Die künftige Gesellschaft : Eine Utopie von Wolfgang Gründinger: Wie die Macht der Jungen die Gesellschaft verändert

Wie sieht die Gesellschaft aus, wenn die wenigen jungen Menschen von heute das Sagen haben? Was werden die Alten tun? Der Publizist Wolfgang Gründinger betrachtet die Welt aus dem Jahr 2050.
Verlagsangebot

Hören Sie DIE ZEIT

Genießen Sie wöchentlich aktuelle ZEIT-Artikel mit ZEIT AUDIO

Hier reinhören

Kommentare

2 Kommentare Kommentieren

Alibi-Partizipations-Möglichkeiten

Der letzte Punkt war vielleicht der interessanteste seiner Rede. Ich teile seine Meinung, dass die Jugendlichen heute zwar eingebunden werden, aber nicht ernsthaft. Sie haben keine machtvolle Möglichkeit, sich zur Wehr zu setzen gegen ihrer Meinung nach kurzsichtige Politik. Nicht ein einziger zum Beispiel erörtert das Thema Europa als eines von zukünftiger Friedenssicherung und Wohlstand.

Der Schlüssel zum Problem der vernachlässigten Jugend liegt meiner Meinung nach aber nicht in der Gegenüberstellung der Kategorien jung und alt, sondern von einer Vorstellung des Maßhaltens und richtigen gemeinsamen Handelns, das heute und morgen ein sittliches und freundliches (und nicht nur geregeltes) Zusammenleben ermöglicht. Es müsste eine Vorstellung von gelingender Lebensführung innerhalb des Gemeinwesens erörtert werden, dass Freiheit und Wohlgesonnenheit untereinander ermöglicht. Unsere Handlungsentscheidungen in größeren und über ein ganzes Leben sich erstreckenden Bögen zu denken, ist die eigentliche Herausforderung. Geht das nur aufgrund des (geschichtlichen) Erfahrungswissens? Ich bezweifele es.