: Wolfenbüttel

Kunstkalender

Eine Stadt ist diese Ausstellung, aufgeteilt in Ober- und Unterstadt, in Plätze und Straßenzüge. Lampen sind angezündet, es ist Nacht.

1 x mal Deutschland und zurück

Sieben Uhr zehn, Bahnhof Staltach, eine Haltestelle mit zugigem Wartehäuschen und ein paar Fahrradständern. Das alte Bahnhofsgebäude steht leer, die Scheiben des pavillonartigen gläsernen Vorbaus sind zerbrochen, die Ruine ist mit Dämmplatten abgesperrt.

Der Rettungsring ist da – doch keiner greift danach

Bücher, die sich von allein in Staub auflösen, gibt es nicht. Die Gefahr, auf die – in oft übertriebener Form – hingewiesen wird, ist in der Tat latent vorhanden; sie ist begründet in dem Säuregehalt des Papiers.

Im teutonischen Wolkenkuckucksheim

Fruchtbar und weit umfassend ist das Gebiet der Geschichte; in ihrem Kreise liegt die ganze moralische Welt. Durch alle Zustände, die der Mensch erlebte, durch alle abwechselnden Gestalten der Meinung, durch seine Torheit und Weisheit, seine Verschlimmerung und seine Veredlung, begleitet sie ihn; von allem, was er sich nahm und gab, muß sie Rechenschaft ablegen“: Das sind Sätze aus Schillers akademischer Antrittsrede „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte“, einer Ansprache, deren Weisheit, Urbanität und Witz zu bewundern gerade in einem Augenblick tröstlich und notwendig ist, da Historiker verschiedener Couleur, Studierte und Dilettanten, listige Ideologen und tolpatschige Nachredner, zu verstehen geben, daß wir gut daran täten, uns um „ein paar meckernde Juden“ und „Vergangenheitsbewältiger“ mit ihrer ewig wiederholten „Dauerbüßeraufgabe“ nicht länger zu kümmern.

Zeitmosaik

Der soll der Bösewicht vom Dienst gewesen sein? Wie ein Schurke sah der nicht aus, der – geschmeidig bis ins hohe Alter – mit unnachahmlicher Diskretion die Bühne betrat und sie sofort, vor jedem Wort, beherrschte.

Die verstreute Bibliothek

Wie auch ohne eine deutsche „Bibliotheque Nationale“ der Zugang zu alten Büchern und Drucken erleichtert

Niedersachsen: Neun Städte auf einen Streich

Niedersachsens traditionelle Ferienlandschaften – die Nordseeküste, der Harz, die Heide und das Weserbergland – sind zwar hinlänglich bekannt, weniger aber die Städte dieses Flächenlandes.

Lumpenbüttel oder Lessingstadt

Wer mich sieht, der macht mir ein Kompliment wegen meines gesunden Aussehens, und ich möchte dieses Kompliment lieber immer mit einer Ohrfeige beantworten.

Straßenbau auf dem Lande: Mit Karacho durchs Dorf

Bürgermeister Bernhard Hünersdorf, Landwirt von Beruf, ist ein aufrechter Demokrat. Die vorletzte Wahlperiode ausgenommen, wo ein karrierebewußter Konkurrent das Amt erklommen und moderne Zeiten hatte anbrechen lassen wollen, regiert er das niedersächsische Dorf Hedeper (Betonung auf der ersten Silbe) seit gut einem Dutzend Jahren.

Fachzeitschrift mit Niveau: Schiefertafel

Was 1978 mit einem Geleitwort des Direktors der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel als „Mitteilungen zur Vorbereitung einer Bibliographie alter deutscher Kinderbücher“ begann, hat sich inzwischen zu einer wissenschaftlich anerkannten Vierteljahresschrift der Kinder- und Jugendliteratur entwickelt.

Walther Killy zum 65. Geburtstag: Der eigenwillige Elfenbeintürmer

Vielleicht werden Spätere einen eigenen Sinn darin entdecken, daß es Walther Killy am Ende nach Wolfenbüttel zog, wo er als Direktor des Forschungsprogramms im September 1978 gewissermaßen ein Nachfahre Gotthold Ephraim Lessings wurde, der dort ja von 1770 bis 1781 Bibliothekar war.

Was darf die Satire?

Nach jahrelanger Flaute gibt es wieder zwei Satire-Magazine in Deutschland: die Titanic mit ihrem intellektuellen Universalspott und das neue pardon, das als Ableger von konkret seinen ernsten politischen Standpunkt hat.

Die Nummer mit Claus

Jägermeister-Werbung: Eine witzige Idee, die auch nach sieben Jahren noch ankommt

Gotthold Ephraim Lessing: Anti-Goeze

So teuer hat kaum ein deutscher Autor für ein Buch bezahlen müssen wie Lessing für seine Streitschriften gegen den Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze.