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DIE ZEIT Nr. 44 vom 23. Oktober 2014

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DIE ZEIT legt erste repräsentative Umfrage zum Thema "Social Freezing" in Deutschland vor

Die Deutschen sind sich beim Thema "Social Freezing", dem Einfrieren von Eizellen aus Karrieregründen, nicht einig. Eine Mehrheit der Deutschen lehnt Angebote von Arbeitgebern wie Facebook und Apple ab, die ihren Mitarbeiterinnen das Einfrieren von Eizellen finanzieren, damit sie ihren Kinderwunsch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben können. Doch vor allem Jüngere halten das Angebot für richtig. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Wochenzeitung DIE ZEIT.

58 Prozent der Bundesbürger halten es nicht für richtig, wenn Frauen ein solches Angebot des Arbeitgebers nutzen. Eine starke Minderheit von 37 Prozent hält dies jedoch für grundsätzlich "richtig". Fast jeder fünfte Befragte könnte sich sogar vorstellen, ein derartiges Mitarbeiter-Angebot selbst zu nutzen oder der eigenen Partnerin dazu zu raten, wenn es diese Möglichkeit gäbe.

Vor allem die Jüngeren stehen solchen Leistungen offen gegenüber. Bei den 14- bis 29-Jährigen spricht sich sogar eine Mehrheit von 53 Prozent für die Möglichkeit des "Social Freezings" aus, während es bei den über 60-Jährigen nur eine Minderheit von 20 Prozent befürwortet. Auf die Frage, ob sie es auch selbst nutzen oder ihrer Partnerin dazu raten würden, wenn sie die Wahl hätten, antworteten immerhin noch 21 Prozent mit "ja". Vor allem die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen zeigt sich interessiert: 30 Prozent könnten es sich vorstellen. Bemerkenswert ist auch, dass Männer der Idee eher positiv gegenüberstehen (40 Prozent) als Frauen (34 Prozent).

Vergangene Woche war bekannt gegeben geworden, dass Apple von Januar an seinen weiblichen Angestellten anbietet, Kosten für das Einfrieren von Eizellen zu übernehmen. Facebook zahlt dazu bereits seit Anfang dieses Jahres bis zu 20.000 Dollar pro Fall. Bei diesem so genannten "Social Freezing" entscheidet sich eine Frau nicht aus medizinischen, sondern zum Beispiel aus beruflichen Gründen dafür, Eizellen für eine später mögliche Schwangerschaft zurückzulegen.

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Steinmeier: Bodentruppen in Syrien "völlig verantwortungslos"

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat den Vorschlag der grünen Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, zurückgewiesen, bei einem entsprechenden UN-Mandat auch deutsche Bodentruppen in Syrien einzusetzen. "Ich halte das für zu durchschaubar, was da von einigen Grünen vorgeschlagen wird", sagte Steinmeier in einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. Der UN-Sicherheitsrat sei derzeit blockiert, auch wegen des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. Aber unabhängig von einem UN-Mandat sei kein Staat bereit, sich mit eigenen Bodentruppen in Syrien zu engagieren.

"Das ist keine deutsche Ängstlichkeit. Niemand weiß, wer in Syrien bei einem Einsatz letztlich Freund und Feind wäre – die ISIS oder die PKK, Assads Regierungstruppen oder Milizen unterschiedlicher Oppositionsgruppierungen. Das wäre ein Mehrfrontenkrieg auf unbekanntem Gelände und mit unklarem Auftrag; unter diesen Voraussetzungen wäre es völlig verantwortungslos, Soldaten in einen solchen Auslandseinsatz zu schicken."

Deutschlands Beitrag zum Kampf gegen den IS besteht derzeit zu einem wichtigen Teil in Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga im Nordirak. Die PKK und ihre Verbündeten erhalten keine Rüstungsgüter. Auf die Frage, ob auch die PKK oder ihre Verbündeten Waffen erhalten sollten, antwortete Steinmeier der ZEIT: "Wenn die PKK sich angesichts der gemeinsamen Bedrohung durch ISIS dazu entschließen würde, dem bewaffneten Kampf gegen die Türkei abzuschwören, wären wir einen großen Schritt weiter."

