Studie zur Gesundheitskompetenz: Geringes Verständnis bei Gesundheitsthemen

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland verstehen nicht vollständig, was der Arzt ihnen rät, der Apotheker erklärt oder was sie im Beipackzettel ihrer Medikamente lesen. Das ergab eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld. Empfehlungen könnten so nicht korrekt umgesetzt werden, so die Versorgungsforscherin Doris Schaeffer, die die Gesundheitskompetenz der Deutschen ("Health Literacy") untersucht hat, gegenüber der Wochenzeitung DIE ZEIT. Viele Patienten wüssten zu wenig über Gesundheitsthemen, auch weil ihnen das medizinische Fachvokabular fremd sei. Das hindere sie daran, Krankheiten erfolgreich zu bekämpfen.

Um besser informiert zu sein, nutzen deshalb viele Patienten Gesundheitsportale, deren Seriosität fraglich ist, wie Recherchen der ZEIT ergeben haben. Manche Portale werden von Pharmafirmen betrieben, andere nicht auf dem aktuellen Stand gehalten. Zwei Siegel, der HON-Code und das Afgis-Logo, die für Transparenz sorgen sollen, sind allerdings auch nicht verlässlich: Die Qualität und die Unabhängigkeit der medizinischen Informationen garantiert keines der beiden Siegel. "Auch von Pharmafirmen betriebene Seiten können diese Siegel tragen, solange sie ihre Interessen nicht verheimlichen," sagt Kai Helge Vogel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.