Mint-Nachwuchsbarometer: 40 Prozent aller Lehrer ohne Fortbildung zu neuen Medien

40 Prozent der Lehrer haben jahrelang keine Fortbildung zu neuen Medien im Unterricht besucht. Das berichtet die Wochenzeitung DIE ZEIT und  beruft sich dabei auf das sogenannte  Mint-Nachwuchsbarometer, das ihr exklusiv vorliegt. Forscher um den Potsdamer Techniksoziologen Ortwin Renn haben diesen Bericht zur Lage der Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) vorgelegt; Auftraggeber sind die Körber-Stiftung und acatech, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften.

Nachdenklich stimmt auch, dass zwar 73 Prozent der Neuntklässler zu Hause den Computer fast täglich nutzen, aber nur ein Prozent von ihnen das auch in der Schule tue. 39 Prozent der Eltern hätten nicht geregelt, wie viel Zeit die Kinder online verbringen dürfen, 29 Prozent stießen nach eigener Aussage bei der Nutzung digitaler Geräte an Grenzen und hätten nicht geklärt, was sich ihre Kinder im Netz ansehen dürften.

In den Schulen, so der Bericht, fehle es an Personal, um die Geräte zu warten, und vor allem fehle es an didaktischen Konzepten, wie dem digitalen Wandel zu begegnen sei; nur die Hälfte der Schulen verfüge über ein Medienkonzept. Besonders kritisch ist die Lehrkräfteentwicklung an den Berufsschulen: Nur 20 Prozent der angehenden Berufsschullehrer lassen sich für Mint-Fächer ausbilden. Der Bericht zeigt auch, dass trotz groß angelegter Mint-Werbekampagnen die Leistungskurse in Physik, Informatik und Chemie fest in der Hand der Jungs blieben.

Und: Deutschlands Lehrer sind keine Technikmuffel. 95 Prozent von ihnen finden den Einsatz von Computern im Unterricht grundsätzlich gut.