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Frank-Walter Steinmeier: Über Sanktionen gegen Russland nachdenken

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier plädiert dafür, darüber nachzudenken, unter welchen Voraussetzungen die über Russland verhängten Sanktionen wieder aufgehoben werden können. In einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT sagte Steinmeier: "Auch wenn jetzt noch nicht der Zeitpunkt für eine Aufhebung ist, müssen wir uns Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Als die Sanktionen beschlossen wurden, hat keine Definition von Kriterien stattgefunden, wie wir mit unterschiedlichen Sanktionen, die zu unterschiedlichen Momenten automatisch auslaufen, umgehen. Das müssen wir nachholen und diese Erwartung habe ich diese Woche im Außenministerrat der EU geäußert."

Um den Ukraine-Konflikt zu lösen, hält Steinmeier eine "zügige Umsetzung" der Minsker Vereinbarung zwischen Russland und der Ukraine von Anfang September für dringlich. Für den deutschen Außenminister gehe es dabei vor allem um drei Aspekte: "Erstens – Räumung der vereinbarten Pufferzone von Kämpfern und schweren Waffen. Zum Zweiten um die effektive Sicherung der Grenze. Drittens geht es um die Regionalwahlen in den von Separatisten kontrollierten Gebieten, die für Dezember einseitig angesetzt wurden. Russland muss helfen, dass diese Wahlen nicht zu einer Zerreißprobe für die Ukraine werden."

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Nigerianischer Theologe für Bestrafung Homosexueller

Der nigerianische Theologe und Afrikanist Obiora Ike hat Verständnis für die Bestrafung Homosexueller in seinem Land und in anderen afrikanischen Staaten. Wer öffentlich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen eintrete, "gefährdet (…) die Einheit der Gesellschaft", sagte Ike  der ZEIT-Beilage "Christ und Welt". Die Gesellschaft brauche in dieser Frage eine Position. Der Staat müsse die Partnerschaften seiner Bürger regeln, "weil es sonst keine Orientierung mehr gibt". 

Im Januar trat mit Unterstützung von Kirchen und Islam in Nigeria ein Gesetz in Kraft, das Versammlungen Homosexueller unter Strafe stellt. Es wird nach Ikes Worten "von 95 Prozent der Gesellschaft akzeptiert. Als es beschlossen wurde, hat das Volk gejubelt." In den nördlichen Bundessstaaten des Landes, in denen die islamische Scharia gilt, müssen Homosexuelle mit harten Strafen bis zur Steinigung rechnen. Eine Liberalisierung würde nach Ikes Worten auch das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen gefährden: "Das hält Nigeria derzeit nicht aus". Möglicherweise werde man aber in einigen Jahren anders darüber denken.

Die katholische Kirche des Landes respektiere unterschiedliche sexuelle Orientierungen, sagte Ike. Doch auch sie wende sich dagegen, dass der Staat homosexuelle Partnerschaften mit der Ehe gleichstelle. Ike, der in Bonn promoviert hat und in Österreich zum Priester geweiht wurde, ist Professor für Ethik und Afrikanistik in der Stadt Enugu und Generalvikar des gleichnamigen Bistums.

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Wolfgang Nowak: Die Finanzkrise hat "die Ohnmacht der Politik entlarvt"

Wolfgang Nowak, Jurist, Politiker und Kenner der Bankenwelt, kritisiert, dass es der Politik bis heute nicht gelungen sei, "das Investmentbanking ungefährlich zu machen, um einen erneuten Finanzcrash zu verhindern". Die Finanzkrise, so Nowak im ZEITmagazin,  habe "die Ohnmacht der Politik entlarvt". Bis heute habe die Politik in dem Machtkampf nichts zurückerobert: "Die Banken benutzen jetzt das Wort Demut und machen weiter – in Demut."

