Grüne wollen mehr Rechte für Konfessionslose und Atheisten

Die grüne Politikerin Bettina Jarasch fordert mehr Rechte für Konfessionslose und Atheisten in Deutschland. Ihr Anteil mache inzwischen 30 Prozent der Bevölkerung aus, schreibt Jarasch in einem Beitrag für die ZEIT-Beilage "Christ & Welt". Es gelte, die Anliegen dieser Menschen stärker zu berücksichtigen. So sollten die Länder weitere gesellschaftliche Gruppen in die Rundfunkräte der öffentlich-rechtlichen Medien senden, erklärt die praktizierende Katholikin Jarasch. Zudem fordert sie offene Gespräche über eine Lockerung des Tanzverbotes an Stillen Feiertagen wie etwa am Karfreitag. Jarasch hatte eine Arbeitsgruppe geleitet, die im März ein religionspolitisches Papier der Grünen vorlegte. Als erste Partei hätten die Grünen darin, so Jarasch, auch die Belange nicht konfessionsgebundener Menschen zum Thema gemacht.

Weiter fordert Jarasch mehr Selbstbestimmungsrecht für die Beschäftigten der Kirchen. Ihre Partei wolle die Rechte der Arbeitnehmer besonders in katholischen Unternehmen stärken, "deren private Lebensführung ja nach wie vor zum Kündigungsgrund werden kann", sagt sie. Die evangelische und die katholische Kirche und ihre Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie sind mit insgesamt 1,5 Millionen hauptamtlich Beschäftigten die größten Arbeitgeber nach dem Staat. Mitarbeiter der katholischen Kirche können ihre Arbeit verlieren, wenn sie eine homosexuelle Partnerschaft eingehen, nach einer Scheidung erneut heiraten oder sich für die Abtreibung aussprechen.