Theologe Hans Küng sieht seinem Tod gefasst entgegen

Der Theologe Hans Küng sehnt sich nicht nach Unsterblichkeit. "Ich möchte nicht endlos leben, möchte nicht eine unbeschränkte Verlängerung des irdischen Lebens in Zeit und Raum", schreibt Küng in einem Text aus dem Buch "Als flögen wir davon", der vorab in der ZEIT-Beilage Christ & Welt erschienen ist. Er hoffe aber auf ein unendliches Leben "in einer völlig anderen, unsichtbaren Dimension, in der Dimension Unendlich, ein vollkommen verwandeltes Leben in Gottes Ewigkeit", so der 89 Jahre alte Theologe. Selbst wenn diese Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod nicht erfüllt werde, dann habe er "ein besseres und sinnvolleres Leben geführt als ohne diese Hoffnung".

Im Vorabdruck des Buches schreibt auch die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan über ihre Haltung zum Tod: Es schrecke sie nicht, nicht mehr da zu sein. "Ich bin nachts keine gute Schläferin, und es gehört für mich zu den schönen Momenten, wenn ich merke, ich kann einschlafen. Deswegen hat das etwas von Glück und Erlösung und Frieden, einfach einzuschlafen", so die 74-Jährige. Eine konkrete Vorstellung vom Leben nach dem Tod habe sie nicht. Es sei aber "eine schöne Möglichkeit, noch irgendwie da zu sein, ohne dass ich mir das jetzt genau vorstellen muss".