Arbeitsmarkt Zahl der Industriejobs geht drastisch zurück

Die Krise erreicht zunehmend den deutschen Arbeitsmarkt: Die Industrie baut Stellen ab wie zuletzt vor zwölf Jahren, noch verhindert die Kurzarbeit Schlimmeres

Produktion bei Bombardier: Die Zahl der Beschäftigten geht zurück

Produktion bei Bombardier: Die Zahl der Beschäftigten geht zurück

Die deutsche Konjunktur erholt sich, doch auf dem Arbeitsmarkt kommen die Folgen der Rezession erst an. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtet, sank die Zahl der Jobs in der Industrie im Juli um 3,9 Prozent, so stark wie zuletzt im Jahr 1997. In absoluten Zahlen gab es im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 202.400 Arbeitsplätze weniger als noch im Vorjahr.

Allerdings hat die Kurzarbeit bislang Schlimmeres verhindert. Das lässt sich vor allem an der Zahl der Arbeitstage ablesen, die deutlich stärker gesunken ist als die Zahl der Jobs – insgesamt um 10,4 Prozent.

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Besonders stark betroffen vom Arbeitsplatzabbau waren die Autohersteller, die 4,9 Prozent ihrer Stellen strichen. Auch die Gummi- und Kunststoffproduzenten und die Metallfirmen reduzierten ihre Belegschaft kräftig. Einzig die Nahrungs- und Futtermittelindustrie schuf neue Stellen.

Deutschland hat sich im Frühjahr überraschend aus der Rezession gelöst, Analysten und auch Bundesbank-Präsident Axel Weber erwarten für das laufende Sommerquartal ein kräftiges Wachstum. Das dürfte aber die Folgen der Krise am Arbeitsmarkt allenfalls abmildern: Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA) erwartet für 2010 im Schnitt einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 4,1 Millionen.

 
Leser-Kommentare
  1. Was mich ärgert ist die fast durchgehend negative Berichterstattung. Zugegebenermaßen ist die Abnahme der Stellen nicht erfreulich. Vor dem Hintergrund des Wirtschaftseinbruchs stellt sich der deutsche Arbeitsmarkt trotz aller Unkenrufe der Presse jedoch als excellent dar. Bei einem derart starken Wirtschaftseinbruch hätte man (im Vergleich zu früheren Rezessionen bzw. anderen Industrienationen) wesentlich höhere Arbeitslosenzahlen erwarten müssen.

    Woran liegt diese erstaunlich positive Entwicklung? Zwar wird der Arbeitsplatzabbau durch Kurzarbeit und Abbau von Arbeitszeitkonten abgefedert. Diese Instrumente hat es jedoch auch schon in der Vergangenheit gegeben. Die relativ geringe Zahl der Arbeitslosen ist vielmehr auf Gerhard Schröders Agenda-Politik zurückzuführen. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts über 1 Mio weniger Arbeitslose. Dafür ist er von der Presse abgestraft und vom Volk abgewählt worden.

    Auf der einen Seite wird von der Presse der Mangel an mutigen und grundlegenden Reformen bitter beklagt. Gleichzeitig werden jedoch höchst erfolgreiche Reformen (davon gibt es wenig genug) nicht genügend gewürdigt. Daher bin ich pessimistisch, dass in anderen Bereichen (Krankenkasse/Renten) dringend benötigte Reformen mutig angegangen werden.

  2. Welche Agenda? Doch wohl nicht die 2010? Das war der (Un)Sinn der letzten 100 Jahre. Und welche Reformen, bitte mal konkret werden und "Butter bei die Fische" tun.
    Wenn schon Reformen, dann als 1. Maßnahme: Wegfall der Beitragsbemessungsgrenze, Abschaffung der Privaten Krankenversicherungen, alle Einkommensarten zur Sozialversicherung beirechnen (Miete, Pacht Zinsen, Dividenden usw.).
    2. Einführung eines Mindeststundenlohnes von 10,00 Euro.
    3. Anhebung des Spitzensteuersatzes (wie zu Kohls Zeiten).
    4. Wiedereinführung der paritätischen Krankenkassenbeiträge, Wegfall der Sonderzahlung für Kinderlose.
    5. Einführung einer Autobahnmaut für alle Nutzer.
    6. Wiedereinführung der Vermögenssteuer
    7. Erhöhung der Umsatzsteuer auf 22%
    8. Abschaffung der Studiengebühren
    9. kostenlose Schulspeisung
    10. usw.
    Wenn wir hunderte von Milliarden für angeblich systemrelevante Banken und Betriebe übrig haben, haben wir denn kein Geld für systemrelevante Menschen übrig?????

