Bundesrichter: "Ich bin kein Wutbürger"

Empört, aber nicht wütend, so beschreibt sich der Bundesrichter und Kolumnist Thomas Fischer auf einer ZEIT-ONLINE-Veranstaltung in Berlin. Wie geht er selbst mit Kritik um?
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Kommentare

4 Kommentare Kommentieren

Schön, dass uns dieses Video einen Einblick in den Alltag eines Richters gibt und die menschliche Seite hinter einem Robenträger beleuchtet.
Thomas Fischer ist ein erstaunlich bodenständiger, sanfter und humorvoller Mensch.
Dass die rothaarige Dame ohne Besen, die vor Inkompetenz strotzt, ihm immer wieder unterstellt er sei ein Wutbürger und seinen Texten Hasstendenzen entnimmt, ist schade.
Vor allem, weil sie bei seinen - wie ich finde unnötigen - Rechtfertigungen gegen diese Unterstellungen Blickkontakt vermeidet und schmunzelt und ihn nicht verstehen will.
Die Texte die er schreibt, erhalten ihren einzigartigen Charakter auch deswegen, weil er sich nicht andauernd rechtfertigen muss, definieren soll und nicht dauernd auf seine politische Korrektheit überprüft wird sondern weil er seine richterliche Kompetenz mit einem gesunden Maß Humor versieht.
Keep it going! Liebe Grüße

Es gibt Sätze die mich irritieren, wenn ich das vergleiche mit tatsächlicher Erfahrung.
Angaben in eckigen Klammern sind ca. Minuten. //Kommentar
[29:50] "...jenseits des Rechts regiert die Gewalt und Willkür..."
//Ein Richter, der nicht entscheidet oder viel zu spät und dies auch nicht begründet fördert genau dies.
[1:26:30]"...offen...transparent wie möglich...Eindruck zu vermitteln, dass wir uns wirklich anstrengen und dass es uns nicht scheißegal ist..."
[1:31:30] "...heute mein Bestes tun!"
//Ja das gibt es. Auch das habe ich erlebt. Es gibt aber auch das genaue Gegenteil davon. Auch die Schlechten und Unfähigen in der Justiz können sich selbst für sakro-sankt erklären und fügen Menschen bewußt, sehenden Auges, machtmißbräuchlich Schaden zu. Die Schuld der vielen Guten (vermeintlich in der Justiz) ist, darüber zu schweigen. Den größten Vertrauensschaden fügen Richter und Staatsanwälte der Justiz von Innen selbst zu, in dem offensichtliches Fehlverhalten von Kollegen gedeckt wird.
Keine unsachliche Beleidigung, kein Angriff von außen, keine Üble Nachrede eines Unterlegenen kann Justitia solchen Schaden zufügen.