: Stefan Andres

Hymnus auf einen vergessenen großen Schriftsteller – aus Anlaß einer Monographie: Erinnern an Jahnn!

Welch ein Werk – nein, eine Welt! Ich lese ihn wieder, nach so vielen Jahren, hineingezogen gleich in den Strom dieses Bewußtseins, dieser Bilder, die Kaum-Erklärbarkeit der Geschehnisse, in jenen weiten „Ozean der Finsternis, auf dem die Menschheit segelt“, das Gestarr der Sterne darüber – „große Leuchtfeuer an den Gestaden der Unendlichkeit.

Tage voller Übermut

Von Koblenz nach Schweich: Eine Moselwanderung mit dem Vater / Von Hanns-Josef Ortheil

In Kürze

Gewiß, es ist kaum möglich, einen Roman von 830 Seiten in wenigen Worten zusammenzufassen, gebührend zu weiten und, wie in diesem Fall, samt der Übersetzung zu loben.

Treppauf, treppab

Meta – und da die Abbiegung nach Positano! Voller Freude trete ich heftig auf das Gaspedal, um dann gleich wieder zu bremsen, denn nun beginnt die kurvenreiche Strecke durch das „Sorrentino“ Richtung Süden.

Campo Santo Teutonico

An den zwei Schweizer Gardisten, die am Glockentor links neben dem Petersdom Wache schieben, kommt keiner ohne Passierschein vorbei.

Aus der Nachkriegszeit: Feste über der Trauer

Glück sei die Abwesenheit von Unglück, liest man in den Aufzeichnungen, in denen das Glück selten anwesend ist. Oda Schaefer, die Lyrikerin, die mit Horst Lange lebte, erinnert sich abermals an das Leben zu zweit, andie Zeit an der Seite des Schriftstellers.

Stefan Andres

In einem Zeitalter der rüstigen Greise noch relativ jung, hat Andres dennoch sein literarisches Werk um Jahre überlebt. Der Müllerssohn aus dem Moselland war ein prächtiger Mann, ein treuer Freund, ein Kenner des Lebensleides, ein Genießer der Lebensfreuden, ein Trinker von Format (sein beinahe bestes Buch, über „Die großen Weine Deutschlands“, wird in den meisten Nachrufen keusch verschwiegen).

Solschenizyn und wir

Heinrich Böll behauptet im Spiegel vom 30. März 1970, Alexander Solschenizyn habe „die verfluchte Herablassung des Westens gegenüber der sowjetischen Literatur nicht nur ins Wanken gebracht“.

Edle Menschen

Es ist, um es gleich zu sagen, ein erbauliches und bedeutungsvolles Buch, das reichlich Trost spendet und mit liebevollem Zuspruch nicht geizt.

Er malte die Dornenkrone, Vögel und Russen

Die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen. Photoreporter hatten keinen Zutritt. Die Atmosphäre war gereizt, als am vergangenen Freitag vor der Jugendkammer des Landgerichts Bremen der 19 Jahre alte Jürgen Rosteck in der Anklagebank erschien.

Zeitfragen: Die sechs Gruppen der deutschen Literatur

Wir haben keine deutsche Literatur, sagte Hugo von Hofmannsthal, wir haben Goethe und Ansätze. Wir haben keine deutsche Kritik, variierte Ernst Robert Curtius, wir haben Friedrich Schlegel und Ansätze.

Die Neinsager bejahen uns

Auch für die deutsche Kultur sind ehrenwerte Männer nicht immer die besten Botschafter

Zeitmosaik

Die bloß erlernte Wahrheit klebt an uns wie ein angesetztes Glied, ein falscher Zahn oder eine wächserne Nase, die durch eigenes Denken erworbene aber gleicht den natürlichen Gliedern, und sie allein gehört uns wirklich an.

Ein deutscher Maler im Exil

In den späten Nachmittagsstunden des ersten Oktobersonntags verunglückte zwischen Paestum und Battipaglia, auf der Heimfahrt von einem Freundesbesuch in Buxentum, der deutsche, seit 1934 in Italien lebende und seit 1941 ständig in Positano ansässige Maler Kurt Craemer durch die Schuld eines unbeherrschten Sonntagsfahrers, der frontal in den Wagen Craemers hineinfuhr.

Theater

„In diesen Tagen, da wir aus verhängnisvollen politischen Träumereien über ein geeintes. Deutschland geweckt werden, an die Zeit zu erinnern, als es uns allen schlecht ging, in Ost- und Westdeutschland, ist eine mutige und gute Tat“ – mit diesen Worten kommentierte die Stuttgarter Zeitung den Entschluß des Schauspieldirektors Günther Lüders, die neue Spielzeit im Schauspielhaus mit „einem deutschen Totentanz“, 14 Jahre nach Borcherts dramatischem Aufschrei, zu eröffnen.

Zu empfehlen

„Liebe in unserer Zeit“, 32 Erzählungen, herausgegeben von Rolf Hochhuth, mit (zwei sehr bemerkenswerten) Essays von Otto Flake und Martin Beheim-Schwarzbach; Rütten & Loening Verlag, Hamburg; 633 S.

Neues in der neuen Theatersaison

Mit dem näherrückenden Beginn der kommenden Spielzeit werden weitere Uraufführungspläne bekannt. Zweimal Tancred Dorst in Lübeck, nämlich „Große Schmährede an der Stadtmauer“ und die Neufassung von „Freiheit für Clemens“, zweimal Hans Baumann im Hamburger Jungen Theater: „Im Zeichen der Fischer“ und „Der Drache von nebenan“.

Zeitmosaik

Auf Initiative eines Tübinger Studenten hin wurden die Stadtväter von Wuppertal und besonders das Kuratorium des Eduard-von-der-Heydt-Preises darauf aufmerksam gemacht, daß sie in einer Zeit, da es doch allen (und besonders den Schriftstellern) angeblich so gut geht, einen der Ihren „in unverschuldeter materieller Beschränkung und seelischer Einsamkeit“ dahinkümmern lassen: Hans Brandenburg, den Autor des Wuppertaler Romans „Vater öllendahl“.

Brief an Malraux

Man erinnert sich: 121 französische Intellektuelle (inzwischen ist ihre Zahl auf 188 gestiegen) hatten vor einigen Wochen ein Manifest aufgesetzt, in dem sie für den französischen Soldaten das Recht auf Gehorsamsverweigerung im Algerienkrieg forderten.

Mein Feind Alfred Andersch

Eine Besprechung des Romans „Die Rote“ und einige höchst persönliche – Bemerkungen