Graue Liste Schweiz gilt nicht mehr als Steueroase
Die Schweiz ist dabei, ein weiteres Abkommen zum Austausch steuerrelevanter Informationen zu unterzeichnen. Grund für die OECD, das Land von der grauen Liste zu streichen.
© Oliver Lang/ddp

Die Schweiz dürfte für Steuerflüchtlinge jetzt einiges von ihrem Reiz einbüßen
Die Zeiten, in denen die Schweiz als Steuerparadies galt, dürften vorbei sein. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird das Land zukünftig nicht mehr auf ihrer "grauen Liste" führen. Das kündigte sie am Donnerstag in Paris an.
Die OECD hatte im April auf Drängen der großen Industrie- und Schwellenländer (G 20) eine "schwarze", eine "graue" und eine "weiße" Liste veröffentlicht. Auf der "schwarzen Liste" stehen die Staaten, die nicht zur internationalen Zusammenarbeit gegen Steuerbetrug bereit sind. Auf der "grauen" Liste finden sich dagegen Länder, die zwar ihre Bereitschaft dazu angekündigt haben, aber noch nicht das entsprechende OECD-Abkommen unterzeichnet haben.
Die Schweiz sei dabei, das zwölfte Abkommen zum Austausch steuerrelevanter Informationen zu schließen, teilte die OECD mit. Dies werde bereits in einem für diesen Freitag angekündigten Bericht berücksichtigt. "Unser Glückwunsch an die schweizerischen Behörden", kommentierte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Dies sei eine sehr wichtige Entwicklung. Jetzt gehe es darum, dass die Abkommen auch umgesetzt würden.
Um von der grauen Liste gestrichen zu werden, müssen die betroffenen Länder zwölf Abkommen unterzeichnen. Zuletzt zählte die Liste noch rund 30 Finanzzentren. Darunter auch Liechtenstein und Andorra. Aufgrund ihrer Kooperation strich die OECD bis jetzt bereits elf Staaten von der Liste, unter anderem Luxemburg, Belgien und Monaco.
- Datum 24.09.2009 - 18:32 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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