TiefseeforschungDr. Max: Säureangriff auf das Unterwasserparadies
Zahlreiche Korallenriffe in der Tiefsee sind bedroht, weil die Ozeane immer saurer werden. Vor Norwegen vermessen Meeresforscher das Risiko für die Unterwasserwelt. Max Rauner begleitete sie in einem selbst gebauten U-Boot.
Weitere Videos aus der Serie "Dr. Max"
- Datum 21.11.2011 - 13:40 Uhr
- Serie Dr. Max
- Versenden E-Mail verschicken
- Kommentare 6
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+




manche Formulierung muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen.
Zumal jede Erklärung fehlt, warum das doch recht inhomogen strukturierte Meerwasser einen konstanten pH aufweisen sollte! Auch darf die Ergänzung nicht fehlen, das pH und pE zusammen über die Lage der jeweilgen Stabilitätsfelder von Mineralphasen entscheiden.
Mit der Tiefe kommt da noch der Druck hinzu, eas seine Auswirkungen in ACD und CCD (Aragonite bzw. Carbonate- compensation depth) hat; was die Tiefe beschreibt, in der wei konstantem pH/eH die Drucklösung stattfindet.
Kurz: "Säureangriff" bei pH >7 ist Stuss!
Kalkschaler können sowieso nur mit intaktem Periostrakum entsprechen Kalk abscheiden. Dieses darf nicht durch Nanopartikel, Biozide, Zinnorganik etc. geschädigt sein und natürlich muss die Lösung überhaupt ausreichend verfügbares Carbonat enthalten.
Zudem ist zu beachten, dass viele Kalkabscheider nur mit den Gleichgewichtsverhältnissen zurechtkommen in denen sie aufgewachsen sind, d.h. i.d.R. verträgt eine Folgegeneration problemlos ein verschobenes Gleichgewicht, wenn von deren Lebensbeginn an bekannt.
MfG Karl Müller
@ Karl Müller
Hallo Herr Müller, danke für den Hinweis. Es ist korrekt, die Ozeane sind immer noch basisch, sie sind allerdings seit Beginn der Industrialisierung um etwa 30 Prozent saurer geworden. Das ist das Problem. (Laut IPCC variiert der pH-Wert des Oberflächenwassers je nach Region zwischen 7,9 und 8,3. Er ist im globalen Mittel um 0,1 gesunken, und dies entspricht einer Zunahme des Säuregrads um 30 Prozent, die pH-Skala ist logarithmisch.
Quelle: http://www.ipcc.ch/public... )
Auch die Tiefe und die Temperatur spielen eine Rolle für die Karbonatsättigung und damit für das Überleben der Kalkbildner. Der CO2-Gehalt ist im tiefen Ozean am größten, weil CO2 u.a. durch Plankton nach unten transportiert wird ("biologische Pumpe"). Tief liegende Korallen werden als erstes Probleme bekommen. Die "korrosive Grenze" liegt im Nordatlantik derzeit bei etwa 3000 Meter und wandert mit zunehmender Versauerung nach oben.
Dass die Kalkbildner sich schon von einer zur nächsten Generation anpassen können, wie Sie im letzten Absatz schreiben, bezweifeln die Forscher.
@ Karl Müller
Hallo Herr Müller, danke für den Hinweis. Es ist korrekt, die Ozeane sind immer noch basisch, sie sind allerdings seit Beginn der Industrialisierung um etwa 30 Prozent saurer geworden. Das ist das Problem. (Laut IPCC variiert der pH-Wert des Oberflächenwassers je nach Region zwischen 7,9 und 8,3. Er ist im globalen Mittel um 0,1 gesunken, und dies entspricht einer Zunahme des Säuregrads um 30 Prozent, die pH-Skala ist logarithmisch.
Quelle: http://www.ipcc.ch/public... )
Auch die Tiefe und die Temperatur spielen eine Rolle für die Karbonatsättigung und damit für das Überleben der Kalkbildner. Der CO2-Gehalt ist im tiefen Ozean am größten, weil CO2 u.a. durch Plankton nach unten transportiert wird ("biologische Pumpe"). Tief liegende Korallen werden als erstes Probleme bekommen. Die "korrosive Grenze" liegt im Nordatlantik derzeit bei etwa 3000 Meter und wandert mit zunehmender Versauerung nach oben.
