Hedgefonds aus Boston wettet rund 130 Millionen Euro gegen die Deutsche Bank

Hedgefonds aus Boston wettet rund 130 Millionen Euro gegen die Deutsche Bank

Highfields Capital, ein mehr als zehn Milliarden Dollar schwerer Hedgefonds aus Boston, spekuliert nach Informationen der Wochenzeitung DIE ZEIT gegen die Deutsche Bank. Wie aus Pflichtmeldungen im elektronischen Bundesanzeiger hervorgeht, hat Highfields Capital in der vergangenen Woche Handelspositionen aufgebaut, die 0,74 Prozent aller Aktien des Geldhauses betreffen und Gewinn einbringen, sobald der Aktienkurs fällt. Gemessen an den Durchschnittskursen der zwei Tage, für die der Fonds Meldungen abgab, beträgt das Volumen der Geschäfte insgesamt rund 130 Millionen Euro.

Highfields Capital ist bereits der dritte Hedgefonds, der binnen kurzer Zeit auf einen Kursverfall der Deutschen Bank spekuliert. Vor ein paar Wochen hatten Marshall Wace und ein Fonds des berühmten Spekulanten George Soros gegen das Kreditinstitut gewettet. 

Melinda Gates weist Vorwurf der Allmachtsgelüste zurück

Melinda Gates weist Vorwurf der Allmachtsgelüste zurück

Melinda Gates wehrt sich gegen Vorwürfe, sie und ihr Ehemann Bill verfolgten mit ihrer gemeinsamen Gates-Stiftung in erster Linie eigene Ziele. "Wir sind Teil eines großen Systems", sagte die ehemalige Microsoft-Managerin im Interview mit der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT. Zwar versuche die Gates-Stiftung, den Vereinten Nationen Anstöße für die Neuformulierung der Millenniumsziele wie etwa eine Senkung der Mütter- oder Kindersterblichkeit zu geben. Aber "wir sind nicht dabei, wenn über die Ziele abgestimmt wird", sagte die 51-Jährige der ZEIT. "Auch sonst können wir nur in einem Land arbeiten, wenn die Regierung zugestimmt hat." 

Mit mehr als 40 Milliarden US-Dollar ist die Stiftung von Melinda Gates und ihrem Ehemann, Microsoft-Gründer Bill Gates, die größte gemeinnützige  Privatstiftung der Welt. Allein in Gesundheitsprogramme, etwa zum Schutz vor Malaria, investierte die Organisation aus Seattle schon mehr als 15 Milliarden Dollar. Andererseits halten Kritiker der Stiftung seit längerem vor, sie verfolge Allmachtsgelüste des Ehepaares Gates und erzeuge politischen Druck, um eigene Projekte durchzusetzen. So sagte der britische Gesundheitsaktivist David McCoy, die Gates-Stiftung definiere selbst, was Fortschritt sei. 

Ihre Stiftung definiere den Fortschritt nicht, sie messe ihn nur, entgegnete Melinda Gates im Gespräch mit der ZEIT. "Selbst auf dem Feld der Familienplanung, das wir mit aufgebaut haben, sind wir also nur Teil eines Systems. Ich habe das Ziel nicht gesetzt, dass bis 2020 120 Millionen Frauen mehr über Verhütungsmittel verfügen sollen. Das haben mehrere Regierungen mit uns geplant. Und glauben Sie mir, es gab viele Kämpfe." Die Stiftung könne mit ihrem Geld der Politik immer nur einen "Anstoß" geben. Am Ende müsse die Regierung eines Landes "entscheiden, ob sie den Wandel befördern will".

Susanne Klatten: Ich bin mehr als eine reiche Erbin

Susanne Klatten: Ich bin mehr als eine reiche Erbin

Susanne Klatten ist es leid, ständig als "reichste Frau Deutschlands" bezeichnet zu werden. "Was ist das denn für ein Adjektiv: reich? Das beschreibt den Menschen nicht, das beschreibt nur einen Status", sagt die 54jährige Unternehmerin im Interview der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT. Dieser Status sei "anderen vielleicht wichtig. Aber mir nicht."

Auch das Label "Erbin" gefalle ihr nicht, erklärt die Tochter der Industriellen Herbert Quandt: "Wenn man mit Mitte fünfzig für viele immer noch "die Erbin" ist, ist das schon befremdlich. Aus so einem Status wächst man doch heraus und entwickelt eigene Interessen und Ziele." Dies beweise auch ihre neue Initiative "SKala - Gemeinsam Menschen bewegen", über die sie 100 Millionen Euro aus ihrem Privatvermögen für benachteiligte Jugendliche, Demenzkranke, Flüchtlinge und Katastrophenopfer bereitstellen wolle. "Ich hoffe, die Spende zeigt, dass ich mehr bin als eine reiche Erbin", so Klatten,  die unter anderem Alleineigentümerin des Pharmakonzerns Altana sowie Großaktionärin beim Automobilhersteller BMW und dem Kohlenstoffspezialisten SGL Carbon ist.

Sie selbst würde sich als "Unternehmerin" bezeichnen, so Klatten. "Dass ich mein Geld an vielen Stellen in Innovationen investiere, etwa bei BMW in Elektroautos, das sind Risiken, für die ich mit meinem Bruder zusammen einstehe." Das Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt Klattens Privatvermögen auf 18,5 Milliarden US-Dollar und das ihres Bruders Stefan Quandt auf 15,6 Milliarden US-Dollar.

Münchner OB kündigt nach Amoklauf Konsequenzen an

Münchner OB kündigt nach Amoklauf  Konsequenzen an

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter kündigt Konsequenzen aus dem Amoklauf am vergangenen Freitag für die Stadt München an: Er wolle die Schüler dafür sensibilisieren, aufmerksamer miteinander umzugehen, so Reiter in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Amoklauf müsse als Thema in den Schulunterricht integriert werden. Die Lehrer müssten mit den Schülern die Frage diskutieren: "Was geht in den Menschen vor, die so etwas planen?" Außerdem bestätigte Reiter gegenüber der ZEIT erstmals sein Vorhaben, ein striktes Rucksackverbot auf dem Oktoberfest einzuführen, das am 17. September beginnt.

Misstrauen gegenüber traditioneller Begutachtungspraxis in der Wissenschaft wächst

Misstrauen gegenüber traditioneller Begutachtungspraxis in der Wissenschaft wächst

Unter deutschen Wissenschaftlern wächst das Misstrauen gegenüber der traditionellen Begutachtungspraxis: dem sogenannten Peer-Review-Verfahren. Das belegen Ergebnisse der neuesten Wissenschaftlerbefragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), die der Wochenzeitung DIE ZEIT exklusiv vorliegen.

So haben 83 Prozent der Befragten Zweifel an der Neutralität der Gutachter. 77 Prozent stimmen "teilweise" oder "voll" der Aussage zu, dass schlechtere Chancen habe, wer "ganz offen und ehrlich" bei einer Antragstellung sei. "Unter den Wissenschaftlern baut sich Frust auf", sagt Stefan Hornbostel, Hochschulforscher und Leiter der Befragung. Das Vertrauen in das System der Selbstkontrolle sinke.

Peer Review bezeichnet die wichtigste Form der Qualitätskontrolle der Wissenschaft. Dabei werden Fachartikel, bevor sie in einer Zeitschrift veröffentlicht werden, von anderen Forschern anonym auf Plausibilität und Originalität hin geprüft. In ähnlicher Weise werden Anträge auf Forschungsgelder begutachtet. Durch die steigende Zahl der Drittmittelanträge und einem wachsenden Publikationsdruck ist die Zahl der Begutachtungen stark angewachsen.

Laut der neuen DZHW-Umfrage machen Gutachtenschreiben, Drittmittelakquise und Management mittlerweile 27 Prozent der Arbeitszeit eines deutschen Forschers aus. Für die Forschung selbst bleiben 23 Prozent. Gleichzeitig meint fast die Hälfte der befragten Wissenschaftler, die Qualität der Gutachten habe sich in den vergangenen Jahren verschlechtert.

