Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister fordert in der ZEIT stärkeres Europa-Engagement der nächsten Bundesregierung

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister stellt hohe Ansprüche an die Bundesrepublik. Im ZEIT-Interview formuliert Bruno Le Maire die Pariser Erwartungen an eine mögliche Große Koalition in Berlin. "Wir erwarten von Deutschland, dass es mitzieht, indem es eine offensivere Lohnpolitik verfolgt und mehr investiert", so Le Maire.

Frankreich gehe auf Deutschland schon zu, "indem es seinen europäischen Verpflichtungen nachkommt, Staatsausgaben abbaut und den wirtschaftlichen Wandel vorantreibt".

Zugleich betont er, wie wichtig die deutsch-französische Kooperation für die Zukunft Europas ist: "Nur wenn wir Hand in Hand mit Deutschland vorangehen, haben wir eine Chance, einen europäischen Kontinent zu bauen, der China und den USA standhalten kann. Das ist unsere historische Herausforderung."

Auch zu den aktuellen Sondierungsgesprächen in Berlin nimmt Le Maire Stellung und drängt CDU, CSU und SPD zur Eile. "Je schneller wir eine solide deutsche Regierung haben, desto besser für Frankreich", sagt der Doppelminister.

Le Maire will schnell an der Beziehung beider Länder arbeiten, die in Routine erstarrt sei. "Die deutsch-französische Beziehung muss erneuert werden, und zwar sofort. Wir brauchen wieder gemeinsame Ziele, die unseren eigenen Horizont übersteigen", fordert der Politiker.