Der ehemalige Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt unter Gerhard Schröder und bis 2012 Geschäftsführer der Alfred Herrhausen Gesellschaft, des internationalen Forums der deutschen Bank, antwortete auf die Frage zum Kulturwandel in der Bankenwelt: "Die ethische Überwachungsinstanz einer Bank ist der Aufsichtsrat. Er setzt nicht auf eine Verantwortungsethik, sondern eher auf Utilitarismus. Einen öffentlichen Druck, die Verantwortlichen zu entlassen, gibt es nicht."

Freunde gebe es weder in der Politik, noch innerhalb von Banken, sagt Nowak. "Ich habe darüber mit Putin gesprochen. Wir waren uns einig. Die Kanzlerin bezeichnete er nicht als Freundin, aber als eine Person, der er vertraue, selbst dann, wenn er ihr nicht zustimme."
Dann habe Putin gezögert und gesagt: "Doch Gerhard Schröder, das sei ein Freund", so Nowak.

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Patriotische Gesellschaft will im Hamburger Hochschulstreit vermitteln

Die Patriotische Gesellschaft bietet sich im Streit um den Wissenschaftsstandort Hamburg als Vermittlerin an. "Momentan ist die Debatte wenig zielführend", sagt Jürgen Lüthje, Vorstand der Patriotischen Gesellschaft und ehemaliger Präsident der Hamburger Universität der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Alle Seiten polarisieren in Schaukämpfen. Das bringt der Wissenschaft nichts. Wichtiger wäre, dass sich alle Beteiligten auf längerfristige Ziele verständigten, die unabhängig von parteipolitischen Mehrheiten verfolgt werden."

Die Patriotische Gesellschaft habe in ihrer 250-jährigen Geschichte schon oft gesellschaftliche Debatten moderiert, sagt Lüthje. "Wir werden die Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die Wissenschaftssenatorin, den Ersten Bürgermeister, den Finanzsenator, die Bürgerschaftsfraktionen, die Kammern und Gewerkschaften sowie die wissenschaftsfördernden Stiftungen zu Gesprächen einladen, um zu beraten, wie Hamburg in 15 Jahren zu einem der leistungsstärksten Wissenschaftsstandorte in Europa werden kann." Die ersten Einladungen würden bereits in dieser Woche versandt.

"Die Hochschulen haben das gleiche Problem wie die Schulen vor dem Schulfrieden", sagt Lüthje. "Die haben darunter gelitten, dass sie ständig Gegenstand politischer Polarisierung statt gemeinsamer Anstrengung waren", sagte Lüthje. "Hamburg braucht wissenschaftspolitische Ziele, die, bei allem verbleibenden Dissens, über mehrere Legislaturperioden zielstrebig verfolgt werden." Grundlage der Gespräche soll ein 18-seitiges Papier werden, das die Stiftung erarbeitet hat.

Zum Hintergrund: Der Ton in der Debatte um die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Hamburg war in den vergangenen Wochen deutlich schärfer geworden. Weil sie die Investitionen in Wissenschaft für zu gering halten, haben die Studenten einen "heißen Herbst" mit Protesten angekündigt. Universitätspräsident Dieter Lenzen erklärte die Hochschulgebäude vor einigen Wochen zu "Ruinen". Die Opposition hat bereits den Rücktritt von Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) gefordert.

Jürgen Lüthje, 73, war von 1991 bis 2006 Präsident der Hamburger Universität. Die Patriotische Gesellschaft ist die älteste zivilgesellschaftliche Organisation in Deutschland. Sie wurde 1765 nach dem Vorbild der Londoner Royal Society of Arts als Hamburgische Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe gegründet. Auf die Gesellschaft geht die Gründung der ersten Sparkasse, des Museums für Kunst und Gewerbe und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) zurück.

