Frauke Petry: "Populismus ist kein Schimpfwort"

Durch die Massenmigration aus Ländern des Mittleren und Nahen Ostens sieht Frauke Petry "die Errungenschaften von Reformation und Aufklärung gefährdet: Religionstoleranz, Frauenrechte, Freiheit des Staatsbürgers", sagt die AfD-Vorsitzende der Wochenzeitung DIE ZEIT in einem Interview zum Luther-Jubiläumsjahr 2017. "Im Mittleren und Nahen Osten, mit Ausnahme Israels, herrscht keine Religionsfreiheit", erklärt die Politikerin. "Dieses Denken wird nun nach Deutschland getragen."

Die meisten wissenschaftlichen Studien hätten ergeben, so Petry weiter, dass mindestens die Hälfte der Muslime in Deutschland die religiösen Gesetze über die staatlichen stelle. Viele Imame kämen aus dem Ausland, wo christliche und jüdische Traditionen diffamiert würden. Deshalb sage das Programm der AfD: Der Islam gehöre nicht zu Deutschland – "aber gut integrierte Muslime, die ihre Religion privat leben, gehören dazu", betont Petry.

Auf die Frage, ob sie mit ihrer Kritik überziehe, erklärt die AfD-Vorsitzende, Populismus sei kein Schimpfwort: "Populos heißt Volk, wir machen Politik fürs Volk. Das geht nicht ohne Emotionen." Angela Merkels berühmter Satz "Wir schaffen das", so Petry, "war höchst populistisch."

Wenn es um Kriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte gehe, sagt Petry weiter, "zählt Religionszugehörigkeit nicht". Die Nothilfe der Kirchen finde sie richtig, "aber allen helfen zu wollen ist maßlos". Petry weiter: "Es ist eine deutsche Ersatzreligion zu glauben, wir könnten allen helfen."