsvolle

Tag will man (mit einer Verspätung von zwei ganzen Monaten!) beginnen. Da das Fernsehen dann genau sieben Jahre besteht, wird man keine Anfängerfehler anbieten dürfen.

Funk für Anspruchsvolle

Wir haben, ohne daß wir uns deshalb schon eines falschen Anspruchs oder der Sentimentalität bezichtigen müßten, oft den Wunsch, zu einem künstlerischen Werk den Eindruck des Künstlers zu addieren: um wenigstens intuitiv den Kräftestrom des Schöpferischen zu begreifen.