Hochbegabtenklassen haben keinen Vorteil

Besonders intelligente Kinder in speziellen Hochbegabtenklassen unterrichten zu lassen, bringt keine Vorteile mit sich. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die der Wochenzeitung DIE ZEIT vorliegt. Wissenschaftler um den Würzburger Entwicklungspsychologen Wolfgang Schneider verglichen in der Studie Schüler aus 16 Begabtenklassen an bayerischen und baden-württembergischen Gymnasien mit Alterskameraden aus gewöhnlichen Gymnasialklassen.

Zwar zeigten die Schüler aus den Begabtenzügen unter anderem in Deutsch und Mathematik bessere Leistungen. Das führen die Forscher jedoch nicht auf den besonderen Unterricht, sondern auf die höhere Intelligenz der Schüler zurück. Rechnete man diesen Faktor heraus, gleicht sich das Leistungsniveau an jenes normaler Klassen an. Das Fazit des Abschlussbericht der PULSS-Studie (Projekt zur Untersuchung des Lernens in der Sekundarstufe) lautet: "Schülerinnen und Schüler mit besonders hohem intellektuellem Niveau kommen in beiden Kontexten mehrheitlich gut zurecht."