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Christian Lindner: FDP hat in Hamburg beste Chance seit Bundestagswahl

FDP-Chef Christian Lindner setzt trotz aller Querelen große Hoffnung auf die Bürgerschaftswahl am 15. Februar in Hamburg. Nach den Niederlagen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen soll der FDP in Hamburg die Trendwende gelingen: "Hamburg ist die Wahl seit der Bundestagswahl, bei der wir bislang die besten Chance haben", sagt Lindner in der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Den anhaltenden Streit in der Hamburger FDP sieht Lindner als nötige Aufräumarbeiten: "Es gab personelle Konflikte, die über lange Zeit schwelten und eine vernünftige Arbeit erschwert haben. Jetzt wird dieses Feuer gelöscht", so der FDP-Chef. Entscheidend sei, dass die Partei sich beim nächsten Landesparteitag Anfang November zusammenraufe und Klarheit schaffe.  Katja Suding, die FDP-Fraktionschefin im Hamburger Rathaus, sagt zum Streit in ihrer Partei: "ärgerlich, aber das verfängt nicht dauerhaft." Die Vorwürfe der Kungelei gegen sie seien falsch und würden sie nicht von ihrer Arbeit abhalten: "Politik ist nichts für schwache Nerven, ich habe so viel erlebt in den letzten Jahren, da haut mich das nicht um."

Zum Hintergrund: Vor wenigen Tagen hat der kommissarische FDP-Landesvorsitzende in Hamburg, Dieter Lohberger, seinen Austritt aus der Partei angekündigt, er wirft Suding "Klüngelei" bei der Listenaufstellung vor. Zuvor waren bereits die frühere Landeschefin Sylvia Canel und der frühere Spitzenkandidat für die Europawahl Najib Karim aus der Hamburger FDP ausgetreten und hatten eine neue Partei gegründet, die Neue Liberale.

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Fotograf Frédéric Brenner will mit "This Place" die Andersartigkeit Israels erfassen

Der französische Fotograf Frédéric Brenner hat in den vergangenen sieben Jahren elf international bekannte Fotografen, u.a. Thomas Struth und Jeff Wall, nach Israel und in das Westjordanland eingeladen. Entstanden ist das Fotoprojekt "This Place".  Brenner hofft damit, "die Andersartigkeit Israels zu fassen".

Die Fotos brechen mit den gängigen Erzählungen aus dem Nahen Osten. Man sieht darauf im Freien schlafende beduinische Arbeiter nach der Olivenernte, spielende Kinder in Ostjerusalem oder Aufnahmen aus der Luft, die veränderten Landschaften durch Jahrzehnte der Militarisierung erkunden. Der amerikanische Fotograf Nick Waplington zum Beispiel, besuchte jüdische Siedlungen im Westjordanland. "Ich wollte jenseits aller bestehenden Stereotype wissen, warum diese Leute da sind, und mit ihnen ins Gespräch kommen", sagt er. Eine Auswahl von Bildern des Projektes ist vorab im aktuellen ZEITmagazin und auf ZEITmagazin ONLINE zu sehen, ab dem 24. Oktober zeigt die Ausstellung "This Place" in Prag alle Werke.

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HSV: Dietmar Beiersdorfer sieht "über die Jahre" auch inhaltliche Fehler beim Verein

Dietmar Beiersdorfer, Vorstandsvorsitzender der HSV Fußball AG, übt Kritik am Führungsstil seiner Vorgänger. "Es wurden über die Jahre wahrscheinlich auch inhaltliche Fehler bei der Verpflichtung von Spielern oder Trainern gemacht", so Beiersdorfer in der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Der ganze Verein inklusive der Spieler hat sehr gelitten, vor allem in der vergangenen Saison wurden die Nerven bis zum Anschlag strapaziert".

Beiersdorfer, der den HSV bereits von 2002 bis 2009 als Sportchef führte, sieht mehrere Gründe für den Misserfolg der vergangenen Jahre: "Sowas hat viele Facetten", so Beiersdorfer. Auch "das Zerren um die Macht in einem Klub endet nicht vor der Kabine." Und: "Ein Verein wie der HSV ist ein Organismus. Man muss von innen nach außen strahlen. Wenn das nicht gelingt, mündet es in Unsicherheit und Frustration."

