: Walter Arendt

Streitkultur: Von Faulpelzen und Wahlkämpfern

"Kein Recht auf staatliche Faulheit" - FDP-Chef Westerwelle provoziert SPD, Grüne und Linke. Tatsächlich hat sein Spruch auch im linken Spektrum Tradition.

Wie wir's verdienen

Interview mit Franz Müntefering: "Wir hätten früher kämpfen sollen", Nr. 29

Entfremdete Weggenossen

Ein Herz und eine Seele sind sie schon lange nicht mehr. Das Bündnis zwischen Sozialdemokraten und Gewerkschaftern, dem in der deutschen Geschichte viele soziale Errungenschaften zu verdanken sind, hat in den vergangenen Jahren tiefe Risse bekommen.

Charakter zeigt sich in der Krise

Schlimmes ist passiert in unserem Land“, so sagt der schleswig-holsteinische Propst Kohlwage. Das ist wohl wahr. Der Tod eines Menschen unter fragwürdigen Umständen, welche anderen Menschen Anlaß geben, das Bild seines Charakters in Zweifel zu ziehen, ist eine Tragödie für den Toten und noch mehr für seine Familie, die mit dem Schmerz und, jedenfalls einstweilen, auch mit dem Schimpf leben muß.

Die soziale Rentenversicherung steht vor schweren Belastungsproben. Durch kleine Reparaturen läßt sich das bestehende System nicht retten. In der Bevölkerung wächst die Sorge, daß ein ausreichender Lebensstandard im Alter schon bald nicht mehr gesichert werden kann.: Reform oder Revolution

Jungblut: Die Zeiten sind lange vorbei, in denen Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern zum deutschen Rentensystem kaum mehr einfiel als die Feststellung, die dynamische Altersrente in der Bundesrepublik sei das beste und fortschrittlichste System, das es überhaupt gibt; wir waren darauf so stolz, daß wir lange nicht bemerkt haben, daß es vielleicht ein „Schönwetter-System“ ist, das doch nicht für die Ewigkeit gemacht ist.

Retter in der Not

Ob Freund oder Feind – wer Georg Leber charakterisiert, der benutzt immer dasselbe Bild: Der Leber ist ein „Brückenbauer“, heißt es stets.

Unfallforschung: Namen gestrichen

Die Dortmunder „Bundesanstalt für Arbeitsschutz“ ohne Unfallforschung – eine wissenschaftliche Bankrotterklärung?

Stark und vernünftig

Die Dortmunder Bergmannsfrauen hätten sich die Fahrt nach Essen getrost sparen können. Der Aufsichtsrat der Ruhrkohle-AG nahm dort am vergangenen Freitag zwar zustimmend zur Kenntnis, daß der Vorstand eine Einschränkung der Förderkapazitäten für notwendig hält, der befürchtete Beschluß über die Stillegung der Dortmunder Zeche Gneisenau fand jedoch nicht statt.

Einigungsstelle: Schlichter ohne Grenzen

Den ministeriellen Trotz erregte ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Berlin. Dort unterlag der Minister am Freitag vergangener Woche in einem Rechtsstreit zwischen dem Vizepräsidenten des Landesarbeitsgerichts in Hamm, Werner Brill, und dem Land Nordrhein-Westfalen.

Die Dame ist fürs Feuer

Als Katharina Focke am Mittwoch vergangener Woche zur Sitzung des Europa-Parlaments nach Straßburg kam, schlug ihr von allen Seiten, über die Grenzen der zehn Nationen und der vier Fraktionen hinweg, eine Woge des Wohlwollens entgegen.

Der fröhliche Sanierer

Von Dieter Piel Mit nur zwei Worten animierte Franz Josef Strauß die Delegierten des CDU-Bundesparteitags in der vorigen Woche in Köln zum ersten, deutlichen Beifall für seine Gast-Rede: „Norbert Blüm“.

„ ...oder wir sind blamiert“

In der nächsten Woche, wenn es in der Kölner Messehalle wieder mal „aufwärts mit Deutschland“ geht – so das Motto des 31. CDU-Bundesparteitags –, soll es auch für Norbert Blüm einen kleinen Aufschwung geben.

Der Sozialstaat verdarb seine Kinder

Für die Koalition von SPD und FDP war es eine Unglückszahl: Fast auf den Tag genau nach 13 Jahren endete am 17. September 1982, was in der Wahlnacht des 28.

Krach im Kabinett: Ein Sozialminister ohne Fortune

Mittwochs, wenn sich das Bundeskabinett trifft, ist er immer dabei – doch neuerdings ist er auch immer dran: Keine Tagesordnung ohne Herbert Ehrenberg, den Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.

Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen zwingt zur Reform – aber die Lobby wehrt sich mit allen Mitteln: Ein Kampf um 200 Milliarden

Viele Fronten, viele Köpfe, viel Geschrei: Da kämpfen „Systemveränderer“ gegen „Profitgeier“, „kleine Leute“, auf deren Rücken mal wieder alles ausgetragen werden soll, gegen „verantwortungsbewußte Vertreter eines bewährten Systems“, die sich von „Laien überstürzt“ hereingelegt fühlen, Freie und Unfreie und betrogene Betrüger.

Der Vorhang senkt sich...

Der Zahlenschleier verbirgt die Wirklichkeit. In Wahrheit geht es in diesen Tagen, in denen so viel von Milliarden die Rede ist, nicht um Geld, sondern um politische Moral.

Rabenvater Staat

Je weniger die Beschäftigten der Deutschen Bundespostverdienen, desto größer ist ihre. Chance, früher als andere in Pension zu ge" hen.

Die Meßlatte des Kanzlers für das Kabinett

Wenn die einen die „Eckpfeiler“ des Kabinetts bilden, wie Helmut Schmidt jüngst gesagt hat, sind die anderen die Austauschbaren, deren Fehlen das Gebäude nicht ins Wanken bringt.

Modell Deutschland - kein Meisterwerk

Genau 4023 Tage liegen zwischen dem 5. Oktober 1980 und der Wahlentscheidung vom 28. September 1969, die Willy Brandt und Walter Scheel die Chance bot, die erste sozial liberale Regierung der Bundesrepublik zu bilden.

Der heilsame Schock

Nach dem Finanzdebakel von 1976 sind die deutschen Sozialpolitiker vorsichtiger geworden

Wenn Wahlgeschenke als „Förderung“ neuer „Technologien“ verpackt und die Kritiker diffamiert werden:: Alte Tricks im neuen Gewand

Angriff ist die beste Form der Verteidigung – diese Regel gilt für Boxer ebenso wie für Politiker. Zu denen, die sie offenbar begriffen haben, gehört Bundesforschungsminister Volker Hauff, der an Kurt Biedenkopf – noch vor dem plötzlichen Tod des nordrhein-westfälischen Landtagswahl-Spitzenkandidaten Heinrich Köppler, dessen Nachfolge Biedenkopf nun angetreten hat – einen offenen Brief geschrieben hat.

Kampf bis zur Vernichtung?

Die Funktionäre des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) trugen es mit Fassung. Während Maria Weber, die stellvertretende DGB-Vorsitzende, am 5.

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