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Ewald Lienen, Trainer des FC St. Pauli, fordert mehr Respekt für seinen Beruf

Ewald Lienen, Trainer des FC St. Pauli, fordert mehr Respekt für seinen Beruf

Ewald Lienen, der Coach des FC St. Pauli, kritisiert seine Trainerkollegen dafür, dass sie sich bisher nicht zu einer Trainergewerkschaft zusammengeschlossen haben. "Die Manager, die Schiedsrichter, sogar die Greenkeeper der Bundesligisten haben einen Sprecher! (…) Nur wir Trainer sind anscheinend zu unsolidarisch und zu geizig, das Geld auszugeben, das so eine Vertretung kosten würde", sagt er der Wochenzeitung DIE ZEIT. Der Beruf des Trainers werde nicht richtig gewürdigt, der Respekt sei nicht da, aber daran seien die Trainer auch selbst schuld.

Lienen erzählt in dem Gespräch auch, was er sich während des Spiels auf seinen bereits legendären Zetteln notiert: "Große Chancen für uns, große Chancen der Gegner. Immer mit den Minutenangaben dabei. Das war's. In der ersten Halbzeit schreibe ich bedeutend mehr auf als in der zweiten, damit ich in der Pause coachen kann." Seit seiner Kindheit schreibt Lienen mit. "Schon in der Schule habe ich immer mitgeschrieben, was der Lehrer erzählt hat. Von jeder Schulstunde hatte ich meine Notizen. In den Fächern, die mir am liebsten waren, habe ich kleine Hefte mit den Inhalten angefertigt", sagt er der ZEIT.

Der 61-Jährige, der in der Bundesliga der achtziger Jahre als politisch weit links stehender Spieler galt, sieht in seiner Vergangenheit einen Grund für seinen heutigen Einsatz beim FC St. Pauli. "Ich will nicht sagen, dass mein ganzer Lebensweg darauf ausgerichtet war, bei St. Pauli zu landen. Aber man könnte auf die Idee kommen. Ich kann mich mit dem Verein identifizieren, weil ich die Philosophie des Clubs zu hundert Prozent unterstütze." Der Verein wehre sich gegen Homophobie, er bekenne sich zum Antifaschismus. "In einer Demokratie sollten das Selbstverständlichkeiten sein, aber das ist leider nicht so", sagt Lienen. "Mich irritiert, dass es außer dem FC St. Pauli so wenige Clubs gibt, die sich klar positionieren."

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Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 17 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 23. April 2015. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

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