Continental-Vorstandsfrau berichtet von früherer Diskriminierung

Zwei Dax-Vorstandsfrauen schalten sich in der neuesten Ausgabe der ZEIT in die Debatte um Sexismus und Frauenförderung in der IT-Branche ein. Ariane Reinhart, Continental-Personalvorstand, hat als Frau selbst Diskriminierung erfahren und sagt der ZEIT, ähnliches habe "jede Frau in meinem Alter in der Industrie erlebt." SAP-Vertriebsvorstand Adaire Fox-Martin ärgert sich über die Konsequenzen solcher Vorfälle: "Mich stört der schlechte Ruf meiner Branche, wenn es um Vielfalt geht."

Fox-Martin will Frauen daher stärker fördern und nennt dafür ausschließlich wirtschaftliche Gründe. Persönlich habe sie "nicht so viel für die Quote übrig". Sie sei jedoch "ein gutes Management-Werkzeug. Nur was sich messen lässt, ist auch zu managen." Es interessiere sie deshalb, was die Quote "im täglichen Geschäft bewirkt".

Anlass für die Äußerungen der Vorstände ist der Skandal um einen Software-Entwickler bei Google, der in einem umstrittenen Text die Bemühungen des Konzerns kritisiert, mehr Frauen einzustellen. Frauen seien "im Durchschnitt" in vieler Hinsicht weniger geeignet als Männer für die Arbeit bei Google.

Reinhart hält diese Sichtweise für fatal: "Wir können uns diese Diskussion gesellschaftspolitisch nicht leisten. Wir müssen schauen, dass wir in jeder Personengruppe die besten Leute und ihre Fähigkeiten entdecken, bei Frauen und Männern, bei Flüchtlingen, jungen Arbeitslosen und Studienabbrechern."