1. ARD-Korrespondentin Amiri "sehr irritiert" über Kritik am Kopftuch

2. "The Square"-Darsteller Bang wäre gern Popstar geworden

3. Rummenigge: TV-Markt noch nicht gesättigt

4. DLG-Präsident fordert Wirtschaftsminister für ländlichen Raum

5. Nachwuchspolitiker: Themen der Großen Koalition sind von gestern

6. "I love Tegel" - Willem Dafoe kommt zur Berlinale

7. Deborah Feldman plädiert für eine neue jüdische Erinnerungskultur

8. ZdK-Präsident: AfD darf am Katholikentag teilnehmen

9. Katholische Unternehmer kritisieren Finanzpolitik der Kirche

10. Studie: Viele Kinder fürchten Terroranschlag / Abstrakte Angst in Ost-Bundesländern vor Ausländern

11. Filmproduzent Rohrbach: #MeToo ist "absolut notwendig"

12. Kauf von BND-Spionagesatelliten vermutlich teurer als bekannt

13. Nahles will SPD nicht nach links rücken / Härterer Kurs bei Innerer Sicherheit

14. Gabriel entschuldigte sich bei Schulz per SMS


ARD-Korrespondentin Amiri "sehr irritiert" über Kritik am Kopftuch

Natalie Amiri, Leiterin des ARD-Studios in Teheran, ist über die Aufregung um das Kopftuch, das sie Anfang des Jahres während eines Berichtes aus dem Iran trug, "sehr irritiert". Dem ZEITmagazin sagt sie: "Die fortgesetzte Kritik daran, dass ich bei einer Live-Schaltung aus Teheran ein – gesetzlich vorgeschriebenes – Kopftuch trage, ist für mich nicht mehr verständlich." Sie sei "Journalistin, keine Aktivistin", und ihrer Aufgabe könne sie nur nachkommen, wenn sie sich "an die Gesetze des jeweiligen Landes" halte. "Sich das Kopftuch als Zeichen des Protests in der Öffentlichkeit herunterzureißen, das muss ich den Iranerinnen überlassen", so Amiri. Die Diskussion um das Kopftuch zeige, "in welcher defensiven Position sich der Journalismus im Moment befindet".


„The Square“-Darsteller Bang wäre gern Popstar geworden

"The Square"-Darsteller Bang wäre gern Popstar geworden

Der dänische Schauspieler Claes Bang, 50, Hauptdarsteller in dem Oscar-nominierten schwedischen Film "The Square", träumte als Jugendlicher von einer Karriere als Popstar: "Ich wollte so was wie Wham! oder Duran Duran werden", sagt er dem ZEITmagazin. Claes Bang arbeitet seit 30 Jahren als Schauspieler. "The Square" ist sein internationaler Durchbruch. Heute sieht er in Richard Burton sein Vorbild: "Der hat so etwas Tierisches an sich, als würde ein wildes Tier in einem menschlichen Körper stecken."

Rummenigge: TV-Markt noch nicht gesättigt

Rummenigge: TV-Markt noch nicht gesättigt

Der FC Bayern München will in Zeiten steigender Transfersummen und Spielergehälter gelassen bleiben. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagt im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT, er setze auf ein "Zwei-Säulen-System": einerseits auf eine bessere Nachwuchsförderung, andererseits wolle der Verein auf dem Spielermarkt "aggressiver scouten". Außerdem sei, was die künftigen Einnahmen betreffe, der TV-Markt noch "nicht gesättigt". Wenn Konzerne wie Amazon und Netflix mitböten, seien weitere Steigerungen möglich.

DLG-Präsident fordert Wirtschaftsminister für ländlichen Raum

DLG-Präsident fordert Wirtschaftsminister für ländlichen Raum

"Einen Wirtschaftsminister für den ländlichen Raum" fordert der Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer, im Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. Ein solches Ressort müsse der wachsenden Ungleichheit zwischen Stadt und Land entgegentreten, denn diese sei ein Grund für die Erfolge populistischer Parteien in den USA und in Europa. "Dieses Thema muss jedem Politiker in Europa unter den Nägeln brennen", so Bartmer.

