: Robert Schumann

Worte der Woche

„Wir gehen nicht auf Besuch, sondern es werden zwei Teile des gespaltenen deutschen Vaterlandes vereinigt, und wir bringen die Länder ein, aus denen Johann Sebastian Bach und Händel kommen und Clara Wieck und Robert Schumann und Lessing und Moses Mendelssohn.

Schallplatten

Der Liedgesang drohte Anfang dieses Jahrzehnts, mit dem allmählichen Rückzug der Protagonisten, allen voran Dietrich Fischer-Dieskau, auszubluten.

Theater in Berlin: Der Hahn im Bilderkäfig

In silbrig glitzernder Morgentoga steht ein Glatzkopf, Rasierschaum um die Backen, den Rasierspiegel vor dem Gesicht, auf leerer Bühne, die außer ihm nur noch eine schimmernd weiße Badewanne und ein rätselhaft aus dem Bühnenhimmel herabhängendes Seil zeigt.

Reise um die Welt in 32 Takten

Entgegen seiner Gewohnheit kaufte Robert Schumann am 24. Februar 1838 keine Zigarren, gab an diesem Tag lediglich achtzehn sächsische Groschen für Porto und abends vier Groschen in der Kneipe aus; muß also ziemlich nüchtern zu Bett gegangen sein.

Selbstbeschränkung auf die Klassik

Ein fast bis zum Überdruß gespieltes Anfängerstück, aus rund zwanzig bislang produzierten Schallplatten des Künstlers gleichsam als prototypisches Indiz aufgegriffen: Mozarts populäre C-dur-Sonate KV 545, deren irreführender Beiname „Sonata facile“ ihren prekären Schwierigkeitsgrad (nicht zuletzt in Hausmusikzirkeln) meist grausam unterschätzt.

Schallplatten

Es gibt unter den vier Stücken dieser Schallplatte kein bestes, nur das eine oder andere, dessen Thema, vor allem dessen Darstellung einem ein wenig mehr als das andere gefällt, mir zum Beispiel die ersten beiden mehr als die beiden anderen.

BONNER BÜHNE: Meditationen und Karrieren

Dem Thema Karrieren widmet sich in der gewohnt liebevollästhetischen Weise das Frühjahrsheft Nr. 2 von Transatlantik. Auch Bonn kommt darin vor.

Wilhelm Furtwängler: Seelenbewegungen

Waren das noch Zeiten! Dem legendären Photo von 1929 haftet noch immer ein Hauch des Sensationellen an: Fünf Herren im Frack, jeder eine unverwechselbare Musiker-Persönlichkeit: Bruno Walter, Arturo Toscanini, Erich Kleiber, Otto Klemperer und Wilhelm Furtwängler.

Zeitmosaik

Die Pensionisten der Bundestheater (Stand: 1. September 1985) – aus dem soeben erschienenen Bericht 1984/85 des Österreichischen Bundestheaterverbands.

Von Aristoteles bis Zufall

Die Idee, daß zwischen Genie und Wahnsinn ein enger Zusammenhang bestehe, ist eine philosophische Vulgarität. Interessant daran ist vor allem, wie sie zu einer konventionellen Unweisheit wurde.

Die neue Schallplatte

Robert Schumann: „2. Symphonie/Manfred-Overtüre“. Daß Kunst, also auch Musik, immer wieder zu tun hat mit dem wenn nicht gleich Kranken, so doch Gestörten, mit Irritationen, Ausbruch, Aufbegehren, mit den Risiko des Alles-auf-eine-Karte, mit dem letzten Aufbäumen einer Kreatur, die längst fühlt, daß da etwas zu Ende geht – Mozart und Beethoven, Tschaikowskij und Chopin, Weber und Bartók sind da nahezu unanfechtbere Zeugen.

Elfriede Jelinek: Spezialistin für den Haß

Jedesmal, wenn man einander zufällig über den Weg läuft, regt sie ein Treffen an: sich zusammenzusetzen und das Wermitwem und Wergegenwen der Wiener Kulturszene durchzuhecheln, das fände sie amüsant.

Zeitmosaik

Everding ist flink wie ein Wiesel, er hört und sieht alles, nichts entgeht ihm. Jede Geste, jedes Wort stimmt. Es gibt nichts Überflüssiges, das ist reine Substanz.

Die neue Schallplatte

Joe Jackson: „Night and Day“. Manche derneuen Satiren des Joe Jackson gehen so direkt aufs Thema los wie vor Jahren das pro-feministische „It’s Different For Girls“, beispielsweise seine Lieder über Krebs, die einsam glotzende Menschheit („Z.

Tanztheater beim Holland-Festival: Nachrichten vom Tanzkrieg

Hände hoch, hier wird getanzt! Wie auf dem Kinderspielplatz rennen die zweiundzwanzig Mitglieder des „Tanztheaters Wuppertal“ durch das „Theater Carré“ in Amsterdam und verstecken sich in Eingängen, unter Treppen, in Nischen.

Theater-Inszenierung gerät zum Skandal: Konsum-Publikum

In der ersten Szene des zweiten Aktes läuft die schöne Annabella unter einem durchsichtigen Nichts nackt über die Bühne und läßt sich von ihrem Bruder Giovanni leidenschaftlich liebkosen; sie hat ihm gerade ihre Jungfräulichkeit geschenkt.

Die neue Schallplatte

Ludwig van Beethoven: „Klaviersonate op. 111“/Robert Schumann: „Symphonische Etüden/Toccata op. 9“. Sogar als er sich zum ersten Mal in Berlin hören ließ in einem Soloabend, riskierte Ivo Pogorelich gleich alles, indem er Beethovens letzte Sonate ins Programm setzte, kam, wurde gesehen (und gehört) und siegte.

Fernseh-Kritik: Wie, das wissen Sie nicht?

Wer wäre nicht schon einmal, eingezwängt in eine Reisegruppe, auf Filzpantoffeln durch ein Schloß geschlichen, von Prunkgemach zu Prunkgemach und Rittersaal zu Rittersaal – vorwärtsgetrieben vom unerbittlichen Fremdenführer vor Ort, der zum tausendsten Mal Kunibert XI.