CDU und Grüne kritisieren Gabriels außenpolitische Grundsatzrede

Führende Politiker von CDU und Grünen kritisieren einige der außenpolitischen Thesen, die Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) vergangene Woche in Berlin formulierte. Das berichtet die Wochenzeitung DIE ZEIT. So widerspricht Norbert Röttgen (CDU), der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses im Bundestag, Gabriels Forderung, mit den USA anstelle einer "Unterwerfung" einen "strategischen Interessenausgleich" zu finden. Röttgen glaubt, "dass es nach Trump wieder mehr Rationalität und Zivilität" und damit mehr Gemeinsamkeit gäbe.

Cem Özdemir, der Co-Vorsitzende der Grünen, warnt davor, aus Trumps Positionen den Schluss zu ziehen, dass "Deutschland das Kind der Mitte" sei. Es sei vielmehr Teil des Westens. "Wir müssen die Idee des Westens aufrecht erhalten", so Özdemir, der sich an Gabriels Wort von der möglichen "Unterwerfung" unter amerikanische Politik stößt. Das Bündnis mit den Vereinigten Staaten sei "doch nicht der Warschauer Pakt", so Özdemir. Er  fühle sich nach Gabriels Rede an Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder erinnert, der glaube, Deutschland sei Russland näher. "Das sind wir aber nicht", so der Grünen-Chef.