Konjunktur EU-Kommission prognostiziert leichten Aufschwung

Brüssel geht davon aus, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten ist. Vor allem Deutschland erholt sich besser als erwartet. Trotzdem bleibt die Situation labil.

Warenumschlag im Hamburger Hafen: Vor allem der Export zieht Prognosen zufolge wieder an, die Binnenwirtschaft schwächelt dagegen weiter

Warenumschlag im Hamburger Hafen: Vor allem der Export zieht Prognosen zufolge wieder an, die Binnenwirtschaft schwächelt dagegen weiter

Die EU-Kommission teilte am Montag in einer aktuellen Konjunkturprognose mit, dass sich die Konjunktur europaweit wieder belebe. Die Konjunkturprogramme der EU-Staaten und die Reparatur des Finanzsektors müssten aber fortgesetzt werden, da das Wachstum schwach bleibe, warnte Brüssel.

Die EU-Währungshüter rechnen unverändert damit, dass die Wirtschaft der Eurozone und der gesamten EU im laufenden Jahr jeweils um 4 Prozent schrumpfen wird, da der Einbruch zu Jahresbeginn schlimmer war als angenommen. Die Inflation bleibe auf sehr niedrigem Niveau. 

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Die Konjunktur der großen Volkswirtschaften wie Deutschland oder Frankreich erholt sich der Prognose zufolge aber besser als bislang erwartet. Deutschland hat demnach die Rezession gar überwunden. Im weiteren Jahresverlauf werde die größte Volkswirtschaft Europas weiter wachsen, wenn auch nur schwach. Nach einem Plus von 0,3 Prozent im 2. Quartal soll die Wirtschaft im 3. Quartal um 0,7 Prozent und im 4. Quartal um 0,1 Prozent zulegen.

Im ersten Vierteljahr hatte es mit minus 3,5 Prozent gegenüber den drei Vormonaten den größten Einbruch der Nachkriegszeit gegeben. Für das Gesamtjahr rechnen die EU-Konjunkturexperten damit, dass die Wirtschaft um 5,1 Prozent schrumpfen wird - das ist eine Verbesserung von 0,3 Punkten gegenüber der Prognose vom Mai.

Unterdessen ist die Zahl der Erwerbstätigen im Euroraum im zweiten Quartal weiter gesunken. Die Beschäftigung sei um 702.000 Personen oder 0,5 Prozent zurückgegangen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg mit. Im ersten Quartal war der Rückgang mit 0,7 Prozent etwas stärker ausgefallen. Auf Jahressicht sank die Beschäftigung um 1,8 Prozent, nach minus 1,2 Prozent im Vorquartal.

Eurostat zufolge verzeichneten fast alle Wirtschaftszweige einen Beschäftigungsrückgang. Lediglich bei den "sonstigen Dienstleistungen", zu denen die Bereiche öffentliche
Verwaltung, Gesundheit und Bildung gehören, stieg die Beschäftigung an. Die deutlichsten Rückgänge mussten das Verarbeitende Gewerbe, die Bauwirtschaft und der Dienstleistungssektor hinnehmen. Eurostat schätzt, dass im zweiten Quartal 145,6 Millionen Personen im Euroraum erwerbstätig waren.

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