Vera-Maria Adam

Der Fall Monika Weimar: Das Urteil gilt, die Zweifel bleiben

Es war ein faszinierendes Szenario. Wenn man nicht gewußt hätte, daß es sich bei der Versammlung von purpurnen und schwarzen Roben um die Revisionsverhandlung im Fall Monika Weimar handelte, man hätte meinen können, einem juristischen Rigorosum, beizuwohnen: einer Veranstaltung auf höchstem Niveau, bei der junge Juristen ihre Doktorarbeiten vor dem Gremium gestandener Professoren verteidigen.

Manche Morde sterben nie

Kriminalisten und Juristen machten schlimme Fehler bei der Suche nach dem Mörder des Lindbergh-Babys

Spätes Alibi für Vera Brühne

Die Namen aus berühmten Kriminalfällen haften im Gedächtnis wie historische Daten. Auch Mörder, oder die man dafür hielt, sind Personen der Zeitgeschichte.

Vor-Urteil

Wird Horst Mahler einen fairen Prozeß bekommen? Der Verteidiger des einstigen APO-Anwalts hat, als er am ersten Verhandlungstag das Berliner Schwurgericht in toto wegen Befangenheit ablehnte, die Frage an die ganze deutsche Justiz gestellt.

Immer wieder: Vera Brühne

Was Anwälte und Journalisten in jahrelangen Bemühungen nicht vermochten, könnte jetzt einem Schriftsteller gelingen: Die Öffentlichkeit so aufzurütteln, daß die Justiz dem Drängen nach Wiederaufnahme des Mordprozesses gegen Vera Brühne und Johann Ferbach nachgibt.

Namen der Woche

Hilmar Baunsgaard (47), Führer der „Radikalen Venstre“ und dänischer Ministerpräsident seit vierzehn Tagen, bezeichnete die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie „als Ausgangspunkt für Verhandlungen über die europäischen Sicherheitsprobleme“.

Der Tod der Ilse Koch

Während des Krieges war sie nur wenigen bekannt, danach machte sie Schlagzeilen: Ilse Koch, bekannt als „Kommandeuse von Buchenwald“, berüchtigt als Quälerin und Totschlägerin von KZ-Häftlingen.

Prügelknabe des Gerichts: der Zeuge

Der Nachmittag, an dem Rechtsanwalt Heinz Pelka zum erstenmal Notiz nehmen konnte von der in München lebenden sächsischen Serviererin Gertrud Becherer – dieser Nachmittag war düster; als Zeuge im kürzlich nur vorerst abgeschlossenen Münchener Becherer-Prozeß erinnerte sich Pelka daran noch „wie heute“.

Irrte hier die Justiz?

Der Fall Brühne gehört seit Jahren zu den Erfolgsschlagern der Publizistik in deutschen Landen. Am 4. Juni 1962 wurden Vera Brühne und Johann Ferbach vom Münchner Schwurgericht wegen Doppelmordes, begangen an dem Arzt Dr.

Angeklagt: Dr. Carl Underberg

Amtsgerichtsrat Gerstenecker, die (straf-)richterliche Gewalt des Amtsgerichts Miesbach, Zweigstelle Tegernsee, war zwanzig Minuten mit sich zu Rate gegangen und hatte, wie es seines Amtes ist, das Für (des Angeklagten) und das Wider (des Staatsanwalts) erwogen.

Im Zweifelsfalle gegen die Frau

Am 12. März dieses Jahres wurde Eva Maria Mariotti zu lebenslänglichem Zuchthaus wegen gemeinschaftlichen Mordes und besonders schweren Raubes verurteilt.

Welche Frauen sind „unsympathisch“?

Kraus erlebte es in unzähligen Prozessen mit, wie Frauen behandelt wurden, besser: mißhandelt wurden. Man war zu seinen Lebzeiten etwas differenzierter in seinen Vorurteilen als im Jahre 1487, konzentrierte den Verdacht, der dem ganzen Geschlecht gegolten hatte, jetzt mehr auf Frauen, die „unsympathisch“ waren.

Chic im Büßerkleid

Grotesk, sagen sie, und aha und soso und siehmaleineran und nichtzufassen. Von unserem Geld, sagen die unbescholtenen Bürger und schütteln ihr Haupt.

Fernsehen: Moralitäten am Mittwoch

Die westliche Welt ist ziviler geworden. Als wir Schulbuben waren, hatten wir uns selbst und die Hand zu erheben, wenn Haydn und Horst Wessel, brüderlich vereint, aus dem Lautsprecher kamen.