Rechtsruck bei der Neuen Zürcher Zeitung

Die Wochenzeitung DIE ZEIT geht der Frage nach, ob es einen politischen Kurswechsel bei der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) gibt. Die wichtigste und traditionsreichste Tageszeitung der Schweiz sei nach rechts gerückt, behaupten Kritiker und Mitarbeiter. Unter dem neuen publizistischen Führungsduo, dem Chefredakteur Eric Gujer und dem Feuilletonchef René Scheu, haben viele namhafte Autoren das Blatt verlassen. Renommierte Wissenschaftler protestierten in einem internen Brief an die NZZ-Führung gegen den "massiven Aderlass".  

Mitarbeiter beklagen, der Chefredakteur der NZZ habe das Betriebsklima zerstört, sie sprechen von einer "Säuberungswelle". Die Gerichtsreporterin Brigitte Hürlimann berichtet der ZEIT, ihr sei mitgeteilt worden, ihre persönlichen und politischen Überzeugungen seien zu wenig "bürgerlich". Sie sagt: "Es zählt nur noch, ob ich politisch auf Linie bin." 

Feuilletonchef René Scheu weist die Vorwürfe zurück. Er könne keinen Rechtsruck erkennen. "Ich möchte einen Raum schaffen, in dem man hart, aber fair streiten kann", so Scheu.