Nikolaus Schneider fordert "Gesten der Wiedergutmachung" für Missbrauchsopfer

Der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD kritisiert den Umgang seiner Kirche mit Missbrauchsopfern. "Viel zu oft hat meine Kirche den Opfern misstraut und verharmlost, was Betroffene ihr anvertrauten. Interessengeleitetes Misstrauen stand der Wahrheit im Wege!", sagt Schneider im Gespräch mit Anselm Grün in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Der Pfarrer spricht mit dem Benediktinerpater und spirituellen Bestsellerautor über die derzeitige Vertrauenskrise – in Politik und Kirche. Seine eigene Erfahrung mit Missbrauchsopfern in der evangelischen Kirche sei: "Sie brauchen ein Gegenüber, das ihnen ihre Leidensgeschichte glaubt." Und: "Interessengeleitetes Misstrauen stand der Wahrheit im Wege!" Schneider sagt weiter: "Wir brauchen Gesten der Wiedergutmachung" und eine "materielle Geste kann ein bleibendes Eingeständnis der Wahrheit sein".