Am 18. September findet die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus statt. Wer unentschlossen ist, welche Partei am ehesten die eigenen Interessen vertritt, kann sich mit dem Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) informieren. Das interaktive Tool ist eine Alternative zu den buchdicken Wahlprogrammen der Parteien. Es hilft dabei, sich schnell einen Überblick zu verschaffen, welche Parteien zur Wahl antreten und welche Positionen sie vertreten.

Den Wahl-O-Mat für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus finden Sie hier.

Die Bürger in Mecklenburg-Vorpommern wählen ebenfalls in diesem Jahr. Am 4. September bestimmen sie einen neuen Landtag. Auf den Wahl-O-Mat als Orientierungshilfe müssen die Mecklenburger allerdings verzichten, denn CDU und SPD boykottieren das Tool. Sie befürchten eine zu starke Vereinfachung.

Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?

Der Wahl-O-Mat präsentiert dem Benutzer 38 Thesen aus allen politischen Bereichen. Bei jeder These kann der Benutzer entscheiden, ob er zustimmt, nicht zustimmt oder neutral bleiben will. Die Themen, die ihm besonders wichtig sind, kann er zum Schluss doppelt werten.

Die Thesen werden zuvor von einem Redaktionsteam aus Jung- und Erstwählern, Politikwissenschaftlern, Statistikern und weiteren Experten erarbeitet. Der Nutzer kann seine eigenen Positionen mit denen von bis zu acht Parteien vergleichen und so herausfinden, mit welcher er die größten Überschneidungen hat – und welche überhaupt nicht zu den eigenen Vorstellungen passt. Das Angebot gibt es für Europa-, Bundestags- und die meisten Landtagswahlen. Im Wahl-O-Mat-Archiv lassen sich die Positionen für vergangene Wahlen noch einmal miteinander vergleichen.

Was sagt er aus?

Eine FDP-Empfehlung für den Liebhaber des Sozialstaats? Die meisten Übereinstimmungen mit der Tierschutzpartei? Das bedeutet nicht, man müsse diese Partei wählen. Der Wahl-O-Mat nimmt dem Benutzer nicht die Entscheidung ab: Er dient als Orientierungshilfe und soll dazu anregen, sich weiter zu informieren. Durch den Wahl-O-Mat zu einer Landtagswahl werden drei Viertel der Nutzer auf die landespolitischen Themen aufmerksam.

Die bpb bietet den Wahl-O-Mat seit 2002 an. Die Entscheidungshilfe ist beliebt: Laut bpb wurde der Wahl-O-Mat zur letzten Bundestagswahl 13,3 Millionen Mal aufgerufen. Insgesamt wurde er seit 2002 vor Bundestags-, Europa- und Landtagswahlen 43 Millionen Mal genutzt.

Das Projekt soll vor allem junge Wähler informieren und zur Stimmabgabe motivieren – ein Drittel der Nutzer ist unter 30 Jahre alt. Die Idee stammt aus den Niederlanden und wurde in vielen europäischen Ländern übernommen. Bei Europawahlen kann man seine Positionen mittlerweile nicht nur mit deutschen, sondern auch mit anderen europäischen Parteien vergleichen. Möglich macht dies eine Kooperation mit dem Netzwerk Votematch.