Monika Grütters: "Für mich gehört das Kreuz ins Kanzleramt"

Monika Grütters (CDU), Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, widerspricht der Ausladung der AfD vom 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig, der am heutigen Mittwoch beginnt: "Problematisches Gedankengut muss man als solches entlarven, im Gespräch und auch auf offener Bühne", so Grütters in der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Auf dem Katholikentag wird es darum gehen, zu zeigen, dass eine Gesellschaft, die sich ihrer Wurzeln und ihrer Identität sicher ist, auch dem Anderen, dem Fremden Raum geben kann, ohne sich bedroht zu fühlen. Genau deshalb sollten wir mit der AfD reden und mit ihr streiten, wo immer es sein muss."

In Berlin brauche die Katholikin zuweilen "Bekennermut", so Grütters: "Für mich gehört das Kreuz ins Kanzleramt, denn das Christentum gehört zu unserer Kultur." Das Kreuz in der Schule oder im Gerichtssaal stehe heute nicht für die Vorherrschaft einer Religion. "Bei uns gilt die allseits akzeptierte Trennung von Kirche und Staat. Und doch steht das Kreuz hier für ein Bekenntnis zu einer ganz bestimmten Wertegrundlage", so die 54-jährige CDU-Politikerin.

Die Kunst dürfe und müsse "zuweilen Zumutung sein, sonst werden wir als Gesellschaft träge, starr, saturiert", so Grütters. Zum Fall Böhmermann fügt sie hinzu: "Es ist richtig und nur zu verständlich, sich an Erdoğan zu reiben, unsere Haltung zu ihm immer wieder kritisch zu überdenken und inakzeptable Vorkommnisse in der Türkei deutlich zu kritisieren. Anderseits brauchen wir die Zusammenarbeit mit der Türkei, auch zur Verbesserung der humanitären Lage der Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak."