1. Psychologe Fischer warnt vor manipulativer Werbung

2.  Regisseur Odar: "Die Welt ist schön, aber der Mensch nicht"

3. Schauspieler Hamill: "Star Wars war ein Albtraum"

4. Israelische Autorin Shalev plädiert für Kompromiss in Jerusalem-Frage

5. Rechtsruck bei der Neuen Zürcher Zeitung

6. Präsident des Kindeshilfswerks: Kinderrechte gehören ins Grundgesetz

7. Hamburgs Gesundheitssenatorin fordert mehr Geld für Pflegekräfte

8. CDU und Grüne kritisieren Gabriels außenpolitische Grundsatzrede

9. Palästinensischer Politiker Nusseibeh: Trumps Jerusalem-Entscheidung "extrem schlau"

10. Heiko Maas: "Das ist keine Staatskrise"

Psychologe Fischer warnt vor manipulativer Werbung

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT rät der Werbepsychologe Karl Peter Fischer den Konsumenten, sich vor Weihnachten vor allzu manipulativen Einflüssen der Werbung zu schützen. "Mein einziger Ratschlag lautet: Auf die Bremse treten. Zeit rausschlagen", meint der Professor von der bayerischen Hochschule für angewandtes Management.

Die Werbung setzt zunehmend darauf, Käufer zu schnellen Entscheidungen zu drängen. "Denken Sie an diesen Black-Friday-Wahn Ende November. Alles Käufe, die es eigentlich nicht braucht. Will ich das alles wirklich haben?" Auch hier rät der Psychologe: "Lieber erst noch mal ums Karree gehen!"

Ein besonderes Problem seien die neuen Kommunikationskanäle zum Kunden, Systeme wie Alexa und Siri. Dazu sagt der Werbepsychologe: "Perfide ist, dass nach einer Gewöhnungszeit keiner von uns mehr darauf wird verzichten wollen. Die Frage ist berechtigt: Ab wann steuert der digitale und intelligente Assistent mein Leben?"     

Regisseur Odar: „Die Welt ist schön, aber der Mensch nicht“

Regisseur Odar: "Die Welt ist schön, aber der Mensch nicht"

Der Regisseur Baran bo Odar, 39, mag düstere Themen. "Ich teile das Gefühl nicht, dass das Leben schön ist. Die Welt ist schön, aber der Mensch nicht", sagt er in einem Interview mit dem ZEITmagazin. In "Dark", seinem jüngsten Werk, der ersten deutschen Serie für Netflix, geht es um ein Atomkraftwerk, in dem rätselhafte Dinge geschehen. In dieser Serie habe er auch seine Ängste verarbeitet, so Odar. "Tschernobyl war die erste richtige Katastrophe, die meine Generation wahrgenommen hat. Damals war ich acht, und plötzlich hieß es, du kannst nicht raus in den Regen, der ist giftig." 

Die Serie "Dark" startete am 1. Dezember auf Netflix.

Schauspieler Hamill: „Star Wars war ein Albtraum“

Schauspieler Hamill: "Star Wars war ein Albtraum"

"Es gab eine Zeit, da war Star Wars ein Albtraum für mich", sagt der US-amerikanische Schauspieler Mark Hamill, 66, dem ZEITmagazin. "Über Jahre klebte das Etikett ‚Luke Skywalker‘ an mir, egal, was ich tat. Als ich am Broadway in einer Amadeus-Inszenierung Mozart spielte, schrieben Journalisten: ‚Als Mozart steht Mark Hamill (Luke Skywalker) auf der Bühne.‘" 

Inzwischen habe er aber mit Luke seinen Frieden gemacht. Besser, so Hamill, zeitlebens mit Luke Skywalker assoziiert zu werden, als mit Hitler oder Charles Manson. "Ich werde für eine Arbeit bezahlt, die ich liebe, und bin Teil von etwas, das viele Menschen glücklich macht."

Mark Hamill, 66, wurde weltberühmt in der Rolle des Luke Skywalker, die er in den ersten drei Star Wars-Filmen spielte. In dem Film "Star Wars – Die letzten Jedi", der am 14. Dezember in den deutschen Kinos startet, ist er wieder in dieser Rolle zu sehen.

