Koalitionsverhandlungen Die Wirtschaft überreicht ihren Wunschzettel
Es ist die Stunde der Lobbyisten: Kündigungsschutz, Steuern, Gesundheitsfonds – kurz vor der Regierungsbildung stellen Arbeitgeber und Wirtschaftsverbände Forderungen.
Künftig regieren Union und FDP. Da wittern die Wirtschaftslenker ihre Chance auf Erleichterungen und wirtschaftsfreundliche Reformen: Die künftige Regierung solle die Bedingungen für Neueinstellungen so verändern, dass mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit herauskommen. Konkret geht es um eine Reform des Kündigungsschutzes in Kleinunternehmen bis zu 20 Mitarbeitern.
"In der Arbeitsmarktordnung benötigen wir mehr Flexibilität", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dieter Hundt, dem Tagesspiegel. Dabei gehe es nicht darum, den bestehenden Kündigungsschutz der Beschäftigten zu verändern, "sondern den Einstieg in Arbeit für Arbeitslose zu erleichtern". Hauptgeschäftsführer Reinhard Göhner ergänzte im NDR, Priorität habe die Sicherung der Unternehmensfinanzierung für Investitionen und Arbeitsplätze.
Auch der Wirtschaftsverband DIHK verlangte Änderungen bei Arbeitsmarktregelungen. Der Verband hatte 1500 Unternehmenslenker unmittelbar vor der Wahl zu ihren Erwartungen an die Regierung befragt. Hauptforderung war, den Kündigungsschutz erst in Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern gelten zu lassen. Derzeit liegt die Schwelle bei zehn Beschäftigten. Darüber hinaus befürwortet der DIHK, die befristete Einstellung von Mitarbeitern zu erleichtern, weil dies gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Beschäftigungschancen erhöhe.
Der Handwerksverband ZDH bemängelte, dass die meisten Arbeitsmarktgesetze auf die Bedürfnisse von Großkonzernen zugeschnitten seien. Eine Lockerung des Kündigungsschutzes komme "kleinen Betrieben unmittelbar zugute".
"Die Steuersenkungen müssen ja auch bezahlt werden."
Die FDP hat im Wahlkampf eine Lockerung des Kündigungsschutzes verlangt, war dabei aber auf den Widerstand von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestoßen. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Vize Jürgen Rüttgers schloss Änderungen aus: "Am Kündigungsschutz werden wir sicher nicht schrauben", sagte er dem Handelsblatt.
Auch die Gewerkschaften warnten vor Sozialabbau. Ver.di-Chef Frank Bsirske kritisierte vor allem die FDP und sagte: "So wie die FDP angetreten ist, droht eine weitere Umverteilung von unten nach oben und ein Angriff auf Sozialleistungen, ein weiterer Sozialabbau und Privatisierung." Nun werde sich zeigen, ob es Merkel gelinge, dem Druck des Wirtschaftsflügels ihrer eigenen Partei und der Liberalen standzuhalten, sagte Bsirske im RBB.
Arbeitgeberpräsident Hundt verlangte zudem, mittelfristig Unternehmen und Arbeitnehmer bei Steuern und Abgaben zu entlasten. Die öffentlichen Haushalte müssten mit "strikter Ausgabedisziplin konsolidiert" und die Sozialversicherungen mit Ausgaben senkenden Reformen zukunftsfest gemacht werden. "Die Koalition muss jetzt schnell die Weichen dafür stellen, dass wir schnell aus der Krise kommen", sagte der Verbandschef. Es müsse zudem verhindert werden, dass der sich abzeichnende langsame Aufschwung durch eine Finanzierungsklemme abgewürgt werde.
- Datum 29.09.2009 - 12:25 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, tst
- Kommentare 33
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Die Wirtschaftsbosse wohlen ein Stueck vom Kuchen wobei diese nichts dazubeigetragen haben diesen zu backen. Da werden sich die H4ler aber freuen das sie ernten was sie gewaehlt haben. Und was hat der Kuendigungsschutz mit neuen Arbeitsplaetzen zu tun. Seitdem Deutschland nach den Unternehmern gefuehrt wird haben wir doch erst die Finanzkrise, H4, Millionen Arbeitslose, Zeitarbeit und schlechte Bildung fuer alle.
Noch mehr Zeitarbeit um die Motivation der arbeitenden Bevoelkerung weiter zu drosseln. Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht, dann ziehen die alle wie Heuschrecken zum naechsten Land.