    • Piepe
    • 17.09.2009 um 15:08 Uhr

    wurde durch die Reformen Schröders geschaffen.

    ALG2 ist eine Lohnsubvention für Arbeitgeber.

    Trotz dieser Subventionen für Unternehmer ist das Ergebnis insgesamt kümmerlich.

    Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen schrumpft von Jahr zu Jahr.

    Dies ist von den Banken, Steinbrück, Koch, Westerwelle so gewollt.
    Der Sozialstaat soll als nicht mehr bezahlbar hingestellt werden.

    Westerwelle hat (bei soviel Parteispenden von den Banken) nichts dagegen, dass die Zentralbank den Banken zu 0% Geld leiht, dass diese dem Staat dann grosszügig für 3,5% überlassen.

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    Laut Statistik agentur für Arbeit sozialversicherte Beschäftigte o6/2005: 26.178.266/ 06/2008: 27.457.715, also eine Zunahme um 1.279.449! Eine zutreffende information der Bevölkerung findet leider nicht statt.

    Über einzelne Vorschläge von gallo lässt sich ja diskutieren, halte die alleinige Umverteilung jedoch nicht für eine intelligente Reform. Die Einführung eines Mindestlohns von € 10,00 würde in Deutschland laut Berechnungen des ifo rd. 1 Mio Arbeitsplätze kosten. Eine intelligente und auf den sozialen Ausgleich gerichtete Reform wäre die substantielle Förderung von Kindern aus benachteiligten Familienverhätltnissen. Dass das deutsche Erziehungs- und Bildungssystem im internationalen Vergleich die Kinder von bildungsfernen Familien stark benachteiligt, halte ich für einen Skandal! Dagegen sehe ich bei gallos Vorschlägen eher grundsätzlich erschwerte Arbeitsplatzaussichten für die benachteiligten Kinder.

    Laut Statistik agentur für Arbeit sozialversicherte Beschäftigte o6/2005: 26.178.266/ 06/2008: 27.457.715, also eine Zunahme um 1.279.449! Eine zutreffende information der Bevölkerung findet leider nicht statt.

    Über einzelne Vorschläge von gallo lässt sich ja diskutieren, halte die alleinige Umverteilung jedoch nicht für eine intelligente Reform. Die Einführung eines Mindestlohns von € 10,00 würde in Deutschland laut Berechnungen des ifo rd. 1 Mio Arbeitsplätze kosten. Eine intelligente und auf den sozialen Ausgleich gerichtete Reform wäre die substantielle Förderung von Kindern aus benachteiligten Familienverhätltnissen. Dass das deutsche Erziehungs- und Bildungssystem im internationalen Vergleich die Kinder von bildungsfernen Familien stark benachteiligt, halte ich für einen Skandal! Dagegen sehe ich bei gallos Vorschlägen eher grundsätzlich erschwerte Arbeitsplatzaussichten für die benachteiligten Kinder.

  3. 4. falsch

    Laut Statistik agentur für Arbeit sozialversicherte Beschäftigte o6/2005: 26.178.266/ 06/2008: 27.457.715, also eine Zunahme um 1.279.449! Eine zutreffende information der Bevölkerung findet leider nicht statt.

    Über einzelne Vorschläge von gallo lässt sich ja diskutieren, halte die alleinige Umverteilung jedoch nicht für eine intelligente Reform. Die Einführung eines Mindestlohns von € 10,00 würde in Deutschland laut Berechnungen des ifo rd. 1 Mio Arbeitsplätze kosten. Eine intelligente und auf den sozialen Ausgleich gerichtete Reform wäre die substantielle Förderung von Kindern aus benachteiligten Familienverhätltnissen. Dass das deutsche Erziehungs- und Bildungssystem im internationalen Vergleich die Kinder von bildungsfernen Familien stark benachteiligt, halte ich für einen Skandal! Dagegen sehe ich bei gallos Vorschlägen eher grundsätzlich erschwerte Arbeitsplatzaussichten für die benachteiligten Kinder.

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