ZEIT-VorabmeldungenAktuelle Vorabmeldungen

DIE ZEIT Nr. 22 vom 28. Mai 2015

© DIE ZEIT

Download

DIE ZEIT erscheint wöchentlich als Printausgabe sowie als E-Paper, App, Audio und für E-Reader:


» Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben

Presse

Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 22 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Mai 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

Wolfgang Schäuble: Mehr Inflation sinnvoll

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält höhere Inflationsraten für erstrebenswert. Auf die Frage, ob in Deutschland und Europa ein stärkerer Anstieg der Preise sinnvoll sei, sagt er im Gespräch mit der ZEIT: "Die Inflationsrate liegt derzeit unter dem Stabilitätsziel der EZB, also: Ja." Die EZB will die Inflationsrate nahe, aber unter zwei Prozent halten. Im April lag die Teuerung in der Eurozone bei null Prozent, in Deutschland bei 0,5 Prozent.

Skeptisch steht Schäuble der Idee von der Abschaffung des Bargelds gegenüber, wie sie Wirtschaftsprofessor Kenneth Rogoff und andere Ökonomen fordern.

Download

DIE ZEIT erscheint wöchentlich als Printausgabe sowie als E-Paper, App, Audio und für E-Reader:


» Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben

Presse

Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 22 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Mai 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

CDU-Abgeordneter Pfeiffer kritisiert Drogenpolitik als "absurd"

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU, Joachim Pfeiffer, hat sich überraschend für die Freigabe von Cannabis ausgesprochen und hält das jetzige Gesetz für "absurd", weil es den Konsum erlaube, den Besitz und Handel aber verbiete, so Pfeiffer in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Erstmals spricht er dort über die Motive für seinen Vorstoß: "Es war Zufall", sagt Pfeiffer, der sich schon als Kreisvorsitzender der Jungen Union für eine andere Drogenpolitik eingesetzt hat. Auf der Saudi-Arabien-Reise von Sigmar Gabriel sei er mit dem Grünen Dieter Janecek auf die Idee gekommen, gemeinsam eine staatliche Regulierung von Cannabis zu fordern. Sie könnte den Schwarzmarkt austrocknen und bis zu 2 Milliarden Euro an Steuergeldern generieren. Er habe "einen Denkanstoß setzen" wollen, sagt Pfeiffer: "Strategische Überlegungen zu Schwarz-Grün waren für mich keine Motivation."

Jens Spahn, der gesundheitspolitische Sprecher der Union, hat ebenfalls ein erstes Umdenken angedeutet: "Natürlich kann man darüber reden, ob man den Besitz von geringen Mengen von Cannabis bundesweit einheitlich straffrei stellt."

Download

DIE ZEIT erscheint wöchentlich als Printausgabe sowie als E-Paper, App, Audio und für E-Reader:


» Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben

Presse

Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 22 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Mai 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.


Schäuble: Entscheidung über Kapitalverkehrskontrollen ist die Sache Griechenlands

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält Kapitalverkehrskontrollen im Kampf gegen die Krise in Griechenland offenbar für ein mögliches Szenario. Darauf deuten Aussagen Schäubles in einem Gespräch mit dem amerikanischen Wirtschaftsprofessor Kenneth Rogoff hin, das am Donnerstag in der Wochenzeitung DIE ZEIT erscheint.

In dem Gespräch schlägt Rogoff vor, Griechenland könnte sich durch eine Einschränkung des Kapitalverkehrs für fünf oder zehn Jahre Zeit verschaffen, um seine Wirtschaft zu sanieren. De facto sei dann ein Euro in Griechenland "weniger wert als ein Euro in Deutschland oder Frankreich". Aus diesem Grund sind derlei Einschränkungen hoch umstritten.

Auf die Frage, ob er eine solche Entwicklung für möglich halte, bemerkt Schäuble lediglich: "Ich will dazu nur so viel sagen: Die Entscheidung über Kapitalverkehrskontrollen obliegt allein den Mitgliedsstaaten."

Unabhängig von der Frage der Kapitalkontrolle ruft Schäuble die griechische Regierung auf, eine Entscheidung über die Zukunft des Landes in der Währungsunion zu treffen. "Wir haben gesagt, wir helfen euch, aber ihr müsst finanziell wieder auf eigene Beine kommen. Das ist die Philosophie des Rettungsprogramms. Die neue Regierung sagt: Wir wollen den Euro behalten, aber wir wollen das Programm nicht mehr. Das passt nicht zusammen", sagt er.

Download

DIE ZEIT erscheint wöchentlich als Printausgabe sowie als E-Paper, App, Audio und für E-Reader:


» Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben

Presse

Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 22 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Mai 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

AfD-Machtkampf: Lucke für Kompromiss

Im Führungsstreit mit der sächsischen AfD-Vorsitzenden Frauke Petry hat der Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Bernd Lucke, dafür plädiert, dass ein dritter Kandidat die künftige Führung der Partei übernimmt. Lucke sagt der Wochenzeitung DIE ZEIT: "Eine sehr gute Lösung wäre jemand, der das Vertrauen beider Seiten genießt, sodass der Konflikt in der Partei damit gelöst werden könnte." Er könne sich eine konkrete Person vorstellen, wolle derzeit aber keinen Namen nennen.

Lucke stellt zugleich klar: "Ich will keineswegs austreten. Ich will in der Partei bleiben, und ich will, dass diese Partei Erfolg hat. Und wenn die Partei möchte, dass ich sie führe, stehe ich dafür zur Verfügung. Aber ich dränge mich nicht auf." Ein anderer Vorsitzender sei für ihn akzeptabel, "wenn es jemand ist, der die Partei auch wirklich zum Erfolg führen kann".

Seiner Widersacherin Petry traue er dies aber nicht zu: "Ich vermisse bei ihr die inhaltliche Standfestigkeit, die nötig ist, um ein Abrutschen der Partei zu verhindern." Zwischen ihm und Petry habe es mehrfach Vertrauensbrüche gegeben, so Lucke. "Ich werde davon nichts an die Öffentlichkeit tragen. Aber dass Frauke Petry vorgab, den Kompromiss zur Satzung zu unterstützen, den wir beim Parteitag vereinbart haben, und gleichzeitig unter den sächsischen Mitgliedern Zettel verteilen ließ, mit denen diese aufgefordert wurden, gegen diesen Kompromiss zu stimmen, hat sich ja inzwischen herumgesprochen." Die Zettel seien ebenso wie Zeugen vorhanden.

Download

DIE ZEIT erscheint wöchentlich als Printausgabe sowie als E-Paper, App, Audio und für E-Reader:


» Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben

Presse

Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 22 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Mai 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

Der einstige Klimaberater der Bundesregierung, Hartmut Graßl: "Die Kanzlerin sollte alle Industrieländer zu größeren Anstrengungen bringen"

Der einstige Klimaberater der Bundesregierung, Hartmut Graßl, mahnt die Bundeskanzlerin, beim G-7-Gipfel, die richtigen Weichen zu stellen: "Die Kanzlerin sollte alle Industrieländer zu größeren Anstrengungen bringen und vor allem Japan und Kanada unter Druck setzen – denn die haben noch keine oder nur läppische Angebote für Emissionsminderungen gemacht", so Graßl in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Außerdem müsse man den armen Ländern für Klimaschutz und Anpassung "nicht 15 Milliarden Euro insgesamt anbieten, sondern mindestens 15 Milliarden pro Jahr". Insgesamt aber zeigt sich Hartmut Graßl optimistisch: Das sogenannte 2-Grad-Ziel hält er durchaus für noch erreichbar. Denn: "In wenigen Jahren könnte die Photovoltaik weltweit elektrischen Strom billiger liefern als die Kohle. Dann wäre der Klimaschutz ein Selbstgänger."

Download

DIE ZEIT erscheint wöchentlich als Printausgabe sowie als E-Paper, App, Audio und für E-Reader:


» Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben

Presse

Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 22 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Mai 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

Fußballnationalspielerin Fatmire Alushi kam als Flüchtling nach Deutschland

Fatmire ‚Lira‘ Alushi, 27, deutsche Fußballnationalspielerin, kann sich an ihre Flucht vor dem Krieg im Kosovo nach 22 Jahren noch gut erinnern: "Wir fuhren in einem Golf, wir waren zwei Familien, ungefähr zwölf Leute. Unglaublich, dass wir alle in den Golf gepasst haben!", so Alushi im ZEITmagazin. "Für uns Kinder war das ein Abenteuer", erinnert sich Alushi, die damals fünf Jahre alt war. Anfangs habe sie sich in Deutschland fremd gefühlt, "im Kindergarten habe ich alleine gespielt, ich konnte ja die Sprache nicht".

