Absolventenstudie Drei Monate bis zum ersten Job
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 Die Krise spielte bei der Befragung noch keine Rolle

Auch die Mobilität scheint durch die Studienreform mit Bachelor und Master nicht zum Erliegen gekommen zu sein. 42 Prozent der Absolventen seien entweder vor oder direkt nach dem Studium mobil. Auch während des Studiums gibt es genügend Studenten, die ins Ausland gegangen waren.

Einwenden lässt sich, dass die 35.000 Befragten des Absolventenjahrgangs 2007 ihre "verblüffend positiven Aussagen" in Zeiten einer Hochkonjunktur getätigt haben. Die nächste Befragung durch Incher wird den Absolventen des Jahrgangs 2009 gewidmet sein. Gefragt werden sie 2010 – zum Zeitpunkt also, an dem die Wirtschaftskrise voll zum Tragen gekommen ist. Zudem wird der Jahrgang 2007 in fünf Jahren erneut befragt.

Das Internationale Zentrum für Hochschulforschung begleitet den Bologna-Prozess mit Befragungen. Die Untersuchung wurde vom Bundesbildungsministerium mitfinanziert. Der Leiter der Unterabteilung Hochschulen, Peter Greisler, sprach von einem ermutigenden Zwischenergebnis, das die Reformen bei Bachelor und Master bestätigt habe.


Haben Sie nach dem Studium zügig eine Stelle gefunden oder mussten Sie sich von Praktikum zu Praktikum hangeln? Ist wegen der Wirtschaftskrise die Zeit des leichten Berufseinstieg schon wieder vorbei? Schreiben Sie unten im Kommentarfeld Ihre Erfahrungen auf und diskutieren Sie mit! 

 
Leser-Kommentare
    • Nimzo
    • 09.10.2009 um 11:54 Uhr

    .....Die Studie habe vielmehr ergeben, dass die Absolventen des Jahrgangs 2007 nur drei Monate brauchten, um eine Stelle zu finden.....

    Und was ist so zwischen 2007 bis heute in der (Welt-)Wirtschaft so passiert?

    (Die nächste Befragung durch Incher wird den Absolventen des Jahrgangs 2009 gewidmet sein. Gefragt werden sie 2010 – zum Zeitpunkt also, an dem die Wirtschaftskrise...)

    O.K.

    Zweite Frage:

    Was ist der Beitrag von Uwe Schlicht überhaupt wert, wenn er mit seinem Titel die Gegenwart suggueriert und zum Lesen einlädt. Und im Text wird auf 2007 relativiert und auf eine zukünftige Studie hingewiesen.

    Alte Kammelle. Oder wenn Sie es lieber in englisch lesen möchten: Old hat!

  1. Welche Qualität diese Studie hat, wird nicht hinterfragt, sondern nur wieder gegeben, was an schönen Dingen drin steht, die für 2006/2007 gelten sollten

    Die Studie habe vielmehr ergeben, dass die Absolventen des Jahrgangs 2007 nur drei Monate brauchten, um eine Stelle zu finden.

    Was für eine Stelle das dann war, darüber schweigt sich wohlweislich der Artiekl mitsamt Studie freundlich aus. Möglicherweise genau diese unendliche Praktikumsserie - unter- bis gar nicht bezahlt?

    Gesundes Mißtrauen ist - und bleibt - angebracht, wenn die Leichtmatrosenprodukte des deutschen Bildungsunwesens (Danke Bertelsmann-Stiftung) so unverblümt als toll und erfolgreich angepriesen werden.

  2. eine studio aus der zeit in der es in der wirtschaft nur bergauf ging zu kriesenzeiten... ich kenne keinen der in letzter zeit einen job gefunden hat, nur leute die noch ein semester dranhängen oder den master machen.

  3. Ich bin eine von jenen, die an besagter Studie teilgenommen haben und 2007 mit dem B.A. glorreich ins Leben geworfen wurden. Ich habe 4 Monate gewartet und gebangt und meinen Eltern auf der Tasche gelegen. Das war eine trostlose Zeit, denn niemand versteht einen. Die Eltern sind verstört - schließlich hat man doch studiert und die Freunde zeigen Mitgefühl, wissen aber faktisch nicht wie das Gefühl ist, in der Luft zu hängen, nicht mehr eingepackt zu sein in der Zuckerwatte namens Studium...denn es wartet kein Job auf einen. Und das sagt einem keine Uni und keine Studie. 3 Warte-Monate können länger sein, als man es sich wünscht.
    Das einzige - und wahrscheinlich klingt das jetzt sehr banal und naiv - worauf man sich verlassen muss und kann ist das Glück. Denn das Glück bringt den Job, nicht ein Studium, nicht eine Note, nicht eine Referenz...das sind allein nur Komponenten.

    In diesem Sinne liebe Absolventen, glaubt an euer Glück...

