Blackrocks Hildebrand hält Deutsche Bank für "sehr komplex"

Philipp Hildebrand vom weltweit größten Investor Blackrock zeigt sich im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT skeptisch, ob die geplanten Veränderungen bei der Deutschen Bank ausreichen. "Es ist sehr zu begrüßen, dass das Haus inzwischen erkannt hat, dass es mehr Kapital braucht", sagt Hildebrand über die gerade laufende Kapitalerhöhung des Instituts im Volumen von acht Milliarden Euro. "Sein Geschäftsmodell ist aber nach wie vor sehr komplex." Im Kontrast dazu lobte er die jüngsten Entscheidungen der italienischen Großbank Unicredit als "ein Beispiel, das mir Hoffnung macht, weil die Bank nicht nur entschieden ihr Kapital erhöht, sondern parallel auch ihr Geschäftsmodell radikal ändert. Diese zwei Dinge gehören zusammen."

Hildebrand ist Mitglied der Konzernspitze bei Blackrock. Das Investmenthaus verwaltet aktuell mehr als fünf Billionen Dollar und gehört mit einem Anteil von rund sechs Prozent zu den größten Aktionären der Deutschen Bank.

Hildebrand, der während der Finanzkrise als Präsident der Schweizer Notenbank für eine harte Regulierung geworben hatte, kritisiert, dass Europas Banken nach zehn Jahren Krise immer noch ein Problem seien. "Ohne stabile Banken wird Europas Wirtschaft nicht wachsen", sagt der Schweizer. "Trotzdem hat Europa viel zu wenig getan, um die Banken mit frischem Kapital zu stärken – das gilt auch für Deutschland."