Medizinethikerin Claudia Wiesemann fordert Reform des geltenden Embryonenschutzgesetzes

Die Medizinethikerin Claudia Wiesemann hat das geltende Embryonenschutzgesetz als überholt und ungerecht kritisiert und den Bundestag aufgefordert, die knapp dreißig Jahre alte Regelung zu reformieren. "Es gibt einen Moment, zu dem Aufschieben unerträglich geworden ist", sagt Wiesemann der ZEIT. "Dieser Punkt ist jetzt erreicht."

Die Göttinger Wissenschaftlerin ist Mitglied der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaft. In einem Brief mahnt das Gelehrtengremium in dieser Woche die Abgeordneten des neuen Bundestages, sich möglichst schnell für ein modernes Fortpflanzungsmedizingesetz einsetzen.

Die geltende Reglung, so die Leopoldina, ignoriere die neuesten Entwicklungen in der Kinderwunschmedizin und setze betroffene Frauen und Kinder unnötigen gesundheitlichen Risiken aus. Es sei fatal, dass heute "im Namen des Lebensschutzes", so Wiesemann, "Gesundheit und Leben gefährdet" würden.