Berliner Museumschef: Eröffnung der Teheran-Ausstellung bleibt unklar

In der Debatte um die umstrittene und schon einmal verschobene Teheran-Ausstellung in Berlin bleibt weiterhin offen, wann die Schau eröffnet werden kann. "Wir hören jetzt, dass auch das Parlament noch zustimmen müsse", sagt Hermann Parzinger, der Chef der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, in der aktuellen Ausgabe der ZEIT. Bisher hatte es geheißen, allein der iranische Staatspräsident Hassan Rohani habe die Ausfuhrgenehmigung zu unterzeichnen. Für einen Beginn der Ausstellung mit Werken aus der legendären Sammlung der Farah Diba noch im Dezember "müsste alles ganz, ganz schnell gehen", sagt Parzinger. "Sonst würden wir im Januar eröffnen." Ursprünglich sollte die Ausstellung vom 4. Dezember an für das Publikum zugänglich sein.

Vorausgegangen war ein Streit um den Direktor des leihgebenden Museums in Teheran, Majid Mollanoroozi, der mehrere Holocaust-Karikaturen mit Preisen ausgezeichnet hatte. Daraufhin distanzierte sich Monika Grütters, die Staatsministerin für Kultur, von dem Ausstellungsprojekt. Wie jetzt bekannt wird, war auch Parzinger auf Distanz zu Mollanoroozi gegangen. "Ich habe ihm sofort geschrieben, dass für mich damit eine rote Linie überschritten sei", sagt er der ZEIT. Daraufhin habe der Museumsdirektor ihm geantwortet, "er wolle den Holocaust nicht verharmlosen. Für uns war das aber keine deutliche Distanzierung." Zu der Ausstellung in Berlin sei Mollanoroozi nicht eingeladen. "Das erscheint uns nicht möglich", sagt Parzinger.