Neue Studie: Lehrbedingungen an deutschen Hochschulen verschlechtern sich

An den deutschen Hochschulen verschlechtern sich die Studienbedingungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, die der ZEIT exklusiv vorliegt. Darunter leiden vor allem Kernfächer wie Ingenieurs- und Naturwissenschaften. So sind die Mittel, die eine Hochschule im Schnitt pro Ingenieurstudent ausgibt, seit 2006 um 19 Prozent gesunken. Ebenso betroffen sind die Naturwissenschaftler mit einem finanziellen Minus von 4 Prozent pro Student und die Mediziner mit 3 Prozent.

Im Uni-Alltag schlägt sich das in einer schlechteren Betreuungsquote nieder. Anders ausgedrückt: Professoren müssen immer mehr Studenten betreuen. Die mangelhafte Betreuung wirke sich auch auf den Studienerfolg aus, so die Macher der Studie. "Abbrecherquoten von zum Teil über 50 Prozent, zum Beispiel bei den Mathematikern, sind skandalös", so Christiane Konegen-Grenier, Wissenschaftlerin am IW und Autorin der Studie. Sie fordert einen Absolventenbonus, der den Hochschulen einen finanziellen Anreiz bietet, die Probleme zu beheben. Außerdem, so Konegen-Grenier, sollten die Hochschulpakte erneuert werden, die 2020 auslaufen. "Der klare Fokus muss dann aber auf der Lehre liegen."