Israelische Autorin Shalev plädiert für Kompromiss in Jerusalem-Frage

Israelische Autorin Shalev plädiert für Kompromiss in Jerusalem-Frage

Über Donald Trumps Beschluss, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen, sagt die israelische Bestsellerautorin Zeruya Shalev in der Wochenzeitung DIE ZEIT, diese Entscheidung sei "einseitig und empörend". Shalevs Angst wachse, die Stadt könne wieder zum Zentrum einer blutigen Auseinandersetzung werden, "nicht nur zwischen Juden und Palästinensern, sondern auch zwischen den verschiedenen palästinensischen Gruppierungen".

In ihrem Beitrag für DIE ZEIT plädiert Shalev für einen Kompromiss, denn ohne diesen würde der Konflikt nie aufhören. Die Jahre, die Shalev selbst in Jerusalem gelebt habe, hätten sie spüren lassen, "dass Jerusalem keine vereinte Stadt ist, sondern eine doppelte, und deshalb ist ein Kompromiss nötig".

Rechtsruck bei der Neuen Zürcher Zeitung

Rechtsruck bei der Neuen Zürcher Zeitung

Die Wochenzeitung DIE ZEIT geht der Frage nach, ob es einen politischen Kurswechsel bei der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) gibt. Die wichtigste und traditionsreichste Tageszeitung der Schweiz sei nach rechts gerückt, behaupten Kritiker und Mitarbeiter. Unter dem neuen publizistischen Führungsduo, dem Chefredakteur Eric Gujer und dem Feuilletonchef René Scheu, haben viele namhafte Autoren das Blatt verlassen. Renommierte Wissenschaftler protestierten in einem internen Brief an die NZZ-Führung gegen den "massiven Aderlass".  

Mitarbeiter beklagen, der Chefredakteur der NZZ habe das Betriebsklima zerstört, sie sprechen von einer "Säuberungswelle". Die Gerichtsreporterin Brigitte Hürlimann berichtet der ZEIT, ihr sei mitgeteilt worden, ihre persönlichen und politischen Überzeugungen seien zu wenig "bürgerlich". Sie sagt: "Es zählt nur noch, ob ich politisch auf Linie bin." 

Feuilletonchef René Scheu weist die Vorwürfe zurück. Er könne keinen Rechtsruck erkennen. "Ich möchte einen Raum schaffen, in dem man hart, aber fair streiten kann", so Scheu.

Präsident des Kindeshilfswerks: Kinderrechte gehören ins Grundgesetz

Präsident des Kindeshilfswerks: Kinderrechte gehören ins Grundgesetz

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, fordert die Aufnahme von Kinderrechten ins deutsche Grundgesetz. "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen", sagt Krüger in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT. Kinder "brauchen über die allgemeinen Grundrechte hinaus besondere Rechte", so Krüger, der auch Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung ist. So sollten die Kinderrechte auf Förderung, Schutz und Beteiligung sowie der Vorrang des Kindeswohls bei allem staatlichen Handeln im Grundgesetz festgeschrieben werden. Damit würden Eltern bessere Möglichkeiten erhalten, die Rechte ihrer Kinder gegenüber staatlichen Einrichtungen durchzusetzen.

Hamburgs Gesundheitssenatorin fordert mehr Geld für Pflegekräfte

Hamburgs Gesundheitssenatorin fordert mehr Geld für Pflegekräfte

Die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks fordert mehr Geld für Krankenhäuser und Pflegekräfte. Ein Investitionsprogramm für Krankenhäuser "wird bei den Koalitionsverhandlungen eine Rolle spielen müssen", sagt die SPD-Politikerin der Wochenzeitung DIE ZEIT (Hamburg-Ausgabe). Das von den Ländern geforderte Programm von einer Milliarde Euro solle "jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern bezahlt" werden, "und zwar aus Steuermitteln".

