Sänger David Byrne wäre auch gern Wissenschaftler geworden

David Byrne, der ehemalige Sänger und Kopf der Band Talking Heads, hat sich als junger Mann nur ganz knapp für die Musikerlaufbahn entschieden: "Als ich jung war, habe ich mich vor allem für Wissenschaft und Technik interessiert", sagt Byrne dem ZEITmagazin. Die Wissenschaft habe ihn damals "mindestens so stark" angezogen wie die Kunst: "Ich hätte auch eine Münze werfen können" sagt Byrne. "Ich glaube, ich wäre mit beiden Resultaten zufrieden gewesen." Seine Entscheidung für die Kunst begründet Byrne so: "Mir gefielen einfach die Graffiti an der Kunsthochschule besser. Die kreative Energie war spürbar und eben auch an den Wänden zu sehen."

David Byrne fühlt sich in den USA immer noch wie ein "Immigrant". Er ist in Schottland geboren, lebt seit seiner Kindheit in den USA und ist seit zwei Jahren amerikanischer Staatsbürger, doch auch "wenn man einen großen Teil seines Lebens in den USA verbracht" habe, bleibe "einem die Perspektive des Gastes erhalten", sagt Byrne. "Manches in den USA war für mich als Kind gewöhnungsbedürftig."

Dass er einen US-Pass beantragt hat, begründet er mit dem "Wunsch, mich in den USA mehr einzubringen": Kurz vor Barack Obamas Wiederwahl 2012 habe er gespürt, "dass uns entscheidende Zeiten bevorstehen. Und man muss wählen gehen!"

Auf die Frage, ob er den Drang, wählen zu gehen in den Jahrzehnten zuvor nicht verspürt habe, antwortet Byrne: "Tja. Davor habe ich vermutlich illegal gewählt", und zwar "sehr oft". Das habe in den USA "kein Mensch" kontrolliert.