Sowas wie Ackermann und Co hat jetzt das Sagen hier.
Ist Flexibilität in Unternehmen mit max. 20! Mitarbeitern so schlecht? Hier schlägt es doch viel mehr durch, wenn meine Arbeiter der Unternehmung mehr schaden denn nutzen.
Zudem könnte man hier flexibel auf Aufträge eingehen. Man dürfte nur die Mitarbeiter nicht im Dunklen lassen, wie man auf Probleme reagieren wird.
Kleine Softwareentwickler könnten hier bei Problemen kurzfristig auf Hilfe zurückgreifen.
Wenn Unternehmen flexibel sein wollen, müssen wir das wohl alle sein? Es regiert in Deutschland angeblich ja noch das Volk, nicht die Wirtschaft. Und wer kann bitte von einer Hire & Fire Politik eine Familie ernähren?
soweit ich weis galt bis in die 90ziger Jahre hinein der Kündigungsschutz erst ab dem 21 Mitarbeiter. Zumindest hat sich an Kündigungsschutz damals bei meinem Arbeitgeber weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber geschert.
Es wäre völlig hirnverbrannt aufgefasst worden, hier mit Kündigungsschutz zu arbeiten, von dem jeder Kollege wusste, das sein Arbeitsplatz durch das Risiko der erhöhten Kosten zusätzlich gefährdet wurde, wenn die Auftragslage das nicht her gab.
Klar gibt und gab es Arbeitgeber, die da mit einer miesen Einstellung unterwegs sind. Diese miese Einstellung haben die aber auch in guten Zeiten, Zeiten in denen man solchen Arbeitgebern unbedingt den Rücken kehren sollte. Das ist bei kleinen Unternehmen die einzige realistische Möglichkeit das Problem in Grenzen zu halten.
H.
Wenn Unternehmen flexibel sein wollen, müssen wir das wohl alle sein? Es regiert in Deutschland angeblich ja noch das Volk, nicht die Wirtschaft. Und wer kann bitte von einer Hire & Fire Politik eine Familie ernähren?
soweit ich weis galt bis in die 90ziger Jahre hinein der Kündigungsschutz erst ab dem 21 Mitarbeiter. Zumindest hat sich an Kündigungsschutz damals bei meinem Arbeitgeber weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber geschert.
Es wäre völlig hirnverbrannt aufgefasst worden, hier mit Kündigungsschutz zu arbeiten, von dem jeder Kollege wusste, das sein Arbeitsplatz durch das Risiko der erhöhten Kosten zusätzlich gefährdet wurde, wenn die Auftragslage das nicht her gab.
Klar gibt und gab es Arbeitgeber, die da mit einer miesen Einstellung unterwegs sind. Diese miese Einstellung haben die aber auch in guten Zeiten, Zeiten in denen man solchen Arbeitgebern unbedingt den Rücken kehren sollte. Das ist bei kleinen Unternehmen die einzige realistische Möglichkeit das Problem in Grenzen zu halten.
H.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kündigungsschutzgesetz
http://www.anderfuhr-busc...
Man kann diesen Quatsch nicht mehr hören: Als seien hierzulande Arbeitnehmer unkündbar!
"Die Wirtschaft überreicht ihren Wunschzettel" stimmt nicht ganz. Die Lobbyisten haben lange vor der Wahl der CDU, CSU und FDP bereits dicke Schecks zusammen mit den Wünschen überreicht.
Das war die Vorkasse, jetzt wird nur nach dem Liefertermin gefragt.
Ist das noch Lobbyismus oder schon offene Korruption?
Lasst sie nur machen. Da die heutige "Wirtschaft" fast ausschließlich nur noch auf von Spielsüchtigen künstlich aufgeblähten Blasen besteht, wird das dicke Ende der "Wirtschaft" schon noch kommen. Die Bankenkrise hat ja gezeigt, dass es in der Wirtschaft mit wirtschaftlichem Sachverstand nicht weit her ist und man nur noch in Boni und Quartalsberichten denkt - so man da überhaupt noch denken kann.
Und wir haben das Glück, dass wir dann von einer "bürgerlichen" Koalition - also einer Koalition, die bürgerlich die Bürger bestiehlt - regiert werden. Man kann dann alles zusammen auf einem Mal abwickeln: Kapitalismus und kapitalistische Bimbesparteien. SPD und Union wickeln sich zur Zeit schon von selber ab.