Auch die Gehälter der Pflegekräfte müssten steigen, verlangt Prüfer-Storcks in der ZEIT: "Wir haben nicht die Wahl: Wollen wir mehr Pflegekräfte oder nicht? Wir brauchen mehr, aufgrund der demografischen Entwicklung." Die Pflege konkurriere mit anderen Branchen um junge Fachkräfte und müsse wettbewerbsfähig sein.

CDU und Grüne kritisieren Gabriels außenpolitische Grundsatzrede

CDU und Grüne kritisieren Gabriels außenpolitische Grundsatzrede

Führende Politiker von CDU und Grünen kritisieren einige der außenpolitischen Thesen, die Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) vergangene Woche in Berlin formulierte. Das berichtet die Wochenzeitung DIE ZEIT. So widerspricht Norbert Röttgen (CDU), der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses im Bundestag, Gabriels Forderung, mit den USA anstelle einer "Unterwerfung" einen "strategischen Interessenausgleich" zu finden. Röttgen glaubt, "dass es nach Trump wieder mehr Rationalität und Zivilität" und damit mehr Gemeinsamkeit gäbe.

Cem Özdemir, der Co-Vorsitzende der Grünen, warnt davor, aus Trumps Positionen den Schluss zu ziehen, dass "Deutschland das Kind der Mitte" sei. Es sei vielmehr Teil des Westens. "Wir müssen die Idee des Westens aufrecht erhalten", so Özdemir, der sich an Gabriels Wort von der möglichen "Unterwerfung" unter amerikanische Politik stößt. Das Bündnis mit den Vereinigten Staaten sei "doch nicht der Warschauer Pakt", so Özdemir. Er  fühle sich nach Gabriels Rede an Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder erinnert, der glaube, Deutschland sei Russland näher. "Das sind wir aber nicht", so der Grünen-Chef.

Palästinensischer Politiker Nusseibeh: Trumps Jerusalem-Entscheidung „extrem schlau“

Palästinensischer Politiker Nusseibeh: Trumps Jerusalem-Entscheidung "extrem schlau"

Der einflussreiche palästinensische Politiker und Philosoph Sari Nusseibeh hält die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt für "extrem schlau". In einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT sagt der langjährige Präsident der Al-Kuds-Universität in Jerusalem: "Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels ist Teil eines Plans, eines Prozesses, mit dem er Palästinenser und Israelis dazu bringen will, wieder miteinander zu sprechen." Trump setze damit beide Seiten unter Druck. "Zu den Israelis sagt er, wenn ihr euch nicht mit der Autonomiebehörde in Ramallah auf eine Zwei-Staaten-Lösung einigt, bekommt ihr weitere vier Millionen palästinensische Bürger in eurem Land. Dann seid ihr, für alle Welt sichtbar, ein Apartheidsstaat. Und zu den Palästinensern sagt Trump: Wenn ihr euch nicht mit den Israelis einigt, wird Jerusalem für euch verloren sein."

Heiko Maas: „Das ist keine Staatskrise“

Heiko Maas: "Das ist keine Staatskrise"

Der geschäftsführende Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat zur Geduld bei der Regierungsbildung gemahnt. "Demokratische Willensbildung ist ein Prozess, der Zeit braucht", schreibt Maas in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung DIE ZEIT. Anders als "Untergangspropheten und Dramaqueens in Deutschlands Redaktionsstuben" glauben machen wollten, erlebe Deutschland keine Staatskrise. "Das Grundgesetz hat den Bundespräsidenten zum Geburtshelfer der Regierungsbildung gemacht", so der Minister. Wenn nun seine Hilfe gefragt sei, "dann erleben wir keine Krise, sondern die Klugheit des Grundgesetzes".

Der SPD-Politiker lässt erkennen, dass er weder Neuwahlen noch eine Minderheitsregierung für eine gute Lösung hält. "Die Folge vorschneller Neuwahlen ist nicht selten ein massiver Niedergang der Wahlbeteiligung", so Maas. Für den Fall einer Minderheitsregierung fürchte er "statt einer Vitalisierung des Parlaments eher eine Lähmung der Politik".