Der Verschleiß an Trainern sei ein Zeichen dafür, "dass Stabilität fehlte". Anspruch und die Wirklichkeit hätten nicht harmoniert, so Beiersdorfer. Durch den Mangel an Zusammenhalt in den Entscheidungsgremien habe die Vereinskultur gelitten, "man gab zu viel von sich preis, ließ zu viel an sich ran. Auch daraus resultierte der Misserfolg, und die Entwicklung blieb aus. Das wollen wir jetzt besser machen."

Die Diskussionen um den Verbleib von Trainer Josef Zinnbauer möchte Beiersdorfer beenden: "Joe ist unbefleckt. Er hat selber Fußball gespielt, besitzt die Gabe, den Jungs Vertrauen zu schenken. Er hat die Gruppe formiert, so etwas haben wir hier längere Zeit in der Form nicht beobachtet. Die Spieler sehen, dass er seinen Job mit ihnen zusammen lebt. Frische, Unverbrauchtheit, Leidenschaft, Passion – das ist eine sehr gute Basis."

Im Umgang mit Klaus-Michael Kühne, dem Förderer der dem HSV Millionen zufließen lässt und damit bei vielen Fans auf Kritik stößt, setzt Beiersdorfer auf seine leise und bestimmte Art. Und er fügt hinzu: "Ich halte es für unangemessen, mit Menschen, die so viel erreicht haben wie Herr Kühne auf seinem Parkett, streng und laut zu reden. Aber ich kann Sie beruhigen, ich vertrete immer unsere Belange."

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Billy Idol: "Ich war ein Gefangener – der Drogen und des Berühmtseins"

Dem Sänger Billy Idol ("Eyes Without A Face") ging es als Punker darum, frei zu sein, aber das misslang: "Ich war ein Gefangener – der Drogen und des Berühmtseins. Ein Albtraum!", erinnert sich  der 58-jährige Idol im ZEITmagazin. "Meine Freiheit endete, als meine Solokarriere in den Achtzigern explodierte, MTV meine Visage in Millionen Haushalte sendete und ich eine öffentliche Figur wurde. Und gleichzeitig beherrschten mich eben die Drogen", so der Brite, der in der Londoner Punk-Szene startete und Anfang der 80er Jahre in den USA zum weltberühmten Popstar wurde.

Zum Glück sei er ein positiver Typ, "sogar in meinen negativen Phasen. Ich habe immer gewusst, dass ich diese miesen Zeiten hinter mir lassen und mir meinen Traum zurückerobern kann."

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Fotografin Lina Scheynius übers Modeln: "Du wirst ja nicht mal wie ein Mensch behandelt"

Die Fotografin Lina Scheynius träumte als Mädchen von einer Karriere als Model, wurde mit 16 entdeckt und enttäuscht: "Keiner behandelt dich wie eine Prinzessin. Du wirst ja nicht mal wie ein Mensch behandelt", schreibt die 33-Jährige, die seit 2002 als Fotografin arbeitet, im ZEITmagazin und ergänzt:  "Am allerglücklichsten bin ich darüber, dass es vorbei ist".

Die Schwedin erinnert sich nicht gern an die Zeit als Fotomodel. Sie habe in vielen verschiedenen Model-Wohnungen mit vielen verschiedenen Mädchen zusammengelebt. "Die Wohnungen sind klein, unordentlich und viel zu teuer. Oft gehören sie der Agentur, aber wir müssen trotzdem Miete zahlen. Meistens sind sie überfüllt, wir schlafen in Stockbetten. Ein eigenes Zimmer ist ein seltener Luxus", so Scheynius.

"Manchmal zieht man wochenlang von Casting zu Casting, ohne einen einzigen Job zu ergattern", schreibt die heutige Fotografin. Viele Mädchen bekämen nie Arbeit und würden am Ende nach Hause geschickt. Dennoch habe sie weitergemacht. "Jedes Casting ist wie Lotto spielen: Wenn du gewinnst, wirst du vielleicht reich oder berühmt oder beides", schreibt die Schwedin.