Der Fußball habe ihr geholfen, sich zu integrieren: "Durch ihn habe ich mehr über Deutschland erfahren, über die Kultur, ich konnte verschiedene Städte kennenlernen", so Alushi. Sie habe dem Fußball viel zu verdanken, aber der entscheidende Wendepunkt in ihrem Leben sei die Flucht nach Deutschland gewesen: "Das war die Rettung für meine ganze Familie."

Download

DIE ZEIT erscheint wöchentlich als Printausgabe sowie als E-Paper, App, Audio und für E-Reader:


» Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben

Presse

Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 22 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Mai 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

Volker Weidermann, der neue Leiter des ‚Literarischen Quartetts‘, hat "Marcel Reich-Ranicki immer so bewundert" 

Der Literaturkritiker Volker Weidermann, ein Verehrer Reich-Ranickis, leitet das künftige ‚Literarische Quartett‘, das das  ZDF ab Oktober sechsmal jährlich live plant: "Ich habe die Sendung und Marcel Reich-Ranicki immer so bewundert und so viel von seiner Art, über Literatur zu sprechen, gelernt, dass ich das gerne in die Gegenwart transformieren möchte", sagt Weidermann der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Der 45-jährige Literaturjournalist wird die legendäre ZDF-Sendung (1988 - 2001) in unveränderter Form präsentieren. Seine zwei Mitstreiter, die bei der Premiere am 3. Oktober im Berliner Ensemble dabei sein werden, hat er selber ausgesucht. Zum einen die Fernsehmoderatorin Christine Westermann, die seit vielen Jahren mit großem Erfolg Literatursendungen in Radio und Fernsehen mache und die "ihren ganz eigenen Zugang zu Literatur" habe. "Klar, sie sagt von sich selber, dass sie keine Kritikerin ist, sie macht keine Verrisse. Aber sie wird nun auch Bücher lesen müssen, die ihr nicht gefallen. Das setzt früher oder später negative Energien frei, da bin ich ganz sicher."  

Außerdem werde Maxim Biller dabei sein, "der für seine Angriffs- und Streitlust berühmt ist", so Weidermann: "Und seine Texte, die er als Schriftsteller über Literatur schreibt, übertreffen die der meisten Literaturkritiker an Schärfe und Genauigkeit um Längen. Biller hat eine große Lust am Widerspruch wie auch daran, sich widersprechen zu lassen, die Freude am klaren Ja und klarem Nein, die auch Reich-Ranicki hatte." 

Gefragt, warum es neben ihm keine weiteren Literaturkritiker in der Runde gibt, antwortet Weidermann: "Wir haben ja in jeder Sendung einen freien Platz, den wir mit Sicherheit sehr regelmäßig mit einem professionellen Kritiker besetzen werden."

Download

DIE ZEIT erscheint wöchentlich als Printausgabe sowie als E-Paper, App, Audio und für E-Reader:


» Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben

Presse

Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 22 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Mai 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

Deutsche Reeder rufen Politik um Hilfe
 
Angesichts der sinkenden Zahl deutscher Seeleute fordern der Verband Deutscher Reeder und die Gewerkschaft ver.di ein schnelles Einschreiten der Bundesregierung. Um die Zahl der deutschen Seeleute zumindest stabil zu halten, müsse es kurzfristige Steuererleichterungen geben, heißt es in einem gemeinsamen Arbeitspapier, über das die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer neuen Ausgabe berichtet (Hamburg-Ressort). 

Reeder und Gewerkschaft fordern in dem Papier unter anderem, die Lohnsteuer für deutsche Seeleute komplett zu erlassen. Die staatliche Subventionierung der Lohnsteuer müsse "von derzeit 40 Prozent auf die in den EU-Beihilferichtlinien gestatteten 100 Prozent" angehoben werden. Außerdem solle die Regierung den "vollständigen Erlass der Arbeitgeberanteile an der Sozialversicherung" ermöglichen. 

Im vergangenen Jahr lag die Zahl deutscher Seeleute nur noch bei 6700 und fiel damit erstmals unter 7000. Deutsches Personal ist nur auf Schiffen mit deutscher Flagge vorgeschrieben, deren Anzahl sinkt ebenfalls rapide. So fuhren von den 2915 Schiffen der deutschen Handelsflotte Ende vergangenen Jahres nur noch 212 unter deutscher Flagge. Lieblingsflaggen der deutschen Reeder sind Liberia (965 Schiffe) sowie Antigua und Barbuda (906). 

