Schulsenator Ties Rabe verteidigt Abiturboom: mehr Abiturienten sind "ein Gewinn"

Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) verteidigt die angestiegenen Abiturientenzahlen gegen Kritik auch aus seiner eigenen Partei: "Deutschland braucht ein hohes Bildungsniveau. Die Welt und die Berufswelt haben sich dramatisch verändert", so Rabe in einem Gastbeitrag in der Wochenzeitung DIE ZEIT. "Das Abitur soll nicht einfacher werden – aber wenn immer mehr Schüler das Abitur schaffen, ist das ein Gewinn und absolut kein Grund, sich Sorgen zu machen."

Rabe kritisiert in seinem Beitrag nicht nur den frühen SPD-Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin, sondern auch Vertreter von Hochschulen und Wirtschaft: "Angesichts des gewaltigen Ansturms Hunderttausender Studierender sehnen sich einige Hochschulvertreter in eine Zeit zurück, in der eine kleine Bildungselite (…) in Humboldtscher Selbstfindung vor sich hin studierte."

Die Kritik an der gestiegenen Anzahl an Abiturienten sei oft von persönlichen Interessenlagen geprägt: "Viele Kritiker des heutigen Abiturs zählten sich vor Jahren mit ihrem Abitur zur Bildungselite und fühlen sich heute angesichts der Abiturienten-Heerscharen entwertet." Es sei allerdings "erstaunlich, dass viele dieser Kritiker für ihre eigenen Kinder selbstverständlich das Abitur einfordern."

Kürzlich wurde ein neuer Studentenrekord in Höhe von 2,8 Millionen Studierenden in Deutschland bekanntgegeben.