"Es ist, als wäre das Modeln ein Liebhaber, der dich nur manchmal will, aber gerade oft genug, um die Hoffnung nicht aufzugeben. Eines Tages wird der Liebhaber mich sehen, wie ich es verdient habe, rede ich mir ein." Nach ein paar Jahren hörte sie auf zu modeln. Heute arbeitet Scheynius als Fotografin für Magazine, veröffentlicht Fotobücher und hatte bereits mehrere Ausstellungen. Im Jahr 2012 war sie Fotokolumnistin des ZEITmagazins.

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Die Regisseurin Christina Paulhofer über zu viel Theater

Die gefragte Theater-Regisseurin Christina Paulhofer war mit Anfang 40 am Ende ihrer Kräfte.  Während der Proben zu einer Oper versagte ihr die Stimme: "Ich hatte Schweißausbrüche. Es war praktisch alles gemacht, ich hätte es nur den Sängern mitteilen müssen. Aber ich konnte nicht mehr sprechen.", sagt die heute 45-Jährige im ZEITmagazin.

"Ich wurde ziemlich jung sehr hochgeschossen", erinnert sich Paulhofer, "mit 26 wurde ich zur Regisseurin des Jahres gewählt, Intendanten riefen mich an, vom Burgtheater bis zum Hamburger Schauspielhaus." Sie habe damals alles zugesagt, ohne zu wissen, auf was sie sich einlasse. "Irgendwann hatte ich mich verloren. Alle meine Beziehungen zerbrachen, ich hatte keine Identität mehr, bin schwindlig in der Gegend rumgelaufen, von einem Ding zum anderen." Sie habe sich dann eine Auszeit genommen, zwei Jahre lang auf dem Land gelebt.

Seit 2011 inszeniert sie wieder: "Ich habe das Theater dann doch vermisst", so Paulhofer, "aber ich versuche, nur noch zwei Sachen im Jahr zu machen".

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Kardinal Marx warnt Gegner von Papst Franziskus

Kardinal Reinhard Marx hat die Gegner des Reformkurses von Papst Franziskus vor dem Ungeist von Rechthaberei und Taktiererei gewarnt. "Diesen Ungeist der Rechthaberei, der Taktiererei, natürlich gibt es den! Der kriecht immer wieder durch die Ritzen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz im Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT, "aber wer einen Aufbruch in der Kirche dafür missbraucht, nur Mehrheiten fürs eigene Lager zu organisieren, der hat den Geist dieses Papstes nicht verstanden." Bei der am Sonntag in Rom zuende gegangenen Bischofssynode hatte die katholische Kirche keine Einigkeit über einen offeneren Kurs gegenüber Homosexuellen und wiederverheirateten Geschiedenen erzielen können.

Auch er habe sich gedacht: "Naja, Freunde, ein bisschen mehr Aufbruchs-Szenario wäre wünschenswert gewesen", bekannte Marx. Doch die Debatte habe gerade erst begonnen. "Manche Gruppen mögen jetzt vielleicht beglückt denken, das Thema habe sich erledigt, andere sind vielleicht enttäuscht", so der Kardinal von München, "aber beide liegen falsch. Das Thema ist nicht erledigt."

"Die Gefahr für jeden Fortschritt ist die Rechthaberei von Leuten, die sagen, ich habe meine Position, was brauche ich Diskussion?", kritisierte Marx die Reformgegner. Er habe "dem Papst auch persönlich gesagt: Ich habe die Befürchtung, dass hier diskutiert wird mit der Frage: Wer ist noch katholisch und wer nicht? Aber wer so diskutiert, hat nichts, wirklich nichts verstanden vom Geist einer Synode."