In einem Heimatministerium, wie es die mögliche Große Koalition plant, sieht der DLG-Präsident diese Aufgabe falsch aufgehoben. In abgehängten Regionen komme es darauf an, die Infrastruktur aufzubauen und die Wirtschaft zu stärken. "Ich bezweifle, dass wir diese Probleme mit dem Begriff Heimat richtig adressieren."

Nachwuchspolitiker: Themen der Großen Koalition sind von gestern

Nachwuchspolitiker: Themen der Großen Koalition sind von gestern

In einem gemeinsamen Manifest fordern junge Politiker von CDU, SPD, FDP, Grünen und Linkspartei in der Wochenzeitung DIE ZEIT eine neue, zukunftsorientierte Politik. Die Themen der geplanten Großen Koalition nennen sie "gestrig" und "folkloristisch".

Die Politik sei zum "Debattenfriedhof" verkommen. Um effektive Lösungen zu finden, plädieren sie für die Einführung von Ministerien auf Zeit. "Länder wie Dänemark und die Niederlande machen längst vor, wie das geht: Sie verfügen über Innovationslabore, in denen Politiker und Beamte verschiedener Ministerien ihre Aufgaben gemeinsam bearbeiten". Es sei notwendig, die Sozialsysteme an die Lebensläufe vor allem junger Menschen anzupassen, deren Biografien nicht mehr bruchlos von der Ausbildung bis zur Rente verliefen. "Wir wollen, dass Ideen wie Grundeinkommen oder Bürgergeld nicht nur diskutiert, sondern endlich auch getestet werden", schreiben die Nachwuchspolitiker.

Die Autoren des Manifests sind Yannick Haan (SPD), 31, Vorsitzender des Ortsvereins Berlin-Alexanderplatz, Diana Kinnert (CDU), 26, Unternehmerin und Autorin, Terry Reintke, 30, (Bündnis 90/Grüne), Mitglied des Europäischen Parlaments, Ria Schröder (FDP), 25, stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen und Shaked Spier (Die Linke), 32, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Netzpolitik.

„I love Tegel“ - Willem Dafoe kommt zur Berlinale

"I love Tegel" - Willem Dafoe kommt zur Berlinale

Im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT spricht der Schauspieler Willem Dafoe, dem die Hommage der diesjährigen Berlinale gewidmet ist, über seine Vorliebe für Kinobösewichter. Er sagt: "Tugendhafte Figuren machen mich misstrauisch, denn sie liegen nicht in unserer Natur. Wir leben mit dem Makel, darin liegt auch eine gewisse Schönheit." Über seinen physischen Darstellerstil, der durch seine Arbeit am New Yorker Theater geprägt wurde, sagt er: "Auch vor der Kamera fühle ich mich manchmal mehr als Tänzer denn als Schauspieler." Deutschland fühle er sich verbunden, weil seine Familie väterlicherseits deutscher Abstammung sei. An der Fertigstellung des neuen Berliner Flughafens zeigt der Schauspieler kein Interesse. "Wer will denn schon den Großflughafen?" Und weiter: "Wir wollen den kleinen behalten! Wir wollen weiterhin in fünfzehn Minuten im Zentrum der Stadt sein." Dafoe: "I love Tegel."

Deborah Feldman plädiert für eine neue jüdische Erinnerungskultur

Deborah Feldman plädiert für eine neue jüdische Erinnerungskultur

Die US-amerikanische jüdische Schriftstellerin Deborah Feldman spricht sich in ihrem Essay in der Wochenzeitung DIE ZEIT für eine neue jüdische Erinnerungskultur aus. "Wann immer ich irgendein Unbehagen verspürte, wurde ich schlagartig von Schuld erfasst und dem Bedürfnis, die besagte Empfindung zu entwerten" - immer in Anbetracht dessen, was ihre Großmutter während der Todesmärsche erlitt. Erst nach ihrem Umzug nach Berlin im Jahr 2014 habe sie sich von der belastenden Erinnerung an den Holocaust befreien können. Feldman, 1986 geboren, entschied sich dazu, ihren Sohn anders zu erziehen: mit dem Ziel, dass seine Zukunft nicht überschattet wird "von unserer Vergangenheit". Sie schreibt: "Ich will, dass mein Sohn über den Holocaust Bescheid weiß, aber ich will mitnichten, dass er sich an ihn ‚erinnert‘. Ich würde dies für kein Kind wollen."

