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SPD-Politiker Eppler würdigt Merkels Flüchtlingspolitik

Der langjährige SPD-Politiker Erhard Eppler hat die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewürdigt. Mit einer "fast ungläubigen Verwunderung" sehe er, wie Merkel mit ihrer Aufnahmebereitschaft eine erstaunliche Aufwertung der Deutschen im internationalen Ansehen erreicht habe, sagt Eppler der ZEIT-Beilage "Christ und Welt". Er hoffe nun, dass es gelinge, in diesem Jahr den Zustrom auf die Hälfte zu reduzieren, "ohne dass Merkel kapitulieren muss". Eppler, der in diesem Jahr 90 wird, leitete von 1975 bis 1991 die Grundwertekommission der SPD. Von 1968 bis 1974 war er Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Kritisch beurteilte Eppler den jetzigen Zustand seiner eigenen Partei. Die SPD habe sich nie ganz dem Marktradikalismus entzogen. Doch hinter ihm stehe ein inhumanes Menschenbild: "Menschen werden zu Konkurrenten, die um Geld, Arbeitsplätze und Positionen kämpfen." Die Sozialdemokraten in ganz Europa würden politisch erst wieder eine größere Rolle spielen, "wenn sie diesem Gesellschaftsbild ein eigenes entgegensetzen können, in dem wieder Solidarität und Kooperation im Vordergrund stehen".