AfD-Bundesvorstand Gauland: Petry "will die Partei an die CDU andocken"

Brandenburgs AfD-Fraktionschef Alexander Gauland attackiert die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry: "Frauke Petry will Höcke loswerden, weil sie der Meinung ist, dass wir mit ihm nie politisch ankommen und Teil einer Koalition werden könnten", sagt Gauland in einem Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Sie will die Partei an die CDU andocken", so Gauland, der wie Parteisprecherin Petry im Bundesvorstand der Partei sitzt. Er, Gauland, wolle diese Nähe zur CDU nicht.

Auch Gaulands Vorstandskollege André Poggenburg kritisiert Petrys Entscheidung in der ZEIT scharf. Petry habe sich aus rein taktischen Gründen für Höckes Ausschluss eingesetzt. "Aber sie wird geschädigt aus diesem Konflikt hervorgehen", so Poggenburg, der die AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt anführt. "Wer unliebsame Positionen nicht aushält, hat wahrscheinlich selbst Probleme mit seinem Demokratieverständnis."

Verteidigt wird Frauke Petry dagegen von Berlins AfD-Landeschef Georg Pazderski. "Die Sprache, die Höcke benutzt hat – das Gerede von der ‚Bewegung‘, der ‚Schande‘, das hat viele unserer Wähler an den Sportpalast erinnert", sagt Pazderski. Er stehe zur Aufarbeitung der Geschichte und habe deshalb für den Parteiausschluss von Höcke votiert.

Der Bundesvorstand der AfD hatte am Montag mit neun gegen vier Stimmen entschieden, ein Parteiausschluss-Verfahren gegen Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke einzuleiten, nachdem Höcke im Januar in einer Rede das Berliner Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande" bezeichnet hatte.

André Poggenburg und Alexander Gauland, die dem rechten Flügel der AfD zugeordnet werden, hatten sich strikt gegen einen Parteiausschluss von Höcke ausgesprochen. Dass AfD-Politiker auf gezielte Provokation setzen, sei normal, sagt Poggenburg gegenüber der ZEIT. "Wir würden es immer vermeiden, einen Begriff zu verwenden, der wirklich nur in der Nazizeit verwendet wurde", so Poggenburg. Man habe deshalb bislang immer nur zweideutige Formulierungen verwendet.