ZdK-Präsident: AfD darf am Katholikentag teilnehmen

ZdK-Präsident: AfD darf am Katholikentag teilnehmen

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, verteidigt die Einladung des kirchenpolitischen Sprechers der AfD zum diesjährigen Katholikentag im Mai. "Die AfD darf keine Gelegenheit bekommen, sich als Märtyrer zu inszenieren", sagt Sternberg im Interview mit der ZEIT-Beilage Christ & Welt. Es werde in der Veranstaltung um das kirchenpolitische Programm der im Bundestag vertretenen Parteien gehen. "Dazu gehört die AfD – leider", so Sternberg.

Er verteidigt zudem die Entscheidung seines Gremiums vor zwei Jahren: Damals, beim Deutschen Katholikentag in Leipzig, waren Vertreter der AfD noch unerwünscht. "Ich halte die Entscheidung noch heute für richtig", sagt Sternberg. Es sei eine andere Zeit und eine andere Stadt gewesen und die AfD habe 2016 noch nicht im Bundestag gesessen. Auch sei die "irrige Wahrnehmung" entstanden, der Katholikentag habe die Partei ausgeladen, dabei seien damals nur keine Vertreter der Partei eingeladen worden. "Deshalb hoffe ich sehr, dass wir dieses Jahr in Münster keine vergleichbare Fixierung auf ein Nebenthema beobachten müssen."

Katholische Unternehmer kritisieren Finanzpolitik der Kirche

Katholische Unternehmer kritisieren Finanzpolitik der Kirche

Der Präsident des Bundes Katholischer Unternehmer, Ulrich Hemel, fordert eine unabhängige Kontrolle der Kirchenfinanzen: "Das System der Finanzverwaltung der Bistümer muss auf den Prüfstand", sagt Hemel der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Wenn das System sich nicht ändert, gilt leider: Sie können die Uhr danach stellen, der nächste Skandal kommt."

Hemel kritisiert das Bistum Eichstätt, das 50 Millionen Euro verspekuliert hat, für seinen Umgang mit dem Geld des Kirchensteuerzahlers: "Leider haben Kontrolle und Steuerung im Bistum versagt." Und weiter: "In Eichstätt geht es, wie schon in Limburg, weniger um persönliches als um systemisches Versagen." Für viele Bischöfe sei die finanzielle Verwaltung eine Last. "Wer sagt, dass Finanzverwaltung eine bischöfliche Aufgabe sein muss?" Nicht einzelne Bistümer seien das Problem, sondern mangelnde Finanzkompetenz der Kirche. Die Kirche brauche unabhängige wirtschaftliche Beratung und einen offenen Umgang mit Fehlern. Sie dürfe "sich nicht länger an Idealen der Vollkommenheit orientieren, die kein Mensch erfüllen kann". Sondern: "Ich wünsche mir eine Kirche, die sagt: Jeder macht Fehler! Er möge daraus lernen!"

Studie: Viele Kinder fürchten Terroranschlag / Abstrakte Angst in Ost-Bundesländern vor Ausländern

Studie: Viele Kinder fürchten Terroranschlag / Abstrakte Angst in Ost-Bundesländern vor Ausländern

73 Prozent der 10 bis 11-jährigen Kinder in Deutschland äußern die Angst vor einem Terroranschlag. Das ist das Ergebnis der 4. World Vision-Studie, in der 2500 Kinder zwischen 6 und 11 Jahren befragt wurden. Seit 2007 fragt die World Vision-Studie in Abständen von drei bis vier Jahren Kinder nach ihren Erfahrungen mit Familie, Freunden und Schule, aber auch nach Ängsten und Hoffnungen. Die Studie lag der Wochenzeitung DIE ZEIT vorab vor.