Christopher Lauer verhandelt mit der SPD über seine politische Zukunft in der Partei

Christopher Lauer verhandelt mit der SPD über seine politische Zukunft in der Partei

Der Berliner Abgeordnete Christopher Lauer sieht seine berufliche Zukunft bei der SPD. "Ich werde der Politik erhalten bleiben", sagt Lauer in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Im Oktober 2016, wenn sich das neue Berliner Abgeordnetenhaus konstituiert, endet Lauers Zeit als Abgeordneter. Recherchen der ZEIT ergeben, dass er aus diesem Grund derzeit Gespräche mit der SPD-Generalsekretärin Katarina Barley führt. Es wird für ihn wohl auf eine Übergangsaufgabe hinauslaufen, vielleicht als Berater für digitale Medien im Willy-Brandt-Haus.*

Lauer, 32, war  2011  als Mitglied der Piratenpartei ins Berliner Parlament eingezogen. Er hatte in der Partei innerhalb kurzer Zeit Karriere gemacht, war seit 2010 Politischer Geschäftsführer im Bundesvorstand. 2014 trat er bei der Piratenpartei aus. Auf seine Zeit bei den Piraten blickt Lauer mit einer Mischung aus Nostalgie und Desillusionierung zurück. "Ich fand das geil, dass bei den Piraten niemand fragte, wo du herkommst und was für eine Ausbildung du hast." Allerdings seien die Mitglieder der Partei nicht für die Politik gemacht. "Der Großteil der Mitglieder der Piratenpartei war auf eine absurde Art apolitisch."

Heute sagt Christopher Lauer über seine ehemalige Partei: "Mir wäre es wichtig, dass die Piraten nicht noch einmal ins Abgeordnetenhaus einziehen." Im Bund wie im Berliner Abgeordnetenhaus befürwortet er eine rot-rot-grüne Koalition: "Diese drei Parteien müssen zusammen eine Perspektive für die Zukunft entwickeln."

*Bitte beachten Sie, dass dieser Absatz korrigiert wurde.

Petra Hinz’ Lebenslauf-Lüge war in der Essener SPD bekannt

Petra Hinz’ Lebenslauf-Lüge war in der Essener SPD bekannt

Es sei in der Essener SPD ein "offenes Geheimnis", gewesen, dass die kürzlich zurückgetretene SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Hinz keinen Studienabschluss hatte. Das ergaben Recherchen der Wochenzeitung DIE ZEIT.

"Es muss jedem klar sein, dass es zeitlich gar nicht möglich war, so Kommunalpolitik zu betreiben, wie Petra es getan hat, und gleichzeitig zwei Staatsexamen zu machen", so die Rechtsanwältin Birgit Rust, die jahrelang in der SPD aktiv war, in der ZEIT.

"Viele aus meiner Juso-Generation haben nie ihr Studium beendet", so die SPD-Landtagsabgeordnete Britta Altenkamp. Und der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Willi Nowack fügt hinzu: "Natürlich wurden bei uns auch Karrieren gemacht, indem Lebensläufe arg geschönt wurden."

Ungeschützt familiär: Bislang unbekannte private Filme von Adolf Hitler aufgetaucht

Ungeschützt familiär: Bislang unbekannte private Filme von Adolf Hitler aufgetaucht

In Bayreuth ist bislang unbekanntes Filmmaterial aufgetaucht, das den Diktator Adolf Hitler als Privatmenschen zeigt. Das meldet die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe. Zehn Minuten und 40 Sekunden lang sind die Schwarzweißaufnahmen von Hitler, die bisher als verschollen galten. Den Stummfilm auf 16 Millimeter Schmalfilmformat hatte Wolfgang Wagner, der Enkel des Komponisten Richard Wagner im Sommer 1936 als damals 16-Jähriger mit seiner Handkamera gedreht. Wagner nahm Adolf Hitler unter anderem bei seinen Besuchen in der Villa Wahnfried in Bayreuth auf. Die Filme zeigen Hitler von Nahem, in ungeschützt familiärer Atmosphäre.

Anders als das bislang bekannte private Filmmaterial von Hitlers Lebensgefährtin Eva Braun, wirken die nun aufgetauchten Aufnahmen nicht inszeniert, um den "Führer" als freundlichen Privatmann vorzustellen. Die Bayreuther Szenen sind spontan gedreht und zeugen von der großen Zuneigung und Vertrautheit, die Hitler und die Familie Wagner verband. Hitler genoss seine Besuche bei Siegfried Wagners Witwe Winifred und ihren Kindern, die ihren "Onkel Wolf" glühend verehrten.

Dementsprechend intim sind die gefilmten Szenen: Lächelnd sieht man Hitler im Garten, untergehakt spazierend mit der jüngsten Wagner-Enkelin Verena, auf dem Rücken ihres Bruders Wieland eine Skizze anfertigend, gemeinsam mit dem  Ehepaar Goebbels und Göring und mit den Künstlern der Festspiele. Die ZEIT veröffentlicht in dieser Woche exklusive Bilder aus den Filmen.

