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Christoph Ahlhaus zum Kurs der CDU: „Das wird sich bitter rächen“

Christoph Ahlhaus zum Kurs der CDU: "Das wird sich bitter rächen" 

Hamburgs früherer Bürgermeister Christoph Ahlhaus übt nach der verheerenden Wahlniederlage scharfe Kritik am Kurs der CDU: "Es ist immer falsch, die SPD links überholen zu wollen", sagt Ahlhaus in der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Die CDU ist in einen Wettbewerb mit Linken und Grünen eingetreten, wer noch mehr Geld ausgeben kann, und hat gleichzeitig ihre Kernkompetenzen Wirtschaft und Innere Sicherheit komplett aufgegeben. Dass das nicht funktioniert, ist bei dieser Wahl deutlich unter Beweis gestellt worden." 

Ahlhaus stellt sich vehement gegen einen Linkskurs der CDU: "Das wird sich irgendwann bitter rächen", sagt er. Noch sonne sich die Partei bundesweit in Umfragewerten von mehr als 40 Prozent, doch diese Zustimmung gelte vor allem Kanzlerin Angela Merkel, nicht der CDU. "Von einem Generalsekretär der CDU etwa erwarte ich, dass er das klare bürgerliche Profil schärft und nicht seine Laufergebnisse twittert und über großstädtisches Lebensgefühl palavert", sagt Ahlhaus unter Anspielung auf den Generalsekretär der Bundespartei, Peter Tauber. Rechts von der CDU dürfe es keine Partei in die Parlamente schaffen. 

Zu Dietrich Wersich, seinem Nachfolger als Hamburger CDU-Spitzenkandidat, sagt Ahlhaus: "Im Übrigen hätte ich mir für Dietrich Wersich gewünscht, dass er den Mut zur Selbstkritik und zum unvermeidbaren Rückzug schneller findet." 

Der frühere Hamburger Innensenator Ahlhaus folgte im August 2010 Ole von Beust als Erster Bürgermeister nach. Seine Amtszeit endete nach nur sieben Monaten, als die damalige schwarz-grüne Koalition zerbrach. Heute arbeitet Ahlhaus als Anwalt für Baurecht und Stadtentwicklung in Berlin. 

Die CDU holte bei der Hamburger Bürgerschaftswahl am 15. Februar nur 15,9 Prozent der Stimmen. Das sind noch einmal sechs Prozentpunkte weniger als bei Ahlhaus' Abwahl vier Jahre zuvor.

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