: Wien

Unerfüllte Wünsche

Es läßt sich nun einmal nicht leugnen, daß Österreichs und Deutschlands Wirtschaft eng miteinander verknüpft.sind unberührt von den politischen Fehlern des vergangenen Jahrzehnts.

Die Rolle der UNO

Noch sind die Würfel über Deutschland, über seine Grenzen und seine Menschen nicht endgültig gefallen. Wenn der Außenministerrat auf unbestimmte Zeit vertagt ist, so können die Verhandlungen doch weitergeführt werden über die Botschafter der Großmächte oder – in praktischen Fragen der Besatzungspolitik – über den Kontrolltat in Berlin.

Teil für das Ganze

Von Hans Hajek Aus einem Brief des Drogisten-Verbandes Nord-Rheinprovinz e. V., Düsseldorf, an die „Die Zeit“: „Wir dürfen Sie bitten, vor kommenden Veröffentlichungen zu bedenken, daß nicht durch leicht dahin-’ geschriebene Worte Menschen getroffen werden, die ihre Arbeit tun und eine nicht unbedeutende Verantwortung für die Versorgung und • gesundheitliche Betreuung haben.

Notizen

Am 13. Dezember, rechtzeitig als ein Geschenk zu Weihnachten, wird das Germanische National-Museum in Nürnberg die ersten Schauräume wieder eröffnen.

Jacobowsky und der Oberst

Komödie einer Tragödie“ nannte Franz Werfel dieses, sein letztes Drama; er vermied die -Tragödie, so unvermeidbar sie vom Thema her scheint; er beschwor das ferne Schattenbild zweier Gestalten, die menschliche Tragik und Romantik, aber auch überlegene Narrheit und instinktive Klugheit in sich vereinen.

Notizen

Der Alliierte Kontrollrat in Wien verbot das neue Stück des französischen Dramatikers Georges Roland „Simone und der Frieden“ kurz vor der Erstaufführung, Das Thema des Schauspiels ist die Sehnsucht nach dem Frieden unter den Völkern, die vom Verfasser den Handlungen gewisser Diplomaten gegenübergestellt wird.

„Glaube an mich“

Der Schuster hat kein Material, die Schuhe zu besohlen. Der Elektriker hat keinen Draht So eben auch die Filmleute Materialschwierigkeiten, und auch in Österreich scheint alles, knapp zu sein.

Dichter und Dulder

Als Gast des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands sprach Alfred Beierle zu Hamburg im Rahmen einer Veranstaltungswoche über Jack London.

WOCHENÜBERSICHT

Außenminister Bevin bezeichnete im Unterhaus die für den Herbst in London vorgesehene Außenministerkonferenz als die wichtigste der Weltgeschichte.

Der Maler mit den Röntgenaugen

In der aristokratischen Park Lane, im vierten Stock eines Hauses, dessen Treppen mit dicken Läufern belegt sind, öffnet ein großer, in eine Schlachterschürze gekleideter Mann die Tür zu.

Kunst in kühler Atmosphäre

Am Anfang stand ein Irrtum. Als der chaotischeZustand in Deutschland vollständig geworden war und dennoch nicht nur die Optimisten an eine rasche Wendung zum Guten glauben wollten, hatten sich viele Hoffnungen der auf Wanderschaft geratenen Künstler auf Hamburg, die größte Stadt der britischen Zone, gerichtet.

„Können Sie liefern oder nicht“?

Export Exhibition“ steht auf den Transparenten am Haus der Kunst in München. Übersetzt, heißt das „Export-Ausstellung“. Es bedeutet die Vorführung von Waren für den Export.

Franz Schreker, ein Vergessener

Wir handeln hier von der Musik, und es seian Franz Schreker erinnert, den Schöpfer der „Gezeichneten“ und des „Schatzgräbers“.

Halblaute Belehrung

Er war nicht so wie wir. Im Beichtstuhl schnurrte er seine Sünden nicht kindlich flink herunter und machte auch keine Faxen in der Kirche, sondern guckte ängstlich nach den Teufelsfratzen des alten Chorgestühls.

Hände weg!

Sollte die Berliner Zeitung „Tagesspiegel“ es sich zur Aufgabe gesetzt haben, den „20. Juli“ streng im Hitlerschen Sinne als eine Machenschaft unfähiger Militaristen zu entlarven? In einem groß aufgemachten Artikel „Improvisierter Widerstand“ nimmt der Verfasser, Erik Reger, weniger in kritischer als in befangen abfälliger Weise zu der Geschichte des 20.

Der Strich durchs Land

Die Schwaben zeichnen sich durch Fleiß und Nüchternheit, Geist und Frömmigkeit aus. Das sind Charaktermerkmale eines stark in sich gekehrten Wesens.

Ein Streiter für das Recht

Wahre Wissenschaft, die ehrlich nach Objektivitätstrebt, hat etwas Menschheit-Versöhnendes. Denn es gibt zwar unabsehbar viel Irrtümer und leider auch bewußt vorgebrachte Unwahrheiten, aber in jeder Frage nur eine einzige Wahrheit.

Nachkriegswehen in Jugoslawien

Nach der vorläufigen Regelung der Triester Frage, die Monate hindurch den Hauptgegenstand der jugoslawischen diplomatischen Aktivität Und den Stoff langer Betrachtungen der Belgrader Presse lieferte, scheint es, daß man in Belgrad gegenwärtig der österreichisch – jugoslawischen Grenze besondere Beachtung schenkt.

Nora oder ein Puppenheim

Der einsame Stammgast, der allabendlich im Café Luitpold in München erschien, um die Zeittungen zu lesen, hatte auf dem Grunde seines modischen Zylinderhutes einen Spiegel, in den er von Zeit zu Zeit verstohlen hineinblickte, um sich meines korrekten Aussehens zu vergewissern.

Tal der Zuflucht

Alle Täler sind Durchlässe oder Sackgassen. Jedes Joch bedeutet einen Übergang, wenigstens im GebirgE. Und nicht nur im Gebirge. Nicht nur im Gebirge.

Zeuge der Eiszeit

Der Zug hielt in Tutzing. Ich schaute aus dem Fenster. Auf dem Bahnsteig lag ein großer, grauer Stein, davor stand eine kleine weiße Tafel mit der Aufschrift: „Zeuge der Eiszeit.

Eva Katharina Lessing

Als er „müßig am Markte“ steht, erreicht den freien Schriftsteller Lessing der Ruf nach Hamburg. Er soll dem neu zu begründenden Nationaltheater als Dramaturg sein kritisches Gewissen widmen.

Starke Männer am falschen Platz

Es ist nun gerade ein halbes Jahrhundert her, daß Deutschland in jene wirtschaftliche Hochblüte eintrat, die fast zwei Jahrzehnte, bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges, währte und deren Einsetzen von den Gelehrten der Volkswirtschaft in der Regel auf das Jahr 1896 datiert wird.

„Eine gute Melodie kann viel vertragen“

Zugegeben, er war zwölf Jahre lang von einer künstlichen und geradezu hysterisch hellen Sonne des Ruhmes angestrahlt, und diese Gloriole stand in gar keinem Verhältnis zu seinem Schaffen.

Um die Neutralität der Schweiz

Der Schweizer Außenminister, Prof. Petitpierre, hat jetzt eine Frage aufgeworfen, die für im Schicksal der Schweiz entscheidend ist.