Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: "Krankheiten kennen keine Grenzen"

Bei künftigen Krisen durch Seuchenausbrüche fordert Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eine schnellere und effektive Reaktionsfähigkeit der internationalen Gemeinschaft. Es sei eine Tatsache, sagt Gröhe im Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT, dass die Völkergemeinschaft bei dem Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014 "nicht schnell genug reagiert hat."

Im Vorfeld des G20-Gipfels findet auf Initiative Deutschlands am kommenden Wochenende ein Treffen der Gesundheitsminister in Berlin statt. Hauptthemen der Zusammenkunft seien die "zunehmenden Resistenzen gegen Antibiotika", so Gröhe. "Jedes Land, das sich diesem Thema verweigert, schadet auch sich selbst. Denn Krankheiten kennen keine Grenzen." Eine Verbesserung der globalen Gesundheit ist nach Ansicht von Experten zudem Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung in den ärmeren Regionen der Welt.

Grund zur Sorge sieht der Minister bei der Gesundheitslage in vielen Gebieten der ehemaligen Sowjetunion: "Wenn es in Teilen der früheren Sowjetunion bei der Eindämmung von HIV/Aids und Tuberkulose am politischen Willen mangelt, dann ist das nicht nur für diese Länder ein Drama. Auch wir müssen uns über die Zunahme von arzneimittelresistenter Tuberkulose in diesen Ländern Sorgen machen, denn wir sind wahrlich nicht weit weg."