Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) bescheinigt der deutschen Wirtschaft eine insgesamt sehr positive Entwicklung. So belebe sich die Nachfrage aus dem Ausland und auch die Inlandsnachfrage expandiere, berichtet das Institut. Die Experten hoben deswegen ihre Prognose für das laufende Jahr und erwarten nur noch einen Einbruch von 4,9 Prozent. Für 2010 ist sogar wieder ein Wachstum von einem Prozent in Sicht. Allerdings bleibe das Wachstum so schwach, dass die Kapazitätsauslastung erneut leicht abnehme, schrieben die Experten.

Die IfW-Experten erwarten, dass die Firmen im kommenden Jahr vom Anziehen des Welthandels profitieren werden. Im Zuge der weltweit anziehenden Produktion dürften die Exporte zulegen. Der Zuwachs bleibe aber deutlich hinter den zweistelligen Wachstumsraten der vergangenen Jahre zurück. "Der wesentliche Grund ist, dass die Weltwirtschaft sehr viel langsamer expandiert als damals."

Allerdings stiegen auch die Importe im kommenden Jahr sogar noch stärker als die Ausfuhren, der Außenhandel dürfte daher das Wachstum dämpfen. Der Einbruch des Welthandels macht Exportweltmeister Deutschland in diesem Jahr zu schaffen, der Exportrückgang sei der wichtigste Grund für das Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts, schrieben die Experten.

Auch die Inlandsnachfrage dürfte sich kräftig beleben. Einerseits profitierten die Verbraucher von der nur gering steigenden Arbeitslosigkeit und dem Anstieg des real verfügbaren Einkommens. Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresschnitt 2010 auf lediglich knapp 3,9 Millionen steigen, für das Jahresende 2010 sagt das Institut etwa 4,2 Millionen Menschen ohne Arbeitsplatz voraus. Der private Konsum werde daher auch im kommenden Jahr wachsen.

Bankenverband bei Wirtschaftswachstum optimistischer

"Dennoch bleibt 2009 das mit weitem Abstand schlechteste Jahr Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg."
Aus dem Bericht des Bankenverbandes

Auch nach Einschätzungen des Bankenverbandes kommt die Wirtschaft wieder in Fahrt. Beim Wirtschaftswachstum zeigt sich der Verband sogar optimistischer als das IfW: 2010 dürfte demnach die Wirtschaft nicht nur um ein sondern um 1,5 Prozent zulegen.

Bereits 2009 erhole sich die Wirtschaft merklich. Für das zweite Halbjahr sei mit einem Wachstumsschub zu rechnen, teilte der Verband mit. "Doch auch dann bleibt 2009 das mit weitem Abstand schlechteste Jahr Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg", schrieben die Experten. Die Wirtschaftsleistung werde voraussichtlich um fünf Prozent einbrechen und damit so stark wie nie seit Gründung der Bundesrepublik.

Wachstumstreiber seien im kommenden Jahr Exporte und Bauwirtschaft. Auch der staatliche Konsum dürfte kräftig zulegen, während sich der private Konsum hingegen schwächer entwickeln werde, sagten die Experten vorher. Die steigende Arbeitslosigkeit werde zunehmend zur Belastung. Die Bankenexperten kommen dabei zu einer schlechteren Prognose als das IfW. Für das kommende Jahr sei ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Jahresschnitt auf 4,3 Millionen zu erwarten.