Dass die Kalkbildner sich schon von einer zur nächsten Generation anpassen können, wie Sie im letzten Absatz schreiben, bezweifeln die Forscher.
@ Karl Müller
Hallo Herr Müller, danke für den Hinweis. Es ist korrekt, die Ozeane sind immer noch basisch, sie sind allerdings seit Beginn der Industrialisierung um etwa 30 Prozent saurer geworden. Das ist das Problem. (Laut IPCC variiert der pH-Wert des Oberflächenwassers je nach Region zwischen 7,9 und 8,3. Er ist im globalen Mittel um 0,1 gesunken, und dies entspricht einer Zunahme des Säuregrads um 30 Prozent, die pH-Skala ist logarithmisch.
Quelle: http://www.ipcc.ch/public... )
Auch die Tiefe und die Temperatur spielen eine Rolle für die Karbonatsättigung und damit für das Überleben der Kalkbildner. Der CO2-Gehalt ist im tiefen Ozean am größten, weil CO2 u.a. durch Plankton nach unten transportiert wird ("biologische Pumpe"). Tief liegende Korallen werden als erstes Probleme bekommen. Die "korrosive Grenze" liegt im Nordatlantik derzeit bei etwa 3000 Meter und wandert mit zunehmender Versauerung nach oben.
Dass die Kalkbildner sich schon von einer zur nächsten Generation anpassen können, wie Sie im letzten Absatz schreiben, bezweifeln die Forscher.
danke für die Antwort. Nur was betrachten Sie als "Oberflächenwasser"? Das ist bei z.b. 300 m WS kein großer Anteil und damit völlig uninteressant. Zudem halte ich es für zumindest problematisch "über alle Regionen" zu mitteln, ohne die regionsspezifischen Unterscheide einfließen zu lassen.
Die Art der Probenahme ist auch noch so ein Diskussionsfaktor den hier leider wegfällt.
Im Ostseewasser hab ich mal für den obersten Meter Tagesänderungen von fast 0,05 Einheiten bestimmt, mitveranlasst durch die strömungsbestimmte Fracht an gelösten und festen Stoffen....
Saure Biofilme entwickeln sich da über längere Zeiträume auch auch auf Probenahmetechnik. Und pH ist ohne geeignete eH Messung soweiso nur die "halbe Miete" wenn es um die Feststellung von Stabilitätsfeldverschiebungen geht.
Außerhalb von Randmeeren kommen noch die thermischen Konvektionszellen hinzu:
http://wo.jcommops.org/cg...
Mit aus Formalia errechneten Grenzen ist absolute Vorsicht geboten, das funktioniert schon mit Schadstoffausbreitung in Flachmeeren nicht.
Die "Pumpe" wird von Mineraleinträgen aus der Tiefsee sowie Landeinschwemmungen und Eintrag aus der Luft gefüttert, insbesondere die großen Hg Anteile aus Nordafrika gehen bis auf die Bahamas nieder.
Eine korrosive Grenze, wie aus Ihren Angaben abzuleiten wäre, existiert so nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht.
MfG Karl Müller
...auch mal versuchen müssen, aus der Paläobiologie Information zu schöpfen. Korallen hinterlassen doch dauerhafte Reste und es gab ja Zeiten auf der Erde, zu denen die Luft noch ganz anders dick war als heute. Und wie sieht es denn mit den Spuren der letzten Jahrzehnte/Jahrhunderte aus?
Also, in Nr. 6 hatte ich geschrieben, dass ich die Müller-Rauner-Diskussion wirklich inreressant fand. Nur die Video-Geschichte war wohl hauptsächlich nur dazu gut, Grüne erbleichen zu lassen.
Nur zur Sache (ich bin kein Meeresbiologe, will auch keiner mehr werden), hatte ich gemeint, es müsse da doch eigentlich tiefer schürfende Untersuchungen geben. Man hätte doch z;B. auch mal...
es ist garnicht so einfach in Meerwasser einen "pH"-Wert zu messen und dann nachweisbar zu sagen welche Gültigkeitsbereich die Messung hat.
Herr Rauner argumentiert hier nur mit Mechanismen die sich ausschließlich auf gelöste Stoffe beziehen, ohne den Nachweis dass ungelöste Anteile hier keine Auswirkungen haben ist das etwas bedenklich.
Nur mit "Konzentrationen" in wässrigen Realproben zu argumentieren entspricht schlicht nicht dem Stand von Forschung und Technik.
MfG Karl Müller
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren