: Walter Abendroth

1948: Versuche mit neuer Musik: Wo ist „Provinz“?

Provinz ist ein Begriff, der weniger eine geographische als eine geistige Situation bezeichnet. Provinz ist da, wo nichts geschieht oder wo das Geschehen um enge Interessen kreist, wo das Leben der schöpferischen Impulse ermangelt, wo die Uhr stillsteht oder gar rückwärts läuft.

ZU EMPFEHLEN

ES ENTHÄLT die Herkunftsgeschichte und Inhaltserläuterung jener ewigen Dokumente menschlicher Entwicklung, die, nach den Worten des Chronisten und Kommentators, „uns lehren, wie der Mensch sich Schritt für Schritt dessen bewußt wurde, was seine Würde ist als eines von Gott geschaffenen Wesens; was seine Freiheit ist als die eines denkenden Wesens; was seine unabdingbaren Rechte sein müssen als die eines in kleinen und großen Gemeinschaften lebenden Wesens“.

Abenteuer eines einfachen Mannes

Es gibt wohl keinen stärkeren Beweis für elementare Begabung, als daß ein Künstler, Dichter oder Schriftsteller nicht in das Experiment auszuweichen braucht, um sich dem Klischee zu entziehen.

ZU EMPFEHLEN

ES ENTHÄLT die Familiengeschichte des berühmten polnischen Adelsgeschlechts von den sagenumwobenen Ursprüngen bis in unsere unmittelbare Gegenwart.

ZU EMPFEHLEN

ES ENTHÄLT in Form von Originaltexten aus Beschreibungen, Erinnerungen, Briefen, Tagebüchern politischer Akteure, Archäologen, Historiker, Philosophen, Weltreisender, Abenteurer, Künstler und Schriftsteller, verknüpft durch überleitende Erläuterungen des Herausgebers, eine gedankliche Wanderung durch die Hauptschauplätze und Landschaften abendländischer Geschichte.

Koeppen und Abendroth

Die 1950 von Friedrich Märker, dem Präsidenten des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller, begründete „Stiftung zur Förderung des Schrifttums e.

Ludwig Thoma heute

Auch ohne hundertsten Geburtstag, ohne besonderen Anlaß überhaupt bestehen Gründe genug, nicht nur das Andenken, sondern das Lebenswerk eines Mannes zu pflegen, der eigentlich nie aufgehört hat, aktuell zu sein; Denn zu keiner Zeit noch gab es Überfluß an Dichtern, die sich ihre Poesie nicht abzuquälen, brauchen, Schriftstellern, die etwas Eigenes zu sagen haben und es in klarer eigener Sprache zu sagen wissen, und kritischen Geistern, die ihre Attacken nicht möglichst auf der Linie des geringsten Widerstandes ansetzen.

Niederlage der streitbaren Witwe

Hätte der seit Jahren hin und her gehende Rechtsstreit zwischen der streitbaren Witwe des Malers und dem Verleger Lothar-Günther Buchheim nicht weittragende Bedeutung für die Handhabung des Urheberrechts, so würden die mutmaßlichen, bisweilen jedenfalls deutlich genug sichtbar gewordenen psychologischen Hintergründe des Streitfalles auch schon genügen, dem Prozeß ein besonderes öffentliches Interesse zu sichern.

Als Prinz von Theben

Was ihrer Anerkennung seitens der akkreditierten literarischen Welt im ersten Drittel unseres Jahrhunderts im Wege stand, war Else Lasker-Schülers scheinbar enge Verbundenheit mit jenen künstlerischen Tendenzen ihrer Zeit, deren ihr befreundete Vertreter bewußte militante Kulturpolitiker waren.

Apropos Plauderei

Plaudern ist etwas Schönes, und auch ein Buch im Plauderton kann seinen Reiz haben – obwohl eine Schreibe keine Rede ist und geschrieben oder gar gedruckt leicht läppisch wirkt, was gesprochen noch als neckisch hingenommen werden mag.

Kunstkalender

• „Ivan + Josip Generalic: Naive Malerei aus Jugoslawien“ (München, Galerie Friedrich + Dahlem): Es ist sicherlich kein Zufall, daß die Entwicklung der bildenden Künste in letzte Abstraktion und absolute Maßstablosigkeit hinein auf der anderen Seite ein Phänomen wie die „naive“ Malerei hervorgerufen hat.

Den bedeutendsten Sammlungen entliehen

Im Münchner „Haus der Kunst“ hat es so manche Ausstellung gegeben, die der Besucher kaum bewältigen konnte, da sie nach dem Grundsatz „Die Masse kann man nur mit Masse zwingen“ aufgebaut zu sein schien.

Max Picard

Am 3. Oktober ist, siebenundsiebzigjährig, Max Picard an den Folgen eines Unfalls gestorben. Mit ihm ging eine jener Persönlichkeiten dahin, deren bloßes Dasein für die Mitwelt einen Wert bedeutet und deren Wirken sich ohne viel Geräusch, doch mit einer gewissen Unwiderstehlichkeit bemerkbar macht.

Kunstkalender

• Kinetische Kunst“ (München, Galerie Klihm): Was die kleine Schwabinger Galerie Klihm, eine der abwechslungsfreudigsten unter den Privatgalerien Münchens, mit ihrer Ausstellung von Arbeiten des Op-art-Spezialisten Gerhard von Graevenitz zur Diskussion stellt, ist so kurzweilig, daß die Frage, ob so etwas noch „Kunst“ oder wie eigentlich sonst zu nennen sei, von untergeordnetem Interesse ist.

Das Große im Kleinen

Es gibt in der Literatur, wie im kulturellen Leben überhaupt, Erscheinungen, die, obwohl sie niemals Sensation gemacht haben, doch ihre Zeit unbemessen überdauern, immer im stillen weiterwirken, immer eine Gemeinde von Kennern um sich zu versammeln vermögen und somit immer eine gewisse Aktualität behalten.

Als die neue Kunst neu war

Eigentlich sind es vier Personen, die an dem Briefwechsel teilnehmen, da die beiden Ehefrauen, in engstem Kontakt mit dem Gedankenaustausch der Männer, ebenfalls zu Wort kommen.

Briefe eines Unabhängigen

Daß Briefschreiben als Kunst längst aus der Mode gekommen ist und, sofern es hier und da doch gelegentlich noch vorkommt, sich zweifellos anachronistisch ausnimmt, ist schon oft genug festgestellt worden.

Ermutigung zum Porträt

Während es im allgemeinen heute üblich ist, zu propagieren, was ohnehin im Schwange und mithin das Alltägliche ist, hatte die Bayerische Akademie der Schönen Künste“ den lobenswerten Einfall, einen „Wettbewerb zur Förderung der Bildniskunst“ auszuschreiben.

Vivisektion des Schlagers

Niemand, so wird heute üblicherweise gesagt, könne sich dem Schlager entziehen. Jedem dränge er sich auf, gewünscht oder ungewünscht, niemand könne ihn ignorieren.

Ludwig Thomas Briefe

Jede Vergangenheit ist anders gewesen, als sie durch die Brille einer späteren Zeit gesehen wird. Es hat nämlich jedes Zeitalter seine Spezialbrille, deren Schliff die wahren Konturen des Geschehenen verzerrt.

Deutschland: Junge Musik zum Klosterjubiläum

An der Hauptverbindungslinie zwischen München und Lindau, die auf der Bundesstraße 12 bis Landsberg am Lech und dann auf der Bundesstraße 18 weiter führt, liegt wenige Kilometer südöstlich von Memmingen die Benediktinerabtei Ottobeuren.

Das unzulängliche Gegenbeispiel

Die Münchner Festspiele (vom 17. Juli bis 16. August), deren Hauptgewicht auf dem Strauss-Gedächtnis-Repertoire liegt, wurden, am Vorabend des Bayreuther Festspielbeginns, gewissermaßen demonstrativ mit einer Wagner-Neuinszenierung eröffnet.