Entscheidend sei jetzt auch aus Sicht des Papstes die stärkere "Basisbeteiligung", wie es sie bereits im Vorfeld der Synode gegeben habe, "das muss weitergehen." Die Türen in der Kirche stünden weiter offen denn je seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 60er Jahren. Die Themen Homosexualität und Wiederverheiratete "waren doch bisher unverhandelbar", so Marx. Allerdings "war mir schon vor der Abreise nach Rom klar: Das wird nicht einfach."

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DGB-Chef Hoffmann kritisiert Aushöhlung der Tariflandschaft

Schuld am Gerangel der Gewerkschaften sind Arbeitgeber, die sich aus der Tarifbindung verabschieden, schreibt DGB-Chef Reiner Hoffmann in einem Beitrag für die Wochenzeitung DIE ZEIT. 

Die Schuld am zunehmenden Gerangel der Gewerkschaften gibt der DGB Vorsitzende Reiner Hoffmann den Arbeitgebern, die sich aus der Tarifbindung verabschieden. In einem Beitrag für die Wochenzeitung DIE ZEIT kritisierte der DGB Chef die "Aushöhlung der Tariflandschaft". Viele Arbeitgeber hätten sich ihrer tarifpolitischen Verantwortung entzogen, indem sie erst gar nicht einem Arbeitgeberverband beiträten.

"Wer eine Tarifeinheit will, muss im eigenen Betrieb die Basis dafür schaffen", so Hoffmann. Stattdessen würden Betriebe zunehmend fragmentiert und Stammarbeitsplätze mit Leiharbeitern oder Werkvertragsarbeitern besetzt. Wer das tue, dürfe sich nicht wundern, "wenn sich im Betrieb Partikularinteressen herausbilden, wenn Menschen beginnen, gegeneinander zu kämpfen, und einzelne Gewerkschaften darauf bestehen, ihre Interessen gegen jedes solidarische Prinzip, gegen andere Beschäftigte eines Betriebes durchzusetzen."

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Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 44 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 23. Oktober 2014. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

Studie: Kinderschuhe stark mit Chemikalien belastet

Kinderschuhe und Textilien aus dem Discounter sind teilweise stark mit Chemikalien belastet. Das zeigt eine Untersuchung der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die der ZEIT exklusiv vorliegt. In vielen Fällen werden Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung, des Umweltsiegels Blauer Engel sowie branchenübliche Industriestandards deutlich überschritten.


Greenpeace hat insgesamt 26 Schuhe und Kleidungsstücke – vor allem für Kinder – der Händler Aldi, Lidl, Tchibo, Penny (Discountableger von Rewe) sowie Produkte aus österreichischen und Schweizer Supermärkten auf sieben verschiedene Schadstoffe getestet.


Die höchsten Belastungen fand Greenpeace in Kinderschuhen. In einem Schuh von Aldi Süd wies Greenpeace 194 Milligramm Dimethylformamid je Kilogramm nach. Ein Schuh des österreichischen Discounters Hofer (gehört zu Aldi Süd) enthielt 270 Milligramm je Kilogramm.


Dimethylformamid ist ein Lösungsmittel in der Schuhproduktion und gilt als toxisch und sogar fortpflanzungsgefährdend. Ökosiegel wie der Blaue Engel vom Umweltbundesamt empfehlen maximal zehn Milligramm pro Kilogramm für Schuhe und Schutzhandschuhe. Eine gesetzliche und verbindliche Obergrenze gibt es bislang nicht.


In einem Regenstiefel von Tchibo wiesen die Tester außerdem Weichmacher nach: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Acht dieser PAK klassifiziert das EU-Chemikalienrecht als krebserregend. Drei von ihnen entdeckte Greenpeace in dem Stiefel. Sie überschritten den empfohlenen Vorsorgewert von 0,2 Milligramm pro Kilogramm. Einen gesetzlich verbindlichen EU-Grenzwert gibt es hier erst ab Dezember 2015.


Nach Ansicht des Umweltbundesamtes haben die untersuchten Chemikalien in Textilien nichts zu suchen. PAK seien ein Zeichen für "billigste Kunststoffproduktion", sagt Chemikalienexperte Christoph Schulte.

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