Ifo-Chef Fuest kritisiert Grundeinkommen

Gegen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens spricht sich der Präsident des Münchner Ifo-Instituts Clemens Fuest aus. "Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist nicht bezahlbar. Außerdem würden die Menschen massenhaft aufhören zu arbeiten. Mit einer sozialen Marktwirtschaft ist das unvereinbar", sagt Fuest im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. Die Debatte über ein solches Einkommen hatte in den vergangenen Tagen an Fahrt gewonnen, nachdem sich Siemens-Chef Joe Kaeser dafür ausgesprochen hatte.

"Wir haben ja schon ein Grundeinkommen. Der Sozialstaat sichert die Menschen ab. Es ist allerdings nicht bedingungslos. Nur wenn man seine eigenen Mittel ausgeschöpft hat und es trotzdem nicht reicht, greift der Staat ein. Ich halte das für eine Riesenerrungenschaft", ergänzt Fuest.

Das Argument, die Menschen würden auch ohne Lohn arbeiten, weil sie sich einbringen wollten, wies Fuest zurück. "Das Menschenbild ist sympathisch, ja, es hat nur wenig mit dem wirklichen Menschen zu tun. Die Vorstellung, man arbeite, um kreativ zu sein und sich selbst zu verwirklichen, ist vor allem in bürgerlichen Kreisen verbreitet. Es gibt viele wichtige Jobs, die nur dann erledigt werden, wenn es finanzielle Anreize gibt."