Lehrerbefragung: Fortbildungen oft nicht effektiv

Lehrer-Fortbildungen werden genutzt, sind aber oft nicht sonderlich effektiv. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 500 Mint-Lehrkräften (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), die der Wochenzeitung DIE ZEIT vorliegt. Durchgeführt hat diese das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung. "Lehrkräfte kümmern sich heute sehr viel mehr um ihre berufliche Weiterbildung als noch vor einigen Jahren", sagt Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Telekom Stiftung. "Oft aber leider wenig effektiv: einmalige Impulse, allein und fern der eigenen Schule." Stattdessen sollte die professionelle Entwicklung als fester Bestandteil des Berufsalltags gesehen werden: im Team mit Kollegen, regelmäßig und nah am Unterrichtsalltag.

Zwei Drittel der befragten Lehrkräfte gaben an, in den letzten sechs Monaten eine Fortbildung absolviert zu haben, knapp ein weiteres Fünftel innerhalb des letzten Jahres. Beachtlich ist auch die Menge der besuchten Fortbildungen: Ein Viertel hat in den letzten zwei Jahren an sechs bis zehn Fortbildungen teilgenommen, knapp die Hälfte an drei bis fünf, zehn Prozent sogar an mehr als zehn.

Dennoch: Nur knapp ein Viertel der befragten Lehrkräfte konnte die Inhalte der letzten Fortbildung umfassend im Unterricht anwenden. Die geringe Effektivität der Fortbildungen basiert laut der Befragung auf zwei Ursachen: Sie sind zu kurz, und viele Lehrer besuchen sie alleine, statt mit dem Kollegium.

Die Befragung fand im Februar 2017 statt.