Susanne Klatten: Ich bin mehr als eine reiche Erbin

Susanne Klatten ist es leid, ständig als "reichste Frau Deutschlands" bezeichnet zu werden. "Was ist das denn für ein Adjektiv: reich? Das beschreibt den Menschen nicht, das beschreibt nur einen Status", sagt die 54jährige Unternehmerin im Interview der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT. Dieser Status sei "anderen vielleicht wichtig. Aber mir nicht."

Auch das Label "Erbin" gefalle ihr nicht, erklärt die Tochter der Industriellen Herbert Quandt: "Wenn man mit Mitte fünfzig für viele immer noch "die Erbin" ist, ist das schon befremdlich. Aus so einem Status wächst man doch heraus und entwickelt eigene Interessen und Ziele." Dies beweise auch ihre neue Initiative "SKala - Gemeinsam Menschen bewegen", über die sie 100 Millionen Euro aus ihrem Privatvermögen für benachteiligte Jugendliche, Demenzkranke, Flüchtlinge und Katastrophenopfer bereitstellen wolle. "Ich hoffe, die Spende zeigt, dass ich mehr bin als eine reiche Erbin", so Klatten,  die unter anderem Alleineigentümerin des Pharmakonzerns Altana sowie Großaktionärin beim Automobilhersteller BMW und dem Kohlenstoffspezialisten SGL Carbon ist.

Sie selbst würde sich als "Unternehmerin" bezeichnen, so Klatten. "Dass ich mein Geld an vielen Stellen in Innovationen investiere, etwa bei BMW in Elektroautos, das sind Risiken, für die ich mit meinem Bruder zusammen einstehe." Das Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt Klattens Privatvermögen auf 18,5 Milliarden US-Dollar und das ihres Bruders Stefan Quandt auf 15,6 Milliarden US-Dollar.