Das brisante Filmmaterial ist im Herbst vergangenen Jahres wieder aufgetaucht. Mitte der 70er Jahre war der Filmemacher Hans-Jürgen Syberberg damit in Berührung gekommen und hatte es abfotografiert, seither waren die Filme nicht mehr auffindbar. Durch aufwändige Recherchen der ZEIT-Redakteurin Christine Lemke-Matwey und der hartnäckigen Suche der Münchner Archivdirektorin und Wolfgang-Wagner-Nachlassverwalterin Sylvia Krauss sind sie jetzt wiedergefunden worden. Die alten Agfa-Filmdosen hatten offenbar jahrelang unerkannt im zweiten Stock des Festspielhauses in Bayreuth gelegen. Seit November 2015 befinden sie sich nun in der Obhut des Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München. Seit Anfang Juli 2016 ist das Material digitalisiert und wird demnächst zu Forschungszwecken auf CD einzusehen sein.

Jan Josef Liefers zum Golfen: Das braucht kein Mensch zum Leben

Jan Josef Liefers zum Golfen: Das braucht kein Mensch zum Leben

Das Golfspielen "braucht kein Mensch zum Leben", so Jan Josef Liefers im aktuellen Magazin ZEIT GOLFEN. "Gut, man braucht Bewegung, sagen die Ärzte. Aber es ist nicht wirklich für jemanden nützlich, wenn man eine Runde spielt, egal wie gut man sie spielt." Dennoch:  Beim Golf werde man "auf brutale und nackte Art mit sich selber konfrontiert, nicht mit seinen Stärken, sondern mit seiner Inkompetenz", so der Schauspieler. Wer das überstehen wolle, brauche "neben Demut eine gewisse charakterliche Festigkeit". Das Schummeln sei beim Golfspielen "besonders verbreitet", so Liefers: "Wahrscheinlich ist es das Schummelbiotop Nummer eins im Sport."

Der Erfolg sei für ihn, auch als Schauspieler, kein Antrieb: "Ich denke weder über den Erfolg nach noch über den Misserfolg", so Liefers. Er habe folgende Erfahrung gemacht: je weniger er etwas wolle, desto größer seien "die Chancen, es zu bekommen".

Fotokünstlerin Katharina Sieverding: „Es ist eine Chance, wenn man sich Zeit nehmen kann“

Fotokünstlerin Katharina Sieverding: "Es ist eine Chance, wenn man sich Zeit nehmen kann"

Die weltweit bekannte Düsseldorfer Fotokünstlerin Katharina Sieverding hat die Pflege ihrer Familienangehörigen als Erfahrung erlebt, die sie glücklich gemacht habe: "Es ist eine Chance, wenn man sich die Zeit nehmen kann, beim Prozess des Sterbens und der Verabschiedung dabei zu sein", so Sieverding im ZEITmagazin.

Zwischen dem Tod ihres Vaters und dem ihrer Mutter lagen zweieinhalb Jahre, in denen sie beide pflegte und selbst krank wurde: "Es war eine Überforderung für mich, immer dabei zu sein", so die ehemalige Meisterschülerin von Joseph Beuys. "Dass es zu so einer Überforderung kommen kann, ist klar, aber eine Krise ist immer auch eine Chance." Daraus entstünden ungeheure Potenziale, die einen auf das vorbereiteten, was als Nächstes auf einen zukomme: "Diese seelischen Vorgänge habe ich erkannt, und deshalb habe ich diesen kritischen Moment überwunden." Ihre bedeutendsten Arbeiten, so Sieverding, seien erst nach dieser Krise entstanden.

Jeff Goldblum hatte schon früh eine geheime Leidenschaft für das Schauspielen

Jeff Goldblum hatte schon früh eine geheime Leidenschaft für das Schauspielen

Jeff Goldblum, 63, hatte schon als Kind eine geheime Leidenschaft für das Schauspielen: "In der fünften Klasse habe ich an einem Theaterstück mitgewirkt", sagt Goldblum dem ZEITmagazin. "Wie sehr es mich gefesselt hat, behielt ich allerdings für mich." Nach einem Schauspielkurs in Klasse 10 sei er von der Idee besessen gewesen. "Jeden Morgen nach dem Duschen habe ich auf eine beschlagene Glasscheibe geschrieben: ‚Lieber Gott, lass mich Schauspieler werden.‘ Und es sofort wieder weggewischt. Niemand sollte es sehen!" Goldblum, der durch "Independence Day" und "Jurassic Park" zum Hollywoodstar wurde, offenbarte sein Geheimnis erst mit 17, als er in New York an die Schauspielschule ging.

