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Kardinal Walter Kasper: „Absoluter Pazifismus ist nur im Paradies möglich“

Kardinal Walter Kasper: "Absoluter Pazifismus ist nur im Paradies möglich"

Katholische und evangelische Kirchenrepräsentanten unterstützen einen Militäreinsatz im Irak und stärken die Position des ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD Wolfgang Huber. "Hilfe für Menschen in extremer Gefahr für Leib und Leben ist moralisch geboten", sagt der deutsche emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper in der ZEIT. "Das muss im Extremfall auch militärisch geschehen." Kasper stützt damit in der ZEIT Wolfgang Hubers Thesen zu einer Verantwortungsethik. Zum gerechten Krieg erklärte Kasper, der ein Vertrauter des neuen Papstes Franziskus ist: "Als Ultima Ratio kann es einen gerechtfertigten militärischen Einsatz geben." Der Papst selbst hatte erst kürzlich die Vereinten Nationen aufgerufen, die Opfer des "Islamischen Staates" im Irak zu schützen. Weiter sagte Kasper: "Ein absoluter Pazifismus ist nur im Paradies oder im vollendeten Reich Gottes möglich, aber nicht in dieser Welt, in der es das Böse nun einmal gibt." Damit widersprach Kasper jenen Christen in Deutschland, die angesichts islamistischer Gewalt einen Pazifismus aus Prinzip vertreten.

Walter Kasper, 81, war Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.

Neben Kasper stärkt auch der amtierende Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider die Position Wolfgang Huberts, dass angesichts des Leides Unschuldiger auch ein Nicht-Handeln unmoralisch sein kann. In der ZEIT sagt Schneider:  "Bonhoeffer zog angesichts der Naziverbrechen den Schluss, dass es Situationen gibt, in denen es nicht reicht, Unter­die-Räder-Gekommene zu verbinden. Dem Rad muss auch in die Speichen gegriffen werden – und sei es mit Gewalt." Schneider räumt ein, dass bei der Ausübung von Gewalt gegen Gewalttäter ein moralisches Dilemma bleibt: "Dabei werden Menschen schuldig. Aber auch der Verzicht auf den Griff in die Speichen ist nicht schuldfrei."

Nikolaus Schneider, 66, ist Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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Hier finden Sie die Vorabmeldungen der ZEIT Nr. 36 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. August 2014. Die kompletten Artikel zu den nachfolgenden Meldungen senden wir Ihnen für Zitierungen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237, Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Unsere aktuellen Pressemitteilungen finden Sie unter www.zeit.de/presse.

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