Roman von Mo YanLesetipps mit Iris Radisch: "Die Sandelholzstrafe"

Kunstvoll und grausam: Der diesjährige Literatur-Nobelpreisträger Mo Yan schildert in seinem Roman den Kampf chinesischer Bauern gegen deutsche Ingenieure zur Kaiserzeit.

 

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Leserkommentare
  1. Ich glaube, was die Grausamkeit von Menschen und insbesondere, was die geschichtlich-traditionell bekannte chinesischen "Foltertechnikkunst" betrifft,möchte ich doch darüber, wenn überhaupt, lieber in einem ethisch-moralischen und ja, gesellschaftspolitischen Rahmen etwas erfahren müssen. So etwa ,wie in dem Gefängnisroman von Liao Yiwu, bei dessen Lektüre ich allerdings auch schon zwischendurch immer viele Lesepausen einlegen mußte, weil ich das durchgehend nicht ertragen hätte können. Ich weiß nicht, ob es sich wirklich für mich lohnen würde, akribisch Genauestes über die "Sandelholzstrafe" zu lesen. Inwiefern es sich "lohnt", sich solche Qualen durch Lesen anzutun, frage ich mich. Um eine fremde Kultur besser verstehen zu lernen? Um die Verirrungen, die Abwege der menschlichen Kulturen noch genauer analysieren zu können? Muss man sich tatsächlich vor Grauen schütteln lassen von Literatur? Ich habe das Buch von Liao Yiwu tatsächlich nur deshalb durchstehen können und wollen aus dem Gefühl der Solidarität mit einem hoch empfindsamen Menschen, der dies alles selbst am eigenen Leibe ertragen hat müssen und dabei phänomenalerweise trotzdem nicht verrückt geworden ist. Er hatte mir etwas zu erzählen über unsere Zivilisation, über unser Menschsein!

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