Immerhin können Parteispenden sogar von der Steuer abgesetzt werden. Im Endeffekt finanziert sich "Korruption" in Deutschland also sogar selbst.
Aber es geht ja nicht um persönliche Bereicherung, nur um den Machterhalt und dafür werden sich unsere ehrenwerten Politiker wohl kaum kaufen lassen... :)
Kohl hat's vorgemacht und jetzt will Angie halt auch mal. Die Wähler dankens dann noch mit einer schönen Mehrheit...
Na denn, herzlichen Glückwunsch!
Lasst sie nur machen. Da die heutige "Wirtschaft" fast ausschließlich nur noch auf von Spielsüchtigen künstlich aufgeblähten Blasen besteht, wird das dicke Ende der "Wirtschaft" schon noch kommen. Die Bankenkrise hat ja gezeigt, dass es in der Wirtschaft mit wirtschaftlichem Sachverstand nicht weit her ist und man nur noch in Boni und Quartalsberichten denkt - so man da überhaupt noch denken kann.
Und wir haben das Glück, dass wir dann von einer "bürgerlichen" Koalition - also einer Koalition, die bürgerlich die Bürger bestiehlt - regiert werden. Man kann dann alles zusammen auf einem Mal abwickeln: Kapitalismus und kapitalistische Bimbesparteien. SPD und Union wickeln sich zur Zeit schon von selber ab.
Immerhin können Parteispenden sogar von der Steuer abgesetzt werden. Im Endeffekt finanziert sich "Korruption" in Deutschland also sogar selbst.
Aber es geht ja nicht um persönliche Bereicherung, nur um den Machterhalt und dafür werden sich unsere ehrenwerten Politiker wohl kaum kaufen lassen... :)
Kohl hat's vorgemacht und jetzt will Angie halt auch mal. Die Wähler dankens dann noch mit einer schönen Mehrheit...
Na denn, herzlichen Glückwunsch!
Lasst sie nur machen. Da die heutige "Wirtschaft" fast ausschließlich nur noch auf von Spielsüchtigen künstlich aufgeblähten Blasen besteht, wird das dicke Ende der "Wirtschaft" schon noch kommen. Die Bankenkrise hat ja gezeigt, dass es in der Wirtschaft mit wirtschaftlichem Sachverstand nicht weit her ist und man nur noch in Boni und Quartalsberichten denkt - so man da überhaupt noch denken kann.
Und wir haben das Glück, dass wir dann von einer "bürgerlichen" Koalition - also einer Koalition, die bürgerlich die Bürger bestiehlt - regiert werden. Man kann dann alles zusammen auf einem Mal abwickeln: Kapitalismus und kapitalistische Bimbesparteien. SPD und Union wickeln sich zur Zeit schon von selber ab.
> Die Koalition muss jetzt schnell die Weichen dafür stellen, dass wir schnell aus der Krise kommen" <
Erst sorgen große Teile der Wirtschaft selbst dafür, dass sie in die Krise geraten sind und jetzt soll die Regierung ihnen hinaushelfen. Ist schon makaber. Aber das ist ja auch nicht wirklich neu. Solange Gewinne gemacht werden verschwinden große Teile davon in Abschreibungen, Investitionen und bei Aktionären. Werden Verluste gemacht muss der Staat Steuererleichterungen liefern. Schade, dass Arbeitnehmer das nicht können.
Wenn Unternehmen flexibel sein wollen, müssen wir das wohl alle sein? Es regiert in Deutschland angeblich ja noch das Volk, nicht die Wirtschaft. Und wer kann bitte von einer Hire & Fire Politik eine Familie ernähren?
genauso wie ja alle Abgeordneten "angeblich" nur ihrem Gewissen verpflichtet sind. Und nicht etwa der Parteiräson. Pfui wo kämen wir denn da hin? Sowas gibt es in Deutschland nicht!
OK, man "könnte" behaupten dahin wo wir heute schon sind.
Aber das sind ja alles Zyniker und Problemfetischisten. ;o)
genauso wie ja alle Abgeordneten "angeblich" nur ihrem Gewissen verpflichtet sind. Und nicht etwa der Parteiräson. Pfui wo kämen wir denn da hin? Sowas gibt es in Deutschland nicht!
OK, man "könnte" behaupten dahin wo wir heute schon sind.