  4. Ich gehöre nicht zu jenen die befragt wurden oder sich gar zwischen Bachelor und Diplom entscheiden konnten. Auf meiner Abschlußarbeit steht eine 1,0 und Stellenangebote für Social Science gibt es kaum. Die Mythen um Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft haben eher graduell und auf die Arbeitserfahrung bezogen einen Wahrheitsgehalt. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit, durchsetzt von Fließbandtätigkeiten, freier Mitarbeit und erfolglosen Praktika, möchte ich behaupten, dass die aufgeführte Studie lediglich eine eingeschränkte Momentaufnahme darstellt.
    Offensichtlich fehlte es im Untersuchungsdesign an den wichtigen Themen: Festsetzung der Regelstudienzeit, davon abhängiges BAFÖG (nach Studienabbruch und für den Master), schlecht strukturierten und noch schlechter umgesetzten Mastern, mangelndem Praxisbezug und unverschämten Regelungen zu Studienkrediten.
    Seit 2 Wochen habe ich nun wieder eine Stelle, ausschließlich durch Beziehungen wohlgemerkt. Das Gehalt ist in Ordnung, die Kollegen nett und ich bemüht, immerhin steht meine Existenz auf dem Spiel.
    Aus der Soziologin wurde eine Verkäuferin, Desillusion und Frustration inklusive. Den Dispo meiner Eltern wollt ich nicht mehr wachsen sehen und meine 8000 Euro Bafög Schulden wollen auch irgendwann bezahlt werden.
    Würde ich einer gewissen jugendlichen Subkultur angehören, hätte ich wohl BOLOGNA in den Unterarm geritzt...

  5. 6.

    Ein sehr interessanter Artikeln, der künftigen Absolventen Mut machen sollte. Wie aber zurecht bemerkt wird, sind derzeitige Absolventen mitten in der Wirtschaftskrise gelandet. Und von demher passt die Studie absolut nicht zur derzeitigen Situation. Zur Zeit herrscht Angst, so dass viele ihr Studium lieber künstlich verlängern, als den Studentenstatus abzugeben. Ich selbst bin Absolventin dieses Jahres und hatte mir eigentlich gesagt, genug Praktika, nach dem Studium nicht nochmal. Und nun? 6 Monate Praktikum, geringfügig bezahlt, Jobchancen sind frustrierend. Schon während meiner Diplomarbeit habe ich nach Jobs gesucht, aber wo keine sind, kann man sich auch nicht bewerben. Da bleibt nur die Hoffnung,dass es wieder bergauf geht und die 2011 wieder positiv wird.

    • smsag
    • 10.10.2009 um 12:37 Uhr

    Es ist doch kein Geheimnis, dass die meisten Hochschulen den Lehrstoff mit dem Bachelor zu Beginn einfach auf ein Semester weniger verteilt haben. Und da sollen 20 Prozent Gehaltsdifferenz keine Benachteiligung sein !!!

    Die HRK Präsidentin Wintermantel sagt in einem Interview mit der FTD: "Defizite und Erfolge halten sich [seit der Einführung] die Waage."

    Und die Reaktion der Hochschulen ist die Reduzierung von Lehrangeboten, vornehmlich natürlich zeitgemäßer! Angesichts dessen klingt der Satz der Politik "Bildung ist der einzige Rohstoff unserer Republik" wie Hohn!

    Aus Sicht der Unternehmen ist das ganze natürlich hervorragend, 20 Prozent weniger bei fast gleicher Ausbildung! Und künftig werden die Absolventen noch billiger. Mission accomplished!

    Ich jedenfalls hab mein Studium abgebrochen. Bald gehts ins Ausland!

  6. Es ist mit diesem Bericht genauso, wie ich es in meinem letzten Kommentar zu dem Artikel „Die Überall-Professoren“ bereits im Zusammenhang mit Halloween geschrieben habe. Nachdem die Leserschaft sich nun ordentlich gegruselt hat, wird nun, zwecks Unterstützung des allgemeinen und kollektiven Wiedereinschlafens, die wunderschöne und zuckersüße Märchengeschichte von der in Ihrer Mehrzahl ach so erfolgreichen Akademikerschaft erzählt.

    Einen Unterschied zu den Gute-Nacht-Geschichten der Kindheit gibt es hier aber doch: Beim Lesen der meisten der nachfolgenden Kommentare macht sich Widerspruch breit und dieser wird auch unverholen geäußert.

    Wie heißt es noch so schön in einem gewissen Zitat: „Ich glaube Statistiken nur, wenn ich diese selbst gefälscht habe.“ Wo genau wurde denn nun bezüglich dieser Statistik nachgefragt? Sicher bei denen, die bereits von vornherein als Akademiker erkennbar sind und das womöglich aufgrund Ihrer guten Jobs. Ich persönlich aber wurde noch nie interviewt, und das obwohl ich bereits seit mehr als 5 Jahren meine akademische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen habe. Genaugenommen rechne ich aber auch nicht mehr damit, zumal ich mich dann in einer gigantischen Reihe sicher ziemlich weit hinter jenen anstellen müßte, an denen der Kelch der Befragung bis jetzt ebenfalls vorübergegangen ist.

    Weiter Teil 2

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