Erwachsenenbildung: Wachstumsmarkt digitaler Unternehmen

Erwachsenenbildung: Wachstumsmarkt digitaler Unternehmen

Einer der wichtigsten Bildungsexperten des Silicon Valley, Sebastian Thrun, Gründer der Lernplattform Udacity, sieht das Segment der Erwachsenenfortbildung als künftigen Wachstumsmarkt digitaler Unternehmen. "Das ganze Bildungsthema ist eine Riesenchance für das Silicon Valley", so Thrun in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Neben Udacity arbeiteten auch Google und LinkedIn auf dem Feld der Erwachsenenbildung. "Noch sind wir am Anfang, aber in zwanzig Jahren werden sich Arbeit und Lernen sehr vermischen, Arbeitgeber werden ihre Angestellten ermutigen, viel mehr zu lernen. Es wird nicht mehr reichen, einmal im Leben zur Uni zu gehen", so Thrun weiter.

HafenCity sucht Kurator

HafenCity sucht Kurator

Die HafenCity sucht einen Kurator. Er soll den neuen Stadtteil in den kommenden Jahren "auch als kulturellen Ort" maßgeblich weiterentwickeln, heißt es in einer Ausschreibung, über die der Hamburg-Teil der Wochenzeitung DIE ZEIT in der aktuellen Ausgabe berichtet. Es solle in der HafenCity auch "jenseits der Elbphilharmonie" Kultur geben, schreibt die HafenCity GmbH in der Ausschreibung, die bei einem renommierten Personaldienstleister gerade auf Veröffentlichung wartet.

HanseMerkur wollte Joint Venture mit Unister gründen

HanseMerkur wollte Joint Venture mit Unister gründen

Die Zusammenarbeit zwischen der Hamburger Versicherung HanseMerkur und dem mittlerweile insolventen Reisevermittler Unister ging viel weiter als bislang bekannt. Wie im Hamburg-Teil der aktuellen ZEIT berichtet, räumte die HanseMerkur dem Leipziger Internetkonzern ("Ab-in-den-Urlaub") im Zuge eines Kreditgeschäfts sogar die Option ein, 49,9 Prozent an der Hanse-Tochter BD24 zu erwerben und damit ein gemeinsames Joint Venture zu bilden. Das wurde der ZEIT von mehrere Insidern bestätigt.

Der Deal ist vor allem deswegen pikant, weil die Staatsanwaltschaft seit 2012 gegen Unister-Manager ermittelte. Dabei ging es unter anderem um den Vorwurf des unerlaubten Vertriebs von Versicherungen und der Hinterziehung von Versicherungssteuer. Später kam es zur Anklage, in diesem Jahr sollte eigentlich ein Prozess gegen Unister-Gründer Thomas Wagner beginnen. Wagner jedoch kam Mitte Juli bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Wenige Tage später meldete Unister vorläufige Insolvenz an.

Inzwischen ist bekannt, dass die HanseMerkur der mit Abstand größte Gläubiger von Unister war. Laut dem der ZEIT vorliegenden Insolvenzantrag sind noch Kredite in Höhe von mindestens 34 Millionen Euro offen. Die intensive Zusammenarbeit nahm ihren Ausgang offenbar, nachdem die Staatsanwaltschaft 2012 mit ihren Ermittlungen begann und führende Unister-Manager sogar kurzzeitig in U-Haft mussten. Zunächst flossen etwa 20 Millionen Euro an Unister; in der Spitze waren es nach ZEIT-Informationen mehr als 50 Millionen Euro.

Im September 2013 tauchte dann im Handelsregister erstmals die HanseMerkur-Tochter BD24 auf. Sie hatte allem Anschein nach vor allem den Zweck, Reiseversicherungen über die Urlaubsportale von Unister zu verkaufen. Ein führender Unister-Manager firmierte laut Handelsregister schon damals bei der Hanse-Tochter als Prokurist. Die Option, mit 49,9 Prozent bei der BD24 einzusteigen, ließen die Leipziger später wegen Geldmangels offenbar verfallen.