Susanne Schmidt zum G20-Gipfel: "Was für ein Unfug!"

Ihr Vater Helmut Schmidt hat die Gipfeltreffen als Bundeskanzler einst erfunden. Nun kritisiert Susanne Schmidt das übertriebene Ausmaß des G20-Treffens in Hamburg. "10.000 Menschen werden erwartet, darunter tausende Journalisten und Lobbyisten. Was für ein Unfug!", sagt Schmidt im Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT (Hamburg-Seiten). "Das ist absolut kontraproduktiv."

Früher hätten die Gipfeltreffen durchaus etwas bewirkt, so Schmidt: "Das waren kleine, intime Treffen, man konnte offen miteinander reden, sich auf Diskretion verlassen, keiner twitterte unterm Tisch." Dieses Jahr wäre es mit der neuen amerikanischen Regierung schon ein Erfolg, "wenn alle am selben Strang zögen und eine gemeinsame Grundhaltung beibehielten".

Für die massiven Sicherheitsvorkehrungen und das Demonstrationsverbot in der Hamburger Innenstadt hat die Tochter des Altkanzlers "absolut" Verständnis. "Diese Art von Gipfeln ist doch in den letzten 15 Jahren zum Albtraum für alle geworden, die für die Sicherheit der Teilnehmer und der Bevölkerung zuständig sind", sagt Schmidt in der ZEIT. "Ob das der Polizist auf der Straße ist oder der zuständige Innensenator, die machen doch alle drei Kreuze, wenn das vorbei und nichts passiert ist."

Susanne Schmidt, 70, ist promovierte Ökonomin. Ihr Vater hat 1975 mit dem französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing den ersten G-Gipfel erfunden, damals noch als G6.