Gleichwohl sind die Kinder in Deutschland zum großen Teil zufrieden und fühlen sich wohl. Die Studie zeigt aber, dass rund 19 Prozent der befragten Kinder Armutserfahrungen machen und sich deshalb in Familie und Schule viel weniger wohl fühlen als ihre Altersgenossen. Auch bei Kindern, die zu der Einschätzung kommen, dass sich ihre Eltern zu wenig Zeit für sie nehmen, leidet das Wohlbefinden. Geflüchtete Kinder in ihren Schulklassen oder in der Nachbarschaft machen den befragten Kindern kaum Sorgen. 79 Prozent von ihnen sagen, dass der Unterschied zu den Geflüchteten nicht so groß sei, wenn man sie erst einmal kennengelernt habe. 82 Prozent äußern, dass ihnen die geflüchteten Kinder leidtun. Angst vor immer mehr Zuzug von Ausländern äußern allerdings 25 Prozent der Kinder im Westen und 45 Prozent der Kinder im Osten.

Sabine Andresen, die als Kindheitsforscherin an der Goethe-Universität Frankfurt arbeitet und die Studie geleitet hat, sagt im ZEIT-Interview, diese Kluft zwischen Ost und West habe sie nicht überrascht: "Wir wissen ja, wie stark der Populismus in den neuen Ländern auf dem Vormarsch ist, wie groß die Zustimmung zur AfD ausfällt. Das hinterlässt offenbar auch bei den Kindern Spuren." Die politische Meinungsbildung von Kindern erfolge in diesem Alter noch sehr stark in den Elternhäusern. Andresens Schlussfolgerung aus den Studienergebnissen: Es dürften nicht immer nur Erwachsene darüber reden, wie es den Kindern geht. Man sollte Kinder "als Gesprächspartner wirklich ernst nehmen und ihnen das Gefühl geben, dass das, was sie sagen, von Bedeutung ist." Klar müsse jedoch sein, dass die Erwachsenen in der Verantwortung bleiben, wenn es um die Umsetzung der Kinderrechte geht.

Filmproduzent Rohrbach: #MeToo ist „absolut notwendig“

Filmproduzent Rohrbach: #MeToo ist "absolut notwendig"

Im Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT äußert sich der Filmproduzent Günter Rohrbach zur #MeToo-Debatte. Diese sei "absolut notwendig", doch müsse man "aufpassen, dass wir uns nicht in absurde Situationen hineintreiben lassen" - Sexismus-Beauftragte in TV-Produktionen sei ein Vorschlag, der ihn "gruselt". An der Debatte störten ihn vor allem "das Klischee, dass Regisseure ihre Frauen nach sexuellen Bedürfnissen" casteten und "dass Wiederholungen beim Drehen plötzlich als Unterdrückungsinstrument oder als Racheakte beschrieben" würden.

In seiner eigenen Laufbahn sei Rohrbach kein einziger Fall von Sexismus bekannt geworden, sagt der ehemalige Geschäftsführer der Bavaria, zumindest keiner, "der auch nur annähernd vergleichbar wäre mit dem von Dieter Wedel". Selbst Rainer Werner Fassbinder, der "eine Neigung dazu hatte, andere Menschen psychisch zu quälen", und mit dem Rohrbach etwa ein Dutzend Filme gemeinsam produzierte, könne man in Bezug auf seine Besetzungen "nichts vorwerfen".

Kauf von BND-Spionagesatelliten vermutlich teurer als bekannt

Kauf von BND-Spionagesatelliten vermutlich teurer als bekannt

Der Kauf von zwei Spionagesatelliten für den Bundesnachrichtendienst (BND) wird vermutlich teurer als bislang bekannt. In den als geheim eingestuften Unterlagen, mit denen das Kanzleramt 400 Millionen Euro beim Bundestag beantragt hatte, räumt der BND ein, dass die Kosten um bis zu einem Viertel überschritten werden könnten und somit bis zu einer halben Milliarde Euro betragen. Hinzu kommen die Kosten für die Nutzung einer Kontroll- und Datenempfangsstation der Bundeswehr, die der Geheimdienst vorerst mitnutzen soll.

