: Sybil Gräfin Schönfeldt

Kinderbuch: »Nicht gleich morden«

Was ist gute Kinderliteratur? Und wie bringt man Jungen zum Lesen? Ein ZEIT-Gespräch mit der Kinderbuchexpertin Sybil Gräfin Schönfeldt

Alte Rahmen, neue Bilder

Schon komisch: Warum will jemand dahin zurück, wos nun wirklich nicht rhagenfüllend und prügelfrei z

L. Frank Baums „Zauberer von Oz“ in einer Nacherzählung: Oz, Oos oder Auer?

In Nordamerika gehören die Bücher der Abenteuer im phantastischen Land „Oz“ oder „Oos“ seit 1900, dem Erscheinungsjahr des ersten Bandes, zu den Lieblingsbüchern von jung und alt, haben zahlreiche Medienadaptionen erfahren und spuken mit ihren Hauptgestalten durch Redensarten, Vergleiche und Wortspiele in Kinderalltag und Erwachsenenwelt.

In und um den Prado herum

Eigentlich wollte ich nur in den Prado, aber wenn es dort gerade eine Sonderausstellung gibt – warum nicht auch Velázquez? Mein spanischer Verlegerfreund hatte zwar geschrieben: „Wenn Sie planen, die Monster-Exhibition zu besuchen, rate ich Ihnen, all Ihre.

für beschränkte Eltern: Circe mit Grips

Ganz offensichtlich gibt es zwei Roald Dahls: Roald Dahl, den Zyniker, den Erfinder des Schauerlichen, den unermüdlichen Schöpfer ausgetüftelter Scheußlichkeiten, die seine Leser gesträubten Haares amüsieren – Küßchen, Küßchen –, und Roald Dahl, den entschlossenen Moralisten.

Ein phantastischer Kinderroman: Kapitän und Puppe

Im neuesten Buch des Amerikaners Richard Kennedy werden die literarischen Ahnen auf amüsante Weise übertroffen. Denn Kennedy spielt auf kuriose Weise mit der Vorstellung vom Leben in und aus der Puppe, ständig zwischen spaßigen und tiefgründigen Einfällen jonglierend.

Glatze, Krallen, Stöckelschuhe: Steckbrief für Hexen

Brecht spricht vom Einfachen, das schwer zu machen ist. Für Kinderbücher muß wohl das gleiche gelten. Wie sonst ist es zu erklären, daß auf der Flutwelle jährlicher Neuerscheinungen immer nur ein paar vereinzelte Schaumkrönchen schweben: Bücher, die einfach stimmen, die man nicht aus der Hand legen mag, die man verschlingt.

Sybil Gräfin Schönfeldt: Ich war Arbeitsmaid

Vor zehn Jahren, 1975, kündigte Rudolf Walter Leonhardt in dieser Zeitung eine Serie zur „Deutschen Zeitenwende 1945“ an und schrieb selbst den Artikel „Als Deutschland ein Straflager war“.

Pfui, der Struwwelpeter

Der Struwwelpeter. Wahrscheinlich das erstaunlichste Kinderbuch in deutscher Sprache, wobei das wahrhaft Verblüffende nicht einmal in der heutigen Auflage von zwölf oder fünfzehn Millionen liegt, auch nicht in der Tatsache, daß schon Doktor Heinrich Hoffmann 1856 anläßlich der hundertsten Auflage schreiben konnte: „Und so trat das bescheidene Hauskind plötzlich hinaus in die weite offene Welt und machte nur eine Reise, ich kann wohl sagen, um die Welt, von Übersetzungen ist mir bis jetzt eine englische, holländische, dänische, schwedische, russische, französische, italienische, spanische und portugiesische (für Brasilien) zu Gesicht gekommen.

Nachrichten von der Buchmesse: Workshop in New York

Deutsche Studenten kennen Mark Twain und Jack London, allenfalls noch J. D. Salinger. US-Studenten nennen die Gebrüder Grimm und Johanna Spyris „Heidi“, wenn sie nach deutscher Kinder- und Jugendliteratur gefragt werden.

Kritik in Kürze

„Liebesnacht“, Erzählung von Urs Widmer. Ein aus Endzeitgefühlen flüchtender Ich-Erzähler begibt sich auf der Suche nach Glück an einen klassischen Denkort der Literatur, in eine unter dem Schein einer Lampe versammelte kleine Gesellschaft, die, Geschichten erzählend, über sich selbst nachdenkt.

Von ZEIT-Mitarbeitern

„ZEIT-Gespräche 2“, von Fritz J. Raddatz. Die Gespräche, die Fritz J. Raddatz für die ZEIT mit internationalen Schriftstellern und Politikern führt – ob nun Max Frisch oder Bruno Kreisky, Czeslaw Milosz oder Helmut Schmidt – werden sehr bewußt nicht „Interview“ genannt.

Wenn die Augen nachlassen

Wer alt ist und nicht mehr ordentlich sehen kann, braucht zum Lesen eine Brille. Das ist ein Satz, mit dem die Alten vieler Generationen auskommen mußten.

Von ZEIT-Mitarbeitern

„Von Riesen und Zwergen“, von Helme Heine und Sybil Gräfin Schönfeldt. Riesen sind heutzutage Monster geworden oder Mißgeburten, Abarten sozialer Randgruppen.

Richard Adams: „Das Mädchen auf der Schaukel: Schuld und Sühne englisch

Eigentlich sind seine Helden Tiere. Kaninchen wie in „Watership Down“, dem Buch, das ihn berühmt gemacht hat, Hunde („Die Hunde des schwarzen Todes“), oder Bären („Shardik“), und Richard Adams, der einstige britische Umweltschutz-Beamte, hat sich mit ihnen unterdessen einen ganzen Kosmos geschaffen: Seine phantastischen Fabeln spielen in englischen Landschaften, die bis auf den Zauntritt und die Standortangabe von Wildpflanzen präzis beschrieben sind.