Immer weniger Wissenschaftler streben Hochschulkarriere an

Nur noch 45 Prozent der Jungwissenschaftler an deutschen Universitäten streben eine Dauerkarriere in der Wissenschaft an. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, die der Wochenzeitung DIE ZEIT exklusiv vorliegt.

2012 bejahten noch 53 Prozent die Frage nach der Karriere in der Hochschulwelt, damals konnte sich nur eine Minderheit eine Zukunft in der Wirtschaft vorstellen. Befragt wurde eine Stichprobe von 3396 wissenschaftlichen Mitarbeitern an 23 systematisch ausgewählten Hochschulen in ganz Deutschland.

Dabei sind die Diskrepanzen zwischen den Fächern gewaltig: Ausgerechnet in den Geisteswissenschaften, wo die Chancen auf eine Professur besonders schlecht stehen, wollen 73 Prozent der Befragten dauerhaft in der Wissenschaft bleiben – nur 27 Prozent wollen in die freie Wirtschaft gehen. Direkt nach dem Masterabschluss konnten sich noch 38 Prozent der Befragten eine Karriere in einem Unternehmen vorstellen.

In der Studie wurden auch die Universitätsleitungen zu dem Thema befragt, und die reagieren mittlerweile auf die Konkurrenz aus der Wirtschaft: 93 Prozent geben an, dass die akademische Personalentwicklung eine hohe Priorität habe. Den Anteil der Dauerstellen wollen sie spürbar erhöhen.