Der Wochenzeitung DIE ZEIT sagt der Präsident des BND, Bruno Kahl: "Der BND muss in der Lage sein, Informationen schnell und eigenständig zu beschaffen, um möglichst unabhängige und aktuelle Lageeinschätzungen abgeben zu können". Und weiter: "Es reicht mitunter nicht aus, Informationen in Abhängigkeit von Dritten zu erhalten, Bildmaterial auf dem kommerziellen Markt anzukaufen oder bei internationalen Partnern anzufragen." Kritik kommt von der Linkspartei. Er könne "den nachrichtendienstlichen Nutzen nicht erkennen", so der Linkspartei-Abgeordnete André Hahn, der im Parlamentarischen Kontrollgremium sitzt. "Warum kann man die Bilder der Bundeswehr nicht mitnutzen? Oder sie bei Nato-Partnern besorgen?"

Nahles will SPD nicht nach links rücken / Härterer Kurs bei Innerer Sicherheit

Nahles will SPD nicht nach links rücken / Härterer Kurs bei Innerer Sicherheit

Die designierte neue Parteivorsitzende der SPD, Andrea Nahles, will die Partei nicht nach links rücken. Arbeit, Wirtschaft und Weltoffenheit müssten zentrale Begriffe der SPD sein, sagt Nahles der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Bei manchen Themen müsse die SPD linker werden, etwa wenn es um den digitalen Kapitalismus gehe – um Firmen beispielsweise, die sich als Avantgarde aus dem Silicon Valley präsentierten, zugleich aber an Monopolen arbeiteten und sich an keine Werte und Grenzen gebunden sähen. Bei anderen Themen sei das anders. Lange habe in der SPD zum Beispiel die Vorstellung geherrscht, für soziale Sicherheit zuständig zu sein, während sich die CDU für die innere Sicherheit interessiert. Sicherheit müsse aber umfassender verstanden werden. "Wir müssen uns selbst auf Herz und Nieren prüfen, ob unsere Selbstverortung noch stimmt und für die Zukunft trägt", sagt Nahles.

Zu Forderungen aus der Basis nach mehr "SPD pur", sagt die kommende Parteichefin, auch sie wolle SPD pur. Das Problem sei allerdings, "dass wir das selbst nicht mehr durchdeklinieren können".

Gabriel entschuldigte sich bei Schulz per SMS

Gabriel entschuldigte sich bei Schulz per SMS

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich für seine "Mann-mit-Haaren-im-Gesicht-Bemerkung" bei seinem Parteigenossen Martin Schulz per SMS entschuldigt. Das sagt Gabriel der Wochenzeitung DIE ZEIT. Schulz antwortete zunächst nicht.

Am Dienstagnachmittag hätten sich die beiden jedoch im Willy-Brandt-Haus in Berlin getroffen. "Ich habe mich inzwischen persönlich bei ihm entschuldigt." Und weiter: "Wir verstehen beide, wo unsere gegenseitigen Verletzungen liegen und dass alles menschlich ist, wir sind schließlich keine Polit-Maschinen", so Gabriel.

In einem Gespräch mit der ZEIT erklärt Gabriel außerdem, er wolle nicht um jeden Preis Außenminister bleiben. Darüber, wie ihn die Parteispitze ausgebootet hatte, sagt er: "Enttäuschend fand ich doch nur, dass niemand mit mir geredet hat und ich es stattdessen aus den Medien erfahren habe. Ansonsten kann ich nur nochmal sagen: Jeder Parteivorstand hat das Recht, Ministerposten neu zu besetzen. Da gibt es nichts zu kritisieren und schon gar nicht zu grollen oder zu jammern, sondern zum Abschied leise Servus zu sagen."