EKD-Ratsmitglied Rachel: Evangelische Kirche nimmt zu wenig Rücksicht auf konservative Christen

Die evangelische Kirche nimmt aus Sicht des CDU-Staatssekretärs Thomas Rachel zu wenig Rücksicht auf konservative Christen. "Es besteht eine Diskrepanz zwischen der Basis und den Gremien", sagt Rachel, der auch EKD-Ratsmitglied ist, in einem Gespräch mit der ZEIT-Beilage Christ & Welt. Er habe das Gefühl, dass Konservative von der evangelischen Kirche "vielleicht nicht immer genug" gehört werden.

Als einziges Mitglied im fünfzehnköpfigen Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich Rachel offen gegen die "Ehe für alle" ausgesprochen. Im Gegensatz zur Führungsebene der Kirche, so Rachel, seien die Christen mit einem frommen und bürgerlichen Weltbild in den Gemeinden oft in der Mehrheit. "Die konservativen Stimmen spielen in den Gemeinden gewiss nicht selten eine größere Rolle als in manchen überregionalen Gremien", so Rachel. Die EKD sei daher gut beraten, auch in der Synode dieses Meinungsspektrum abzubilden: Eine "der größten Herausforderungen der evangelischen Kirche in den nächsten Jahren" sei es laut Rachel, dass "die frommen und bürgerlichen Gemeindeglieder nicht heimatlos werden".

Thomas Rachel ist seit 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU und seit 2015 Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland.