Leben in der Zukunft: Eine Utopie von Götz Werner: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle

Götz Werner, Gründer der DM-Drogeriekette, träumt von einer Welt ohne Existenznöte durch das bedingungslose Grundeinkommen.
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Woher kommt das Geld?

Nicht nur ist zu fragen: Woher kommt das Geld? Auch: Woher kommen die Güter, die getauscht werden? Sind die ganz einfach da, vom Himmel gefallen? Ode müssen die nicht vorher produziert werden? Zu deren Produktion braucht der Unternehmer aber doch schon Geld: Zum Ankauf von Vorprodukten, zum Ankauf von menschlicher Arbeitskraft. Die Vertreter eines Grundeinkommens haben trotz der Erfahrungen der letzten fünf Jahre noch immer nicht gelernt, was Geld ist, wie es entsteht. Dass jedem Euro an Guthaben ein Euro an Schulden gegenübersteht, die irgendjemand aufnehmen und tragen muss. Üblicherweise sind das die Unternehmen, die in Konkurs gehen müssen, wenn sie ihre Schulden nicht zurückzahlen können. Dieses Zurückzahlen von aufgenommen Krediten - den Schulden - aber kümmert den Staat wenig. Er häuft vielmehr die Schulden immer weiter auf. So auch der griechische Staat, der damit ein Grundeinkommen bezahlte.

Götz Werner ein "Plagiator"?

Was Götz Werner da sagt, kommt mir größtenteils bekannt vor. Wer hat nochmal ähnliches gesagt?
"Gemeinschaft von freien Individualitäten". Werners Zielvorstellung erinnert an die eines vielzuoft missverstandenen Denkers, der sagte: „An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.“
Nur was wir heute denken können, kann die Realität der Zukunft sein, meint Werner, ein anderer sagte, dass jede Gesellschaftsform mit der ihr nachfolgenen Schwanger gehen würde. Das BGE schaffe eine neue gesellschaftliche Befindlichkeit sagt der Milliardär, das "gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein" der Philosoph des historischen Materialismus. Das die doppeltfreie Lohnarbeit, die bezahlt werden muss, den Menschen von seinem Produkt, seinem Tun, entfremdet, wusste der alte Marx auch schon: "Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat – persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt." http://www.mlwerke.de/me/...