Aber das sind ja alles Zyniker und Problemfetischisten. ;o)
mir ist echt schleierhaft wie man den zusammenhang zwischen kündigungsschutz und mehr beschäftigung nicht verstehen kann (oder will?). man muss sich nur einmal darauf einlassen die perspektive zu wechseln (wie es umgekehrt von den unternehmern ja immer gefordert wird).
nehmen wir mal das beispiel einer krankengymnastikpraxis (um den unertnehmer als "feind" mal menschlicher zu machen!). hier arbeitet die inhaberin (ja, eine frau als vermeintlicher "feind") selbständig und hat vier mitarbeiterinnen. nun ist die nachfrage nach krankengymnastik in ihrer praxis aktuell höher als die arbeitsleistung von ihr und ihren vier mitarbeiterinnen.
sie könnte jetzt jemand neues einstellen. das birgt aber ein risiko. geht die nachfrage wieder auf das niveau von fünf arbeitskräften zurück verdient sie selbst praktisch kein geld mehr, wenn sie die neue miareiterin nicht wider entlassen kann. also stellt sie niemanden ein und geht auf "nummer sicher" (dies erklärt übrigens die langen wartezeiten bei krankengymnastikleistungen!).
ist der kündigungsschutz gelockert hat zumindest eine arbeitslose krankengymnastin vorübergehend einen job, was sowohl ihr, als auch der chefin, den kranken (kürzere wartezeiten) und den sozialkassen hilft.
Von was für einem bisherigen Kündigungsschutz sprichst du? Firmen/Praxen mit weniger als 10 Mitarbeitern können nach belieben Kündigen und wieder Einstellen. Die Krankengymnastin kann das jetzt schon. Es soll auf Firmen mit bis zu 20 Mitarbeitern erhöht werden.
Wenn du die Gesetze bisher nicht kennst, werden dich auch Diskussionen über Änderungen nicht interessieren.
Wo kommt denn die arbeitslose Krankengymnastin her ? Wird diese vom Hamburger Arbeitsamt nach Immenstadt vermittelt ? Mal angenommen, die junge Neue bewährt sich, zieht nach Immenstadt, und der Kündigungsschutz ist gelockert. Nach sechs Monaten geht dann die seit 20 Jahren in der Praxis beschäftigte Altkraft ? Wird diese dann für 6 Monate nach Mecklenburg vermittelt ?
Der Kündigungsschutz hat die Aufgabe, die von den Unternehmen geforderte zeitliche und räumliche Arbeitnehmer-Flexibilität zu erschweren. Wie planen Sie denn Ihre Familie, wenn Sie heute in Hamburg und morgen in Immenstadt arbeiten ? Wer bezahlt für durchgeknallte Attentäter, die Schulen angreifen, weil sie sozial durch Umzüge entwurzelt sind ?
Die erwzungene Dynamik muss aus dem System raus, auch wenn hierdurch einige Unternehmen mögliche Gewinne in Spitzenzeiten aufgrund des berühmten Fachkräftemangels nicht einfahren können.
Die Forderung ´mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit´ zu holen hört sich nur vordergründig gut an. Tatsächlich hängt die Anzahl der Beschäftigten von der Marktentwicklung und damit den benötigten Arbeitsstunden ab. Die Lockerung ermöglicht den Unternehmen in diesen Zeiten lediglich einen leichteren Austausch von Mitarbeitern.
Schlauer wäre es, wenn die Krankengymnastin in Hamburg ihre eigene Praxis gründet.
In den ersten sechs Monaten (Probezeit) ist die Kündigungsfrist 2 Wochen, Begründung nicht nötig. Und da man in der Zeit normal nicht mal Urlaub nehmen darf, ist die Kündigungsfrist dann gegen Ende sogar kürzer als der Resturlaub.
Arbeitnehmer sind nicht unkündbar, auch nicht kleineren Firmen. Außerdem gibt's längst Zeitarbeit und "freie" Mitarbeiter, und alles mögliche, um entsprechend zu flexibilisieren. Und wenn generell alle lange warten, bis sie ihre Krankengymnastik bekommen (und zwar immer und schon seit Jahren), dann kann das Einstellen einer weiteren Kraft ja wohl kaum ein Risiko sein - eher eine Frage der Verfügbarkeit entsprechend ausgebildeter Kräfte.
Wahr ist: Wenn ein Arbeitnehmer bei der Einstellung gut verhandelt (so wie ich), dann bekommt er mit der Zeit eine ziemlich lange Kündigungsfrist. Das ist aber eben Verhandlungsgeschick, und hat auch etwas mit dem Wert des Arbeitnehmer zu tun. Dennoch: Sehr viele Firmen fahren aus Sparsamkeit mit Minimalbesetzung, und riskieren lieber, dass durch ein unvorhergesehenes Ereignis (Krankheit oder Kündigung) das alles ins Chaos abrutscht, als ein Polster zu haben.
tja, da kann man befristete Verträge schließen.
Kennen Sie noch irgendeinen Betrieb, der unbefristet einstellt. Und wie schon aus meinen obigen Links zu ersehen ist, gibt es Kündigungsfristen, die umso länger sind, je länger jemand angestellt ist. Dann gibt es betriebsbedingte Kündigungen u. dergl. mehr.
Aber dass jemand praktisch unkündbar ist, ist doch ein Ammenmärchen.
Was bei den Gegnern einer Lockerung immer wieder ignoriert wird ist der Kostenfaktor und der sonstige Aufwand. Sicher ist eine Kündigung immer möglich, aber der Aufwand ist sehr hoch, weil Formvorschriften (immer Jurist erforderlich), Sozialauswahl etc. das Risiko am Ende nicht mal den Arbeitnehmer los zu werden erheblich erhöht.
Der Kündigungsschutz ist da sinnvoll, wo das persönliche Verhältnis von Arbeitgeber zu Arbeitnehmer durch die unpersönliche Struktur und Anonymität des Chefs ersetzt wird.
Das ist mit Sicherheit nicht schon bei zehn oder 20 Mitarbeitern gegeben.
H.
@ dijaopung
Um Ihr Beispiel aufzugreifen:
Zum einen kann Ihre Arbeitgeberin jemand befristet einstellen. Nach aktueller Gesetzeslage bis zu 2 Jahre, innerhalb dieser kann die (wenn zuerst kürzer befristet) Befristung auf max. 4 mal verlängert werden. Wenn soviel Arbeit ist dass ich zwei Jahre jemand zusätzliches brauche, kann man wohl ein unbefristetes Arbeitsverhältniss eingehen.
Und zum anderen ist ein unbefristetes Arbeitsverhältniss ja nicht unkündbar: jeder Arbeitgeber kann bei Auftragsmangel einem oder mehreren seiner Mitarbeiter "aus betrieblichen Gründen" kündigen - unter Einhaltung der Fristen und nach Sozialauswahl. Den Sinn der beiden Bedingungen wird wohl niemend wegdiskutieren wollen.
---
Mit einer Aufweichung von Kündigungsschutz und Erleichterung von befristeter Beschäfigung wird nur das "unternehmerische Risiko" noch weiter auf die Beschäftigten abgewälzt.
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Dass es nach diesem "Worst-Case-Wahlergebniss am Ende wohl doch dazu kommt, macht es aber nicht sinnvoller...
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by the way: ich bin Selbstständiger, kein Arbeitnehmer. Soviel zum Thema"die andere Seite sehen"...
Von was für einem bisherigen Kündigungsschutz sprichst du? Firmen/Praxen mit weniger als 10 Mitarbeitern können nach belieben Kündigen und wieder Einstellen. Die Krankengymnastin kann das jetzt schon. Es soll auf Firmen mit bis zu 20 Mitarbeitern erhöht werden.
Wenn du die Gesetze bisher nicht kennst, werden dich auch Diskussionen über Änderungen nicht interessieren.
Wo kommt denn die arbeitslose Krankengymnastin her ? Wird diese vom Hamburger Arbeitsamt nach Immenstadt vermittelt ? Mal angenommen, die junge Neue bewährt sich, zieht nach Immenstadt, und der Kündigungsschutz ist gelockert. Nach sechs Monaten geht dann die seit 20 Jahren in der Praxis beschäftigte Altkraft ? Wird diese dann für 6 Monate nach Mecklenburg vermittelt ?
Der Kündigungsschutz hat die Aufgabe, die von den Unternehmen geforderte zeitliche und räumliche Arbeitnehmer-Flexibilität zu erschweren. Wie planen Sie denn Ihre Familie, wenn Sie heute in Hamburg und morgen in Immenstadt arbeiten ? Wer bezahlt für durchgeknallte Attentäter, die Schulen angreifen, weil sie sozial durch Umzüge entwurzelt sind ?
Die erwzungene Dynamik muss aus dem System raus, auch wenn hierdurch einige Unternehmen mögliche Gewinne in Spitzenzeiten aufgrund des berühmten Fachkräftemangels nicht einfahren können.
Die Forderung ´mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit´ zu holen hört sich nur vordergründig gut an. Tatsächlich hängt die Anzahl der Beschäftigten von der Marktentwicklung und damit den benötigten Arbeitsstunden ab. Die Lockerung ermöglicht den Unternehmen in diesen Zeiten lediglich einen leichteren Austausch von Mitarbeitern.
Schlauer wäre es, wenn die Krankengymnastin in Hamburg ihre eigene Praxis gründet.
In den ersten sechs Monaten (Probezeit) ist die Kündigungsfrist 2 Wochen, Begründung nicht nötig. Und da man in der Zeit normal nicht mal Urlaub nehmen darf, ist die Kündigungsfrist dann gegen Ende sogar kürzer als der Resturlaub.
Arbeitnehmer sind nicht unkündbar, auch nicht kleineren Firmen. Außerdem gibt's längst Zeitarbeit und "freie" Mitarbeiter, und alles mögliche, um entsprechend zu flexibilisieren. Und wenn generell alle lange warten, bis sie ihre Krankengymnastik bekommen (und zwar immer und schon seit Jahren), dann kann das Einstellen einer weiteren Kraft ja wohl kaum ein Risiko sein - eher eine Frage der Verfügbarkeit entsprechend ausgebildeter Kräfte.
Wahr ist: Wenn ein Arbeitnehmer bei der Einstellung gut verhandelt (so wie ich), dann bekommt er mit der Zeit eine ziemlich lange Kündigungsfrist. Das ist aber eben Verhandlungsgeschick, und hat auch etwas mit dem Wert des Arbeitnehmer zu tun. Dennoch: Sehr viele Firmen fahren aus Sparsamkeit mit Minimalbesetzung, und riskieren lieber, dass durch ein unvorhergesehenes Ereignis (Krankheit oder Kündigung) das alles ins Chaos abrutscht, als ein Polster zu haben.
tja, da kann man befristete Verträge schließen.
Kennen Sie noch irgendeinen Betrieb, der unbefristet einstellt. Und wie schon aus meinen obigen Links zu ersehen ist, gibt es Kündigungsfristen, die umso länger sind, je länger jemand angestellt ist. Dann gibt es betriebsbedingte Kündigungen u. dergl. mehr.
Aber dass jemand praktisch unkündbar ist, ist doch ein Ammenmärchen.
Was bei den Gegnern einer Lockerung immer wieder ignoriert wird ist der Kostenfaktor und der sonstige Aufwand. Sicher ist eine Kündigung immer möglich, aber der Aufwand ist sehr hoch, weil Formvorschriften (immer Jurist erforderlich), Sozialauswahl etc. das Risiko am Ende nicht mal den Arbeitnehmer los zu werden erheblich erhöht.
Der Kündigungsschutz ist da sinnvoll, wo das persönliche Verhältnis von Arbeitgeber zu Arbeitnehmer durch die unpersönliche Struktur und Anonymität des Chefs ersetzt wird.
Das ist mit Sicherheit nicht schon bei zehn oder 20 Mitarbeitern gegeben.
H.
@ dijaopung
Um Ihr Beispiel aufzugreifen:
Zum einen kann Ihre Arbeitgeberin jemand befristet einstellen. Nach aktueller Gesetzeslage bis zu 2 Jahre, innerhalb dieser kann die (wenn zuerst kürzer befristet) Befristung auf max. 4 mal verlängert werden. Wenn soviel Arbeit ist dass ich zwei Jahre jemand zusätzliches brauche, kann man wohl ein unbefristetes Arbeitsverhältniss eingehen.
Und zum anderen ist ein unbefristetes Arbeitsverhältniss ja nicht unkündbar: jeder Arbeitgeber kann bei Auftragsmangel einem oder mehreren seiner Mitarbeiter "aus betrieblichen Gründen" kündigen - unter Einhaltung der Fristen und nach Sozialauswahl. Den Sinn der beiden Bedingungen wird wohl niemend wegdiskutieren wollen.
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Mit einer Aufweichung von Kündigungsschutz und Erleichterung von befristeter Beschäfigung wird nur das "unternehmerische Risiko" noch weiter auf die Beschäftigten abgewälzt.
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Dass es nach diesem "Worst-Case-Wahlergebniss am Ende wohl doch dazu kommt, macht es aber nicht sinnvoller...
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by the way: ich bin Selbstständiger, kein Arbeitnehmer. Soviel zum Thema"die andere Seite sehen"...
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