: Pol Pot

Rote Khmer: Mordende Maoisten vor Gericht

Vier Jahre lang terrorisierten die Roten Khmer Kambodscha. Sie töteten und folterten Tausende. Ein Tribunal nimmt nun seine Arbeit auf – dahin war es ein langer Weg

Der Fall Rote Khmer

1,5 Millionen Opfer, nur zwei Angeklagte und unfähige Richter: Das Kambodscha-Tribunal gerät zur Farce

Neu hoffen

Osttimor und der Nobelpreis

Im Sommer vor fünf Jahren traten die Schwächen und die Lähmung des SED-Regimes offen zutage. Der Bürgerrechtler Jens Reich erinnert sich, wie die Unzufriedenheit der Bevölkerung in der DDR wuchs und zur Gründung von Oppositionsgruppen führte (1. Folge): „Augen zu und Gas geben“

Eigentlich war die Stimmung im DDR-Sommer 1989 nicht völlig anders als in den vielen Jahren davor. Wieder reiften Krisen heran, ein gutes halbes Dutzend, und im Herbst, wenn alle aus dem Urlaub zurück sein würden, kämen sie auf die übliche, quälend ergebnislose Weise zum Austrag.

Wir können die Gewalttäter schlagen

WASHINGTON. – Die Welt von 1992 ähnelt auf schmerzhafte Weise der Wel; von 1918. Als hätten die großen Ideologien dieses Jahrhunderts kaum Spuren in unserem Bewußtsein hinterlassen, sorgt sich der Westen – wie 1918 – wieder um Demokratie, Nation und Selbstbestimmung.

Prinz Sihanouk kehrt zurück: Wenigstens eine Chance

Die ersten, die in Kambodscha die Friedensdividende einstreichen, sind die Villenbesitzer von Phnom Penh. Bis zu 4000 Dollar Miete verlangen sie von den UN-Experten, den Entwicklungshelfern, Geschäftsleuten und Diplomaten in der bettelarmen Hauptstadt am Mekong, in der Regierungsangestellte monatlich nicht einmal zehn Dollar nach Hause tragen.

Die Lüge lebt

Haben Sie vielleicht eine Zigarette für uns?“ fragt der schüchtern wirkende Kambodschaner im Frühjahr 1979 mitten im von vietnamesischen Soldaten wimmelnden Phnom Penh, und der ausländische Besucher vermutet zunächst eine auf seine Kosten beabsichtigte solidarische Geste gegenüber den uniformierten Fremden, die neugierig die Szene beobachten.

Chronologie des Leidens

1963: Saloth Sar, der später unter dem Namen Pol Pot Furcht und Schrecken verbreiten soll, wird zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei Kambodschas gewählt.

Die Welt hat nichts dazugelernt

Sie sind wieder auf dem Vormarsch, die Roten Khmer in Kambodscha. Seit dem Abzug der Vietnamesen fressen sie sich in das Land hinein, erobern Dorf um Dorf, Ort um Ort, zielen auf Phnom Penh, denn wer die Hauptstadt hat, der hat die Macht.

Seit es Angkor gibt, wird um Angkor gekämpft Siamesen, Cham, Vietnamesen, Franzosen und Amerikaner versuchten, das Khmer-Reich zu beherrschen, zuletzt stritten die Khmer untereinander um die Macht über die versunkene Ruinenstadt. Nun ist Angkor Vat, der Tempelbezirk, wieder für Touristen geöffnet, bald soll auch Angkor Thom, die eigentliche Hauptstadt, zugänglich sein.: Angkor – eine Millionenstadt erwacht

Am 23. Dezember 1986 meldete die Frankfurter Allgemeine Zeitung auf der ersten Seite, der kambodschanische Flughafen Siem Reap sei am Vortage von Einheiten der Roten Khmer angegriffen und „das Rollfeld und fünf Gebäude (seien) fast vollständig zerstört worden“.

Theater in Paris: Ariane Mnouchkines neunstündiges Kambodscha-Spektakel: Kleiner Prinz, was nun?

Hamlet begreift nicht mehr, wo’s lang geht; auch sein königlicher Vatergeist wiegt überfragt das Haupt und schüttelt die Pluderhosen, denn auf der einen Seite sinnt Jago schwarzen Verrat, auf der andern Macbeth feigen Mord – soll man in solcher Lage in China, Vietnam oder lieber in Pompidous Paris Zuflucht suchen? Oder, sich waffnend gegen eine See von Plagen, durch Widerstand im eigenen Land die Winter solcher Mißvergnügen enden? Allerlei scheint faul im Staat Kambodscha.