Schweizer Rapper Mimiks: "Blocher hat der Politik ein Gesicht gegeben"

Der erfolgreichste Schweizer Rapper Mimiks spricht in einem Interview mit der Schweiz-Ausgabe der deutschen Wochenzeitung DIE ZEIT über seine Heimat. Die Schweiz sei für ihn, anders als viele Länder, "immer noch huere chillig. Dass alles immer tätschsuber ist, das wird dir erst bewusst, wenn du mal an einem Ort bist, wo das nicht so ist", sagt er im Gespräch mit der ZEIT. Der Luzerner ist überzeugt, dass die Schweiz in einem derart guten Zustand ist, "dass man es sich erlauben kann, die Politik nicht an sich heranzulassen – und die Welt dreht sich trotzdem weiter". 

Gefragt, woher sein Interesse für Politik kommt, sagt der 25-jährige: "Blocher war in der Schweizer Hip-Hop-Szene immer wieder ein Thema, er war ein Ultrafeindbild." Und weiter: "Das hat sich so in mein Hirn eingebrannt: Blocher ist der schlimmste Mensch, den es in der Schweiz gibt. Ich war in einem Alter, da habe ich diese Anfeindungen richtig aufgesaugt", sagt er im Gespräch mit der ZEIT. 

Mimiks ist überzeugt: "Blocher hat der Politik ein Gesicht gegeben. Er hat etwas daraus gemacht, wofür man sich interessieren musste. Auch wenn Blocher für Dinge steht, die ich vielleicht nicht unterschreiben würde, so hat er mich doch dazu gebracht, mich überhaupt mit Politik zu befassen." Deshalb habe er sich auch gefreut, als der SVP-Politiker vor zehn Jahren als Bundesrat abgewählt wurde. 

Mimiks wuchs als Angel Egli in Luzern bei seiner Mutter auf. Mit seinem Debütalbum "VodkaZombieRambogang" schaffte er es 2014 auf den ersten Platz der Schweizer Albumcharts. Im Frühling erschienen das Album "Jong & Hässig reloaded", das ebenfalls ein Nummer-eins-Hit wurde.