Die Bundesregierung will die Forderungen von Reedern und ver.di vorerst nicht erfüllen. "Die Reeder wünschen sich eine Vollsubventionierung des deutschen Seemanns", sagt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU) in der ZEIT. "Ob das realistisch ist, dahinter mache ich ein deutliches Fragezeichen." Er kündigt aber Gespräche über die vorgeschriebene Zahl deutscher Seeleute an Bord von deutsch geflaggten Schiffen an.

Download

DIE ZEIT erscheint wöchentlich als Printausgabe sowie als E-Paper, App, Audio und für E-Reader:


» Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben

Presse

Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 22 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Mai 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

ZEIT-Umfrage: Politiker fühlen sich zunehmend von Hass-Zuschriften bedroht

Nach Ansicht zahlreicher deutscher Politiker ist die Anzahl der Bedrohungen und Beleidigungen, die ihnen gegenüber geäußert werden, schier unerträglich geworden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von ZEIT und ZEIT ONLINE, in der erstmals mehr als 30 Politiker aus ganz Deutschland, vom Bürgermeister bis zum Bundesparteichef, über ihre persönlichen Erfahrungen mit Bedrohungen sprechen. 

"Wer sich im öffentlichen Raum bewegt, wird offenbar zum Freiwild", sagt etwa Reiner Haseloff, CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Als er sich zuletzt für eine Flüchtlingsunterkunft ausgesprochen habe, so Haseloff, "waren manche Reaktionen so brutal, dass ich die Staatsanwaltschaft informiert habe". Auch Aydan Özoğuz, stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende, berichtet von solchen Erfahrungen: "Ich bekomme Hassmails mit Drohungen und Schimpfworten der untersten Schublade", sagt Özoğuz in der ZEIT. 

Mehrere Politiker berichten in der Umfrage von Drohungen, die unmittelbar gegen Leib und Leben von ihnen und ihren Familien ausgesprochen worden seien. "Neonazis haben dazu aufgerufen, vor meinem Wohnhaus zu demonstrieren", sagt der sächsische SPD-Chef und Wirtschaftsminister Martin Dulig. "Sie haben auch meinen Sohn attackiert, was das Schlimmste ist für einen Vater: Ich selbst kann mich wehren, aber wenn es gegen die eigenen Kinder geht, wird man hilflos." Die "Hass-Angriffe", so Dulig, würden immer schlimmer. Auch Christian Pegel, SPD-Energieminister von Mecklenburg-Vorpommern, erlebte bereits Bedrohungen gegen seine Familie: "Kurz vor Weihnachten erhielt ich einen Drohbrief, der eine Entführungs- und Tötungsdrohung gegen meine beiden kleinen Töchter enthielt", so Pegel. "Militante Windkraftgegner forderten, ich sollte den Windkraftausbau unterlassen." 

Von ernsten Bedrohungen gegen Politiker spricht der frühere CDU-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen, Bernhard Vogel. "Die gegenwärtige Bedrohung von Politikern erinnert mich an die siebziger Jahre, die Zeit der RAF-Morde. Persönliche Drohungen – auch gegen mich – waren damals an der Tagesordnung", so Vogel. Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sagt, er habe "unzählige herabsetzende Mails erhalten. In einigen wünschte man mir sogar den Tod." Das Problem überfordere die Politiker zunehmend: "Ich bin ratlos", sagt Thierse. 

Ein Dutzend Kommunalpolitiker, zu etwa gleichen Teilen aus Ost- wie Westdeutschland stammend, wendet sich in der ZEIT-Umfrage an die Öffentlichkeit. Karen Larisch, linke Stadtverordnete in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern), berichtet, sie stehe unter Polizeischutz, seit Neonazis sie bedroht hätten. "Ein normales Leben ist so nicht mehr möglich", sagt Larisch. Der Grünen-Stadtrat aus Karlsruhe, Michael Borner, berichtet von Mails, die seit Anfang des Jahres bei ihm einträfen, mit Texten wie: "Du bekommst die Schnauze poliert! Wir kriegen dich, du linke Ratte!" Die verbale Gewalt habe deutlich zugenommen. "Wenn Sie so etwas lesen, fährt Ihnen der Schrecken durch die Glieder!", sagt auch der parteilose Bürgermeister der Baden-Württembergischen Gemeinde Laichingen, Klaus Kaufmann, der ZEIT.

Download

DIE ZEIT erscheint wöchentlich als Printausgabe sowie als E-Paper, App, Audio und für E-Reader:


» Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben

Presse

Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 22 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Mai 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

Zur Startseite
 
  • Artikel Auf mehreren Seiten lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
Service