Terrorverfahren vor dem OLG Düsseldorf beginnt Am kommenden Montag beginnt vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht nach Informationen der Wochenzeitung DIE ZEIT eines der wichtigsten Terror-Verfahren des Jahres. Der Angeklagte Anil O., 23, war im August 2015 nach Rakka in den "Islamischen Staat" (IS) ausgereist und fünf Monate später geflohen. Nun muss er sich vor dem 5. Strafsenat wegen der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland verantworten.

Nach seiner Rückkehr über die Türkei nach Deutschland hatte sich Anil O. den deutschen Sicherheitsbehörden als Kronzeuge angeboten. Er soll in einer Reihe von weiteren Terrorismus-Verfahren als Zeuge der Anklage aussagen und damit helfen, führende IS-Mitglieder ins Gefängnis zu bringen. Unter anderem aufgrund seiner Angaben ließ die Bundesanwaltschaft die mutmaßliche deutsche Führungsriege des IS um den radikalen Prediger Abu Walaa im November 2016 verhaften. Abu Walaa galt als oberster Anwerber des IS in Deutschland. Bundesjustizminister Heiko Maas nannte die Festnahmen einen "wichtigen Schlag gegen die extremistische Szene in Deutschland".

Für die Verhandlung gegen den Kronzeugen Anil O. sind nur drei Verhandlungstage  angesetzt. Vieles spricht dafür, dass O. eine Bewährungsstrafe erhalten und in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden wird, um anschließend in weiteren Verfahren auftreten zu können. Der IS hat ihn